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Gefahren beim Sägen - Wie ein Pfeil in die Hauptschlagader

5 1 Beurteilungen
Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Auch wenn Ihr Betrieb nicht dem Bauhandwerk zuzurechnen ist, haben Sie sicherlich mehr oder weniger regelmäßig auch mit baulichen Maßnahmen zu tun, z. B. beim Umbau oder der Erweiterung Ihres Betriebes oder der Instandhaltung.

Gerade beim harmlosen Sägen von Nut- und Federbrettern geschehen dabei leider immer wieder schlimme Unfälle. Auf Grund des folgenden Falles weist die Holz-Berufsgenosenschaft auf die Gefahren hin.

Wie ein Pfeil in die Hauptschlagader

Ein Schreiner sollte an einer Kreissäge mehrere Nut- und Federbretter (Profilbretter) von ca. 8 cm Breite auf ca. 6,5 cm Breite sägen. Das Profilbrett wurde mit der Nutseite am Parallelanschlag der Kreissäge geführt, die obere Werkzeugverdeckung war nicht ganz auf das Werkstück abgesenkt. Das Abschnittteil links vom Sägeblatt, hierbei handelt es sich um die angefräste Feder, die nur noch einen sehr kleinen Querschnitt hatte brach, wurde vom Sägeblatt erfasst und wie ein Pfeil nach hinten herausgeschleudert. Da der Schreiner beim Durchschieben der Profilbretter hinter der Kreissäge stand, bohrte sich das Abschnittteil ca. 20 bis 25 cm tief in die Leistengegend des Handwerkers und traf die Hauptschlagader.

Folgende Tipps zum Sägen haben sich bewährt

  • Zum Sägen in Faserrichtung muss das geeignete Sägeblatt und der passende Spaltkeil verwendet werden. Hierfür eignen sich Flachzahn oder Wechselzahn für Massivholz mit wenig Zähnen und großem Spanwinkel. Denn je mehr Zähne das Sägeblatt hat und je kleiner der Spanwinkel ist, desto größer wird das Risiko, dass Werkstückteile abfliegen.
  • Beim Sägen in Faserrichtung muss das Sägeblatt mehrere Zentimeter über die Werkstückdicke herausragen. Somit ist gewährleistet, dass der Schnittdruck vom Sägezahn das Werkstück auf den Kreissägetisch drückt. Sägeblätter, die nur knapp über Werkstückdicke eingestellt sind, neigen dazu, Werkstücke zum Flattern zu bringen und Abschnittteile abfliegen zu lassen.
  • Die obere Werkzeugverdeckung (Schutzhaube) muss auf Werkstückdicke eingestellt werden. Sie verhindert den Zugriff auf das Sägeblatt, welches mehrere Zentimeter über Werkstückdicke übersteht und kann das Abfliegen von Abschnittteilen reduzieren.
  • Die Abschnittteile müssen größer gelassen werden, damit diese nicht auf Grund ihres geringen Querschnittes vom Sägeblatt erfasst werden und abfliegen können.
  • Den Parallelanschlag soweit zurückziehen, dass ein Klemmen des Werkstückes vermieden wird.
  • Faustregel: Das hintere Ende des Anschlages stößt an eine gedachte Linie, die etwa bei der Sägeblattvorderkante beginnt und unter 45° nach hinten verläuft.
  • Bei schmalen Werkstücken (Breite 120mm und weniger) Schiebestock verwenden.

 

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