Gratis-Download

Als Fuhrparkmanager sind Sie nicht nur für die permanente Einsatzbereitschaft der betriebseigenen Fahrzeugflotte verantwortlich. Oft übernehmen Sie…

Jetzt downloaden

Der Abbiegeassistent für LKW sorgt für das Plus an Sicherheit

 
Abbiegeassistent LKW
© Lukas Gojda | Adobe Stock

Erstellt:

Besonders viele Verkehrsunfälle sind Abbiegeunfälle. Retten Sie Leben, indem Sie Ihre LKW mit einem Abbiegeassistent ausstatten. Welche LKW-Abbiegeassistenten es gibt, welches Assistenzsystem das richtige für Ihren Betrieb ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Warum ist der Abbiegeassistent so wichtig?

Laut dem Statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2019 rund 27.000 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden, an denen LKW beteiligt waren. Das Risiko, bei einem derartigen Unfall zu sterben, ist für Unfallbeteiligte mehr als dreimal so hoch wie für die LKW-Insassen. Viele dieser Unfälle sind dem toten Winkel geschuldet. Durch die eingeschränkte Sicht kann der LKW-Fahrer andere Verkehrsteilnehmer beim Abbiegen übersehen. Vor allem auf schnell herannahende Radfahrer kann er nur schwer reagieren. Abbiegeassistenten können durch eingebaute Hilfsmittel Hindernisse im toten Winkel erfassen und so Abbiegeunfälle vermeiden. Unternehmen, die Lang-LKW einsetzen, sind aktuell dazu verpflichtet, Abbiegeassistenten einzubauen. Ab dem Jahr 2022 wird der Einbau sogar für alle LKW zur Pflicht.

Was genau ist ein LKW-Abbiegeassistent?

Ein Abbiegeassistent für den LKW ist ein technisches Hilfsmittel, das den Abbiegevorgang sicherer und zugleich einfacher für den Fahrer gestaltet. Dabei bedient sich der Abbiegeassistent verschiedenster moderner Technologien, die ebenso in heutigen modernen PKW zur Genüge vorhanden sind. Die vernetzte Welt macht auch vor dem LKW nicht halt.

Unauffällig verbaut verbessern Radare, Kameras und Sensoren den Überblick des Fahrers erheblich. Der Abbiegeassistent erkennt durch die technischen Hilfsmittel Personen und Objekte im toten Winkel des LKW. Während der Fahrt ist das System inaktiv. Wenn der Fahrer einlenkt oder blinkt, aktiviert sich das Assistenzsystem. Erkennt es im gefährlichen Bereich ein Hindernis, gibt das System eine Warnung in Form eines akustischen oder visuellen Signals ab. Der Assistent macht damit den LKW besser steuerbar und sorgt für deutlich mehr Überblick.

Welche LKW-Abbiegeassistenzsysteme gibt es?

Es gibt verschiedene Abbiegeassistenzsysteme für LKW mit unterschiedlichen Funktionsweisen und Vorteilen. Im Wesentlichen wird zwischen passiven und aktiven Assistenten unterschieden:

Passive Abbiegeassistenten

Passive Hilfsmittel geben dem Fahrer ein akustisches, optisches oder taktiles Signal, sodass der Lenker auf die bevorstehende Gefahrensituation entsprechend reagieren kann. So hat der Kraftfahrer des LKW die Möglichkeit, umgehend und korrekt zu reagieren.

Aktive Abbiegeassistenten

Aktive Assistenzsysteme greifen direkt in das Geschehen ein. Dies reicht von einer Notbremsung bis hin zur Richtungsänderung durch ein Umlenken der Räder. Auch eine Vibration am Lenkrad kann den Fahrer auf eine herannahende Gefahr hinweisen. Schneefall oder witterungsbedingte Verschmutzungen können die Systeme behindern. Dennoch sind die aktiven Abbiegeassistenten, im Vergleich zu passiven Systemen, die bessere Variante.

