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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Gefährdungsbeurteilung: Häufige Irrtümer und Stolperfallen

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Urheber: Waler | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Wenn Sie eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, bedeutet das, dass Sie alle Aspekte der Tätigkeiten aller Ihrer Beschäftigten daraufhin untersuchen und bewerten, ob und in welchem Maße sie zur Gefährdung der Gesundheit beitragen sowie ob und welche Gegenmaßnahmen notwendig sind. Doch fallen Sie nicht auf die folgenden Irrtümer und Stolperfallen herein.

Der Arbeitgeber ist auch für Fremdfirmen auf dem Betriebsgelände mitverantwortlich

In § 5 der DGUV-Vorschrift 1 (= frühere BGV A1) heißt es, dass bei Erteilung von Aufträgen an ein Fremdunternehmen „der den Auftrag erteilende Unternehmer den Fremdunternehmer bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen“ hat.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine Einmal-Aktion und niemals abgeschlossen

Sie muss „lebendig“ sein, d. h., auf Veränderungen an Arbeitsplätzen, Arbeitsabläufen, Anlagen usw. reagieren und überarbeitet werden. Auch nach Unfällen oder Beinahe-Unfällen.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist kein Abhaken von Prüflisten

Muster, Vorlagen und vorgefertigte Checklisten sind zweifellos enorm zeitsparend und nützlich. Doch kein Muster kann die Verhältnisse in Ihrem Betrieb exakt abbilden. Nutzen Sie, aber verlassen Sie sich nicht allein auf vorgefertigte Lösungen. Fokussieren Sie stets auf die konkreten Verhältnisse vor Ort in Ihrem Unternehmen und mit Ihren Mitarbeitern.

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Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine Einzelleistung einer Sicherheitsfachkraft

Sie muss Vorgesetzte und Beschäftigte beteiligen. Günstig sind Begehungen im Team mit SiFa, Betriebsarzt und einem Betriebsratsvertreter. Mitarbeiter sollen an der Gefährdungsbeurteilung mitwirken und damit sensibilisiert werden, sich mit den Risiken an ihrem Arbeitsplatz auseinandersetzen. Nur so erreichen Sie eine Akzeptanz der abgeleiteten Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine Schönwetter-Prognose der idealen Situation

Sie soll die tatsächliche Situation realistisch abbilden bewerten und keine theoretischen Optimal-Zustände vorsehen. Sie sollte Gefährdungen vollständig abbilden, ohne zu vereinfachen oder zu beschönigen.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine Maschinenkontrolle

Bei einer Maschine und Anlage auf CE-Kennzeichnung, lesbare Typenschilder und Prüfplaketten zu achten ist gut und richtig. Bei der Gefährdungsbeurteilung geht es jedoch weniger um die Maschine als um den Mitarbeiter, der sie bedient.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine reine Mängel-Liste

Sie ist nicht primär dazu da, Fehler und Mankos aufzulisten. Inakzeptable Zustände wie verstellte Fluchtwege oder ablegereife Schutzausrüstungen müssen sofort abgestellt werden. Die Gefährdungsbeurteilung geht weit über solche unmittelbaren Mängel hinaus und sucht Schwachstellen und Restrisiken, auch solche, die weniger offensichtlich sind.

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