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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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Gefährdungsbeurteilungen von Arbeitsmitteln ganz einfach

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Betriebssicherheit
Urheber: Stillkost | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Im Prinzip gehören alle Arbeitsmittel, die Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, zu Ihren Betriebseinrichtungen. Damit unterliegen beispielsweise Hebegeräte, Flurförderfahrzeuge, Regalsysteme und Rampen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Dort steht unter anderem, dass alle Einrichtungen regelmäßig vom Arbeitgeber auf ihre Sicherheit hin zu überprüfen sind. Da dies kein leichtes Unterfangen ist, gilt hier: Gehen Sie methodisch vor, dann ist es gar nicht so aufwendig.

Die BetrSichV liefert Ihnen allerdings kaum einen hilfreichen Hinweis, wie Arbeitsmittel konkret zu überprüfen sind. Vielmehr verweist die Verordnung auf die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS). Diese konkretisieren die Vorschriften und schreiben detailliert vor,

  • was Sie wie prüfen müssen,
  • wie Sie die Dokumentation gestalten sollten und
  • was Sie bei festgestellten Männern unternehmen müssen.

Bei solchen Einrichtungen spielen insbesondere die TRBS 1111 und 1201 eine wichtige Rolle:

  • Die TRBS 1111 zeigt, wie Sie Ihre Anlagen auf die Gefährdung von Personen hin prüfen und wie Sie die sicherheitstechnische Bewertung bewerkstelligen.
  • Ergänzen zeigt die TRBS 1201, wie Arbeitsmittel und sicherheitstechnische Einrichtungen bewertet werden.

Sie müssen beide technischen Regeln beachten, um eine richtige Überprüfung und deren Dokumentation durchführen zu können.

TRBS 1111: Beschreibung von Gefährdungsbeurteilungen


Diese technische Regel zeigt die Maßnahmen auf, die Sie und Ihre Mitarbeiter beim Betrieb von Arbeitsmitteln beachten müssen. Darüber hinaus schreibt sie vor, wie der Betrieb von Anlagen auszusehen hat, die einer Überwachungspflicht unterliegen.

In Absatz 2 stellt die TRBS 1111 klar heraus, dass der Betreiber für die Gefährdungsbeurteilung die Verantwortung trägt. Das sind im Zweifel Sie. Sie müssen sicherstellen, dass bei allen Arbeitsmitteln, die Ihren Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden, der Gesundheitsschutz und die Sicherheit gewährleistet sind. Dabei sind auch ergonomische Gesichtspunkte zu beachten.

Diese technische Regel verpflichtet Sie, festgestellte Mängel sofort zu beheben und den ganzen Vorgang entsprechend zu dokumentieren.

Tipp: Helfen lassen
. Lassen Sie sich dabei immer von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten unterstützen. Welche Kriterien diese Personen erfüllen müssen, regelt die TRBS 1203. Sie finden diese sowie die anderen genannten Regeln in unserem Downloadbereich.

So führen Sie die Gefährdungsbeurteilung korrekt durch


Bevor Sie mit der eigentlichen Beurteilung beginnen, müssen Sie sich einige Informationen hinsichtlich der von Ihnen eingesetzten Einrichtungen und Maschinen beschaffen:

  • rechtliche Grundlagen (Arbeitsschutzgesetz usw.)
  • bereits vorliegende Gefährdungsbeurteilungen
  • Hersteller und Lieferinformationen zu den bei Ihnen eingesetzten Geräten (z.B. Betriebsanweisungen)
  • Informationen über Unfälle, die sich in der Vergangenheit eignet haben

Wenn Sie diese Informationen haben, können Sie die Gefährdungsbeurteilung in Angriff nehmen. Achten Sie hier besonders auf folgende Punkte:


  • mechanische Gefährdungen
  • elektrische Gefährdungen
  • Gefährdung durch Absturz von Personen und Lasten
  • Brand- und Explosionsgefährdung
  • Gefährdungen durch Lärm oder Vibrationen
  • Gefährdungen durch Dampf oder Druck

Wenn Sie diese Beurteilung für jede Einrichtung und jede Tätigkeit Ihrer Mitarbeiter durchgeführt haben, kristallisieren sich Gefährdungen meist recht schnell heraus. So könnte sich beispielsweise ein Mitarbeiter beim Stapeln schwerer Kisten die Hände quetschen oder dabei zu schwere Lasten heben. Stellen Sie solche Mängel fest, müssen Sie diese umgehend beheben. In unserem Beispiel müssten Sie dem Mitarbeiter Schutzhandschuhe sowie ein Hebehilfsmittel zur Verfügung stellen.

Doch damit ist Ihre Arbeit noch nicht ganz getan. Sie müssen die Mängel, die Sie beseitigen, schriftlich dokumentieren. Halten Sie auch die Maßnahmen fest, die Sie gegen konkrete Gefährdungen veranlasst haben, und wann die nächste Überprüfung einer Einrichtung zu erfolgen hat.

Tipp: Ablaufplan nutzen
. In der Technischen Regel 1111 finden Sie übrigens einen Ablaufplan zur Durchführung dieser Überprüfung.

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TRBS 1201: Prüfung von Arbeitsmitteln


Nach der TRBS 1201 ist jeder Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung verpflichtet, Arbeitsmittel und zu überwachende Anlagen zu prüfen. Dabei muss immer ein Vergleich des Istzustandes mit dem jeweiligen Sollzustand durchgeführt werden.

Dabei kommen folgende Prüfarten zum Einsatz:

  • Ordnungsprüfungen und
  • technische Prüfungen.

Bei einer Ordnungsprüfung müssen Sie insbesondere feststellen, ob

  • alle Unterlagen zu einem Arbeitsgerät oder einer Anlage vorhanden sind,
  • die geprüften Arbeitsgeräte und Anlagen von Ihren Mitarbeitern gemäß der durchgeführten Gefährdungs- oder Sicherheitsbeurteilung eingesetzt werden,
  • alle von den Behörden geforderten Auflagen eingehalten werden,
  • alle technischen Unterlagen mit der Ausführung des Arbeitsgeräts oder der Anlage übereinstimmen, 
  • sich die Beschaffenheit oder die Betriebsbedingungen seit der letzten Überprüfung verändert haben und
  • alle Prüfparameter exakt definiert sind.

Bei der technischen Überprüfung spielen folgende Punkte eine Rolle:

  • Sichtprüfung der Anlagen
  • Funktionsüberprüfung
  • Einsatz geeigneter Prüfmittel
  • Überprüfung von Mess- und Kontrolleinrichtungen

So stellen Sie den Sollzustand von Arbeitsmitteln und Anlagen fest

Um den Sollzustand solcher Einrichtungen festzulegen, können Sie auf folgende Unterlagen und Fakten zurückgreifen:

  • Informationen des Herstellers des Arbeitsmittels oder der Anlage
  • Betriebsbedingungen, die bei Inbetriebnahme der Arbeitsmittel beziehungsweise der Anlage festgelegt wurden
  • Grenzbedingungen wie zum Beispiel Überlastverhalten, maximale Geschwindigkeiten oder Lasten
  • die üblichen Arbeitsabläufe
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