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Vorsicht geht vor: Arztbesuch nach Bagatellverletzungen

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Arbeitsunfall Arztbesuch

Von Wolfram von Gagern,

Frage: Muss ein Beschäftigter tatsächlich nach einem Arbeitsunfall in jedem Fall zum Durchgangsarzt, selbst wenn es sich nur um eine Bagatellverletzung handelt?

Frage: Muss ein Beschäftigter tatsächlich nach einem Arbeitsunfall in jedem Fall zum Durchgangsarzt, selbst wenn es sich nur um eine Bagatellverletzung handelt?

Zur Behandlung von Arbeitsunfällen zunächst zum Durchgangsarzt

Antwort: Der fachlich versierte Arzt für die Behandlung von Arbeitsunfällen ist der Durchgangsarzt. Er ist ein besonders qualifizierter und medizin-technisch speziell ausgestatteter Chirurg oder Orthopäde mit umfassender unfallmedizinischer Erfahrung.

Grundsätzlich gilt: Nach Arbeitsunfällen einen Durchgangsarzt aufsuchen

Nach §24 Abs. 4 der berufsgenossenschaftlichen Vorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) muss der Arbeitgeber bzw. Vorgesetzte darum darauf hinwirken, dass ein Beschäftigter nach einem Arbeitsunfall einen Durchgangsarzt aufsucht.

Wann Sie keinen Durchgangsarzt aufsuchen müssen

Diese Bestimmung lässt jedoch 3 Ausnahmen zu:

  1. Bei einer leichten Verletzung wie z.B. einem Stich mit der Schere in den Finger, bei denen ein verantwortungsbewusster Laie, wie etwa der Vorgesetzte oder der Ersthelfer, davon ausgehen kann, dass eine ärztliche Versorgung nicht angezeigt ist, kann der Arztbesuch gänzlich entfallen.
    Der Besuch des Durchgangsarztes ist außerdem nicht erforderlich, wenn der erstbehandelnde Arzt – und das kann auch der Hausarzt oder der Betriebsarzt sein, sofern sich dieser im Betrieb aufhält – festgestellt hat, dass die Verletzung nicht über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich nicht mehr als eine Woche beträgt.
  2. Liegen ausschließlich Verletzungen der Augen, der Ohren, der Nase oder des Halses vor, ist der Verletzte möglichst dem nächstgelegenen Facharzt vorzustellen. Die Vorstellung beim Durchgangsarzt erübrigt sich dann ebenfalls.
  3. Und schließlich: Nach einer schweren Verletzung, bei der der Notarzt am Unfallort zum Einsatz kommt, veranlasst dieser auch die Einweisung in eine geeignete berufsgenossenschaftliche Unfallklinik.

 

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