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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Gefährdungsbeurteilung: So erkennen Sie Explosionsgefahren

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Urheber: burnstuff2003 | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung ist zunächst zu klären, in welchen Betriebsbereichen brennbare Gase, Dämpfe, Aerosole oder Stäube auftreten und welche möglichen Zündquellen vorliegen. Diese Informationen sind Grundvoraussetzung, bevor Sie Risiken bewerten oder Schutzmaßnahmen festlegen.

Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die normalen Abläufe im betrieblichen Alltag, sondern auch Instandhaltungsarbeiten und Wartung sowie den nicht bestimmungsgemäßen Betrieb (Störfälle, Auslaufschäden, Fehlhandlungen, Ausfälle usw.).

Zündquellen nach DIN EN 1127-1 

  1. Heiße Oberflächen: z. B. Heizung, Glühbirne, Rohrleitungen, Motoren, Reibungswärme durch heiß gelaufene Lager
  2. (Offene) Flammen, Glut und heiße Gase, z. B. durch feuergefährliche Arbeiten (Schweißen, Löten) oder Rauchen
  3. Mechanisch erzeugte Funken, z. B. Schlag- oder Reibfunken von Werkzeugen, Funkenflug durch Schleifarbeiten
  4. Elektrische Funken und elektrische Ströme, z. B. Schaltfunken, Defekte an elektrischen Anlagen
  5. Statische Elektrizität, z. B. durch Aufladung nicht geerdeter Bauteile oder Flüssigkeitstropfen beim Trennen von festen oder flüssigen Stoffen
  6. Blitzschlag
  7. Elektromagnetische Felder und Strahlungen, z. B. durch Laser, gebündeltes Licht, Hochfrequenzanlagen, Handys
  8. Ionisierende Strahlen, z. B. UV, Röntgen, radioaktive Stoffe
  9. Lichtbögen, die bei Arbeiten unter elektrischer Spannung entstehen können
  10. Ultraschall
  11. Adiabatische Kompression, die Zustandsänderung eines Gases ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung, z. B. durch Stoßwellen (Temperaturerhöhung bei Kompression, z. B. in Rohrverengungen und Rohrkrümmungen)
  12. Chemische Energie durch exothermische chemische Reaktionen und selbstentzündliche Substanzen

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Unter diesen 4 Voraussetzungen kann eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre entstehen

Brennbare Substanzen und Zündquellen allein bedeuten jedoch nicht automatisch ein Explosionsrisiko, sonst wäre jedes Büro (Papier = brennbar + Lichtschalter = Zündquelle) als Explosionsschutzzone auszuweisen. Laut TRBS 2152, Teil 1, müssen die folgenden 4 Bedingungen erfüllt sein, damit gefährliche Explosionen auftreten können: 

  1. Ein hoher Dispersionsgrad, d. h., die brennbaren Stoffe müssen fein verteilt vorliegen.
  2. Eine Konzentration der brennbaren Stoffe in der Luft innerhalb ihrer Explosionsgrenzen
  3. Eine gefahrdrohende Menge explosionsfähiger Atmosphäre: Dazu genügt in aller Regel bereits ein Volumen ab etwa 10 l, selbst für große Räume.
  4. Eine wirksame Zündquelle (s. o.) 

Warum Stäube, Gase und Dämpfe so gefährlich sind

Besonders heimtückisch sind Stäube. Wer denkt schon bei Mehl, Futtermitteln, Holz, Kakao, Kaffee oder Zucker an Explosionsgefahren? Und doch kann jede brennbare Substanz in Staubform unter geeigneten Bedingungen hochexplosiv werden. Schon Staub in einer millimeterdünnen Bodenschicht kann nach Aufwirbeln, z. B. bei Reinigungsarbeiten oder Erschütterungen einen Raum normaler Arbeitshöhe vollständig mit einem explosionsfähigen Staub-Luft-Gemisch ausfüllen.

Gefährlich bei Gasen und Dämpfen ist, dass diese oftmals schwerer sind als Luft. Sie können sich daher unbemerkt an tiefer liegenden Stellen wie Schächten oder Kanälen ansammeln. Hier und in Räumen mit nicht ausreichender Lüftung sollten Sie daher bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung genau hinschauen. Grundsätzlich sollten an solchen Orten niemals brennbare, entzündliche oder explosionsfähige Stoffe gelagert oder verarbeitet werden.

Es ist nicht vorgegeben, ob Sie die Gefährdungsbeurteilung für Stäube und die für Gase / Dämpfe / Nebel gemeinsam oder separat durchführen. Bei der späteren Zoneneinteilung wird jedoch zwischen diesen beiden Fällen unterschieden.

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