Gratis-Download

Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

Jetzt downloaden

Gefährdungsbeurteilung: Gerade kleine Betriebe tun sich schwer

0 Beurteilungen
Urheber: mokee81 | Fotolia

Von Martin Weyde,

Gefährdungsbeurteilungen müssen sein, und zwar nicht erst seit gestern, sondern seit 20 Jahren. Es sollten sich also mittlerweile alle Unternehmen daran gewöhnt haben, dass sie die Risiken beurteilen müssen, die die Arbeit für die bei ihnen beschäftigten Menschen mit sich bringt.

Allerdings ist bekannt, dass sich gerade kleine Betriebe mit Gefährdungsbeurteilungen schwertun. Eine jetzt veröffentlichte Untersuchung konnte dies nicht nur bestätigen, sondern auch erhellen, weshalb die Kleinen keine richtige Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Gefährdungsbeurteilungen sieht die EU schon seit 1989 vor, das deutsche Arbeitsschutzgesetz verlangt sie seit 1996. Dennoch führt fast jeder zweite deutsche Betrieb keine Gefährdungsbeurteilung durch, und nur jeder vierte setzt sie vollständig um.

Je kleiner Unternehmen sind, desto geringer ist die Bereitschaft, sich mit der Gefährdungsbeurteilung zu befassen. Die BAuA hat die Angaben von Arbeitsschutzverantwortlichen untersucht, die die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) im Jahr 2011 befragt hat. Von diesen sagten 53 Prozent, dass sie keine Gefährdungsbeurteilungen durchführen.

Die Gründe für dieses Fehlverhalten sieht die Untersuchung darin, dass folgende Voraussetzungen fehlen:

  • Beratung durch Arbeitsschutzexperten wie Sifa oder Betriebsärzte
  • Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter beim Arbeitsschutz
  • Kontrollen der Behörden

Dass sich besonders kleine Unternehmen um die GB drücken, liegt der Untersuchung zufolge vor allem daran, dass zu wenig Personal, Zeit, Geld, Fähigkeiten und Wissen vorhanden sind. Die Management-Verantwortung liege oft in Händen von Einzelpersonen, und Arbeitsschutz werde als unproduktiv angesehen. Tatsächlich empfanden selbst über 40 Prozent der Kleinbetriebe, die ihre GB durchgeführt hatten, die Aufgabe als zu aufwendig.

Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit zu trivialisieren oder sogar zu leugnen, sei besonders in Kleinbetrieben verbreitet. Dies könne aber auch damit zu tun haben, dass Unfälle in kleinen Unternehmen eher selten und die Mitarbeiter davon überzeugt sind, dass ihre Arbeit ungefährlich ist.

Verglichen mit größeren Unternehmen lösten Kleinbetriebe ihre Probleme persönlich und pragmatisch und gingen auch mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz entsprechend um. Daher sei es gut möglich, dass die GB in Kleinbetrieben zwar nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht, dass sie aber auch nicht vollständig unterbleibt, selbst wenn sie nicht als Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird.

Außerdem kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich die wirtschaftliche Situation von Unternehmen nicht nennenswert darauf auswirkt, ob sie eine GB durchführen oder nicht. Allerdings ging es auch nur sieben Prozent der Unternehmen zum Zeitpunkt der Befragung wirtschaftlich schlecht.

95 Prozent der 6.500 befragten Betriebe hatten weniger als 50 Mitarbeiter, 71 Prozent weniger als zehn. Sie finden die Ergebnisse der Studie unter dem Titel „Prevalence and quality of workplace risk assessments – Findings from a representative company survey in Germany“ auf der Website der BAuA unter www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/artikel100.html.  

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Die wesentlichen Gesetze und Urteile klipp und klar erklärt

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, IT-Sicherheit und Werkschutz

Fälle aus der Praxis. Unterweisungsinhalte. Methodik & Didaktik

Risiken erkennen • Maßnahmen ergreifen • Rechtssicherheit schaffen

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung Ihrer Unternehmenssicherheit und Unterstützung in Ihrer Tätigkeit als Verantwortlicher für Sicherheitsfragen!