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Unabhängig von der Branche, den Tätigkeiten und der Anzahl der Mitarbeiter ist jedes Unternehmen verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.

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So gehen Sie an eine Gefährdungsbeurteilung heran

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Von Martin Weyde,

Frage: Überall sind Gefährdungsbeurteilungen erforderlich. Gibt es einen Fahrplan, wie man am besten an eine Gefährdungsbeurteilung herangehen sollte?

 

Antwort: Gefährdungsbeurteilungen sollen relevante Gefährdungen für die Beschäftigten systematisch ermitteln und bewerten, um Maßnahmen ergreifen zu können, die Schäden oder gesundheitliche Beeinträchtigungen von den Beschäftigten abwenden.

Für Gefährdungsbeurteilungen gelten diese Kriterien:

  • Sie werden für alle Arbeitsplätze erstellt und berücksichtigen die Arbeitsbereiche und Tätigkeiten aller Beschäftigten.
  • Sie ermitteln alle Gefährdungen eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit und bewerten diese zutreffend.
  • Sie ziehen geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen nach sich, deren Wirksamkeit überprüft wird.
  • Sie werden regelmäßig und zusätzlich aufgrund geänderter Gegebenheiten aktualisiert.
  • Sie werden aussagekräftig und plausibel dokumentiert. Die Dokumentation enthält unter anderem Informationen zu den Bewertungen, zu den Maßnahmen und zur Wirksamkeit der Maßnahmen.

Gehen Sie in diesen Schritten an die Gefährdungsbeurteilung heran:

  1. In welchem Bereich befinden sich die Arbeitsplätze, für die eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden soll? Beispiele: Büro, Werkstatt, Produktion oder Logistik
  2. Bezieht sich die Gefährdungsbeurteilung auf den ganzen Betrieb, bestimmte Arbeitsplätze oder bestimmte Mitarbeiter?
  3. Wen betrifft die Gefährdungsbeurteilung? Beispiel: Führungskräfte, interne oder externe Mitarbeiter
  4. Um welche Gefährdungen geht es? Beispiele: mechanische, elektrische, physikalische oder thermische, Gefährdungen durch Gefahrstoffe, biologische Arbeitsstoffe, Brand oder Explosion, die Arbeitsumgebung oder durch physische oder psychische Belastungen
  5. Wie sind die Gefährdungen zu beurteilen? Beispiele: Welche Risiken bestehen? Werden Vorschriften und Regeln eingehalten? Welche Normen können Sie zum Vergleich heranziehen?
  6. Welche Maßnahmen sind in welcher Reihenfolge zu ergreifen? Beispiele: technische, organisatorische oder personenbezogene Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip
  7. Sind die Maßnahmen wirksam und führen nicht zu neuen Risiken?
  8. Wie wird die Gefährdungsbeurteilung fortgeschrieben?

 

 

Besprechen Sie Ihr Vorgehen mit den Kollegen und stimmen Sie die Gefährdungsbeurteilung mit ihnen ab. Vorschläge der Beschäftigten zu Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes sieht auch § 17 des Arbeitsschutzgesetzes vor.
Beantworten Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen die folgenden Fragen, um Gefährdungen zu ermitteln:

  • Wie sind die Arbeitsstätte und die Arbeitsplätze gestaltet und eingerichtet?
  • In welchem Zustand sind Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe und wie gehen Ihre Kollegen damit um?
  • Wie sind Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufe organisiert und wer trägt die Verantwortung?
  • Welche klimatischen, optischen und akustischen Bedingungen bestehen an den Arbeitsplätzen?
  • Welche Persönliche Schutzausrüstung benutzen Ihre Kollegen?
  • Sind alle Kollegen ausreichend qualifiziert?

Informationen zu Gefährdungsbeurteilungen in Gesetzen, Verordnungen und Regeln finden Sie unter anderem hier:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • BGV A1 Grundsätze der Prävention
  • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
  • Biostoffverordnung (BiostoffV)
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
  • Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
  • Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)
  • Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV)
  • TRBA 400 Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen
  • TRBS 1111 Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung
  • TRGS 400 Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
  • Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV)
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)

 

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