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Auffahrunfall: Porsche vs. Mercedes

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Urheber: von Lieres | Fotolia

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Die meisten Autofahrer sind der festen Überzeugung, dass bei einem Auffahrunfall immer der Auffahrende die volle Schuld trägt. Doch dass muss nicht unbedingt der Fall sein.

Hier hatte ein Porsche-Fahrer, der auf der Bundesautobahn 6 mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war, einen Mercedes gerammt, als dieser ausscherte, um einen Lkw zu überholen. Der Porsche-Fahrer war der Überzeugung, der andere Fahrer habe nicht darauf geachtet, ob sich von hinten ein Fahrzeug nähert, und einfach die Spur gewechselt.

Der Mercedes-Fahrer hingegen glaubte, dass der Porsche zu schnell unterwegs gewesen sei und deswegen die Schuld am Unfall trage. Da keine Einigung zu erzielen war, landete der Fall nach mehreren Gerichtsinstanzen schließlich vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

Und hier staunten die Streithähne nicht schlecht, denn das Gericht gab dem Auffahrenden nicht die alleinige Schuld. Ungeschoren kam er allerdings auch nicht davon, denn er musste die Hälfte des angerichteten Schadens übernehmen.

In seinem Urteil verwies der BGH darauf, dass es im vorliegenden Fall nicht eindeutig festzustellen war, ob der Porsche zu schnell unterwegs war oder der Mercedes-Fahrer sich nicht ausreichend versichert hatte, ob die linke Fahrspur frei war. Aus diesem Grund sei bei Auffahrunfällen auf der Autobahn der Anscheinsbeweis grundsätzlich nicht anwendbar, auch wenn feststeht, dass vor dem Unfall ein Spurwechsel des vorausfahrenden Fahrzeugs stattgefunden hat, der Sachverhalt aber im Übrigen nicht aufklärbar ist. BGH, Urteil vom 9.2.2012, Az. VI ZR 177/10; Vorinstanzen: LG Ansbach, Entscheidung vom 30.10.2009, Az. 3 O 10/08; OLG Nürnberg, Entscheidung vom 18.6.2010, Az. 5 U 2335/09

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In dasselbe Horn stößt auch ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Oldenburg. Auch hier war nicht eindeutig zu klären, wer für einen Auffahrunfall verantwortlich zu machen war. In seinem Urteil verwies das Gericht dann auf die sogenannte Betriebsgefahr und führte aus: Ist bei der Beurteilung eines Auffahrunfalls auf der Autobahn nicht feststellbar, dass einer der beiden Fahrer die Schuld an dem Crash trägt, so ist auf beiden Seiten lediglich die Betriebsgefahr zu berücksichtigen.

Das muss aber nicht stets zu einer hälftigen Teilung des Schadenersatzes führen. Denn wurde eines der beiden Fahrzeuge mit wesentlich über der Richtgeschwindigkeit liegendem Tempo gesteuert, führt dies unweigerlich zu einer erhöhten Betriebsgefahr. OLG Oldenburg, Urteil vom 31.3.2012, Az. 3 U 69/11

Tipp: Auch auf eine hälftige Teilung der Schadenkosten können Sie und Ihre Fahrer sich im Zweifelsfall nicht verlassen.

Um hier zumindest eine rechtlich sauber zu beurteilende Sachlage zu haben, sollten Fahrer nach solchen Auffahrunfällen darauf achten, ob eventuelle Bremsspuren auch wirklich genau im Unfallprotokoll festgehalten werden.

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