Drei Systeme, die Gefahren erkennen

Neben der jeweiligen Reaktion des Fahrzeugs, gibt es drei unterschiedliche Systeme, mit denen der Lastkraftwagen die Gefahr erkennt. LKW-Abbiegeassistenten nutzen Radare, Kameras und Software. Alle drei Arten von Assistenzsystemen bieten ausreichend Schutz und können Unfälle verhindern. Sie funktionieren auf folgende Art und Weise:

  • Radare: Radarbasierte Abbiegeassistenzsysteme erkennen jegliche Gegenstände an der Seite des Fahrzeugs. Sie können besonders Fußgänger und Radfahrer herausfiltern.
  • Kamera: Das System mit Kamera verknüpft entsprechende Sensoren. In der Regel geben Kamera und Sensoren ein Warnsignal ab, wenn sie ein Objekt im toten Winkel erkennen.
  • Software: Abbiegeassistenten, die auf einer Software basieren, besitzen ebenso eine Kamera. Durch Farbveränderungen in der Kamera kann das System einen Körper im toten Winkel erkennen und infolgedessen reagieren.

Welche Kosten fallen bei Nachrüstung eines Abbiegeassistenten an?

Die erforderlichen Kosten einer Umrüstung hängen von dem gewählten Abbiegeassistenzsystem ab. Sie können von etwa 800 bis zu 2.000 Euro reichen. Diese sind zu vernachlässigen, wenn Sie bedenken, dass Sie damit weitere Kosten durch Schäden verhindern und sogar Leben schützen können.

Die Investition verringert sich erheblich, wenn Sie als Unternehmer an den Förderungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) teilnehmen. Mit dem Förderprogramm „De-minimis“ und der „Aktion Abbiegeassistent“ ruft das BMVI alle Transportunternehmen dazu auf, ihre Lastkraftwagen mit einem Assistenzsystem auszustatten. Damit können Sie sich eine Förderung von bis zu 1.500 Euro sichern. Für leichte Lastkraftwagen, sprich Nutzfahrzeuge über 3,5 bis 7,49 Tonnen, können Sie die Förderung über das Programm „Abbiegeassistenzsysteme“ beanspruchen. Für mautpflichtige Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen nutzen Sie das Förderprogramm „De-minimis“. Die Voraussetzung ist, dass Sie Güterverkehr oder Werkverkehr betreiben. Den Antrag können Sie hier elektronisch stellen.

Wie kann mein Unternehmen einen Abbiegeassistent nachrüsten?

Die Hersteller von Abbiegeassistenzsystemen arbeiten eng mit den Fahrzeugbauern zusammen. Im Normalfall übernimmt die Vertragswerkstatt den Umbau. Die Garantie sowie Gewährleistung sind dabei inbegriffen. Grundsätzlich ist die Nachrüstung bei jedem LKW möglich – Bildschirme, Sensoren oder Kameras lassen sich in jedes beliebige Fahrzeug nachträglich einbauen. Sie sollten die Umrüstung als Firma aber nicht selbst durchführen. In diesem Fall ist die Funktion nicht gewährleistet und Sie verlieren unter Umständen die Förderung für das Nachrüsten des LKW-Abbiegeassistenten. Außerdem können Sie die entstandenen Kosten von der Steuer abschreiben.

Ist der Einbau von Abbiegeassistenten verpflichtend für Unternehmen?

Die Europäische Union hat den verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten für LKW ab 2022 und die Nachrüstung für Bestandsfahrzeuge ab 2024 angekündigt. Auch Bussen geht es an den Kragen. Sie müssen mit der gleichen Frist ein solches System verbauen.

Das BMVI greift dem bereits vor und schreibt allen Lang-LKW (bestehend aus einem Zugfahrzeug und einem Anhänger) die verpflichtende Verwendung bereits seit Mitte 2020 vor. Demzufolge gilt die entsprechende Verordnung auch für Bestