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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Nix wie weg: So bleiben Ihre Notausgänge sicher

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Betriebsleitung Notausgänge

Von Günter Stein,

Stellen Sie sich einmal vor, Sie werden in einem Möbelmarkt von einem Brand überrascht. Sie folgen dem ausgeschilderten Fluchtweg bis zur vermeintlich rettenden Tür – und dort hängt ein Zettel: „Bitte gehen Sie den Weg wieder zurück zum Treppenhaus!“

Schlechte Beschilderung, blockierte Notausgänge

Dies erlebten Tester der Verbraucherzentrale NRW, als sie die Notausgänge in 30 Kaufhäusern und Fachmärkten in Bonn und Köln unter die Lupe nahmen. Die meisten bekamen schlechte Noten: Oft war die Ausschilderung der Rettungswege rätselhaft, Fluchttüren wurden durch Waren blockiert oder ließen sich nicht öffnen. Damit das in Ihrem Betrieb nicht passiert, sollten Sie als Betriebsleiter Ihre Notausgänge regelmäßig prüfen (zu empfehlen: einmal jährlich sowie nach besonderen Ereignissen wie etwa Umbauten).

Auf diese sechs Punkte müssen Sie bei Notausgängen achten

Die Anforderungen an Notausgänge regeln die Landesbauordnungen und die Arbeitsstättenverordnung. Daraus ergeben sich folgende Punkte, auf die Sie besonders achten müssen:

  1. Notausgänge sind alle Türen in Fluchtwegen. In einem größeren Betrieb müssen Sie also ggf. beim Notausgänge-Check den ganzen Fluchtweg abgehen und alle Türen auf diesem Weg kontrollieren: die Türen auf den Etagen ebenso wie den Notausgang im Erdgeschoss, der ins Freie führt.
  2. Notausgänge müssen deutlich gekennzeichnet sein.
  3. Die Öffnungsrichtung muss immer von innen nach außen sein. Manuell betätigte Karussell- und Schiebetüren sind als Notausgänge nicht erlaubt!
  4. Notausgänge müssen leicht zu öffnen sein, d. h. von Hand und ohne Schlüssel, Hammer oder sonstige Hilfsmittel – auch für Behinderte, falls Sie in Ihrem Betrieb welche beschäftigen. Außerdem darf kein besonderer Kraftaufwand nötig sein. Hierzu gibt es verschiedene Spezialsysteme wie sogenannte Panikschlösser, Panikstangen oder elektromagnetische Vorrichtungen mit Nottasten.

    Prüfbescheinigung erforderlich

    Für elektrische Verriegelungen brauchen Sie vor der ersten Inbetriebnahme einen Eignungsnachweis (Prüfbescheinigung) einer anerkannten Prüfstelle (z. B. TÜV). Außerdem müssen sie jährlich von einem Sachkundigen (z. B. TÜV, Hersteller oder Montagefirma) geprüft werden, der hierüber ebenfalls eine Prüfbescheinigung ausstellen muss.

    Achtung: Die roten Schlüsselkästchen, aus denen der Schlüssel im Notfall durch Einschlagen der Scheibe zu befreien ist, sind schon lange verboten!
  5. Die Türen müssen jederzeit zu öffnen sein, solange sich auch nur ein Arbeitnehmer in der Arbeitsstätte aufhält – also ggf. auch nachts. Im Konfliktfall zwischen Diebstahlsicherheit und Personenschutz hat Letzterer grundsätzlich Vorrang! Aber keine Angst: Die Industrie hält Türsicherungssysteme bereit, die diese Gefahr weitgehend vermindern, z. B. durch akustische oder optische Signale bei missbräuchlicher Benutzung des Ausgangs.
  6. Sorgen Sie dafür, dass die Notausgänge immer frei gehalten werden. Das geht am besten, wenn Ordnung herrscht und für alle Waren, Werkstoffe usw. ein fester Platz vorgesehen und den Mitarbeitern bekannt ist.

Praxis-Tipp: Beziehen Sie die Lage und Betätigung der Notausgänge in Ihre Überprüfungen ein: Untersuchungen haben gezeigt, dass das Öffnen von Türen je nach Schlosssystem zwischen 4 und 16 Sekunden dauern kann.

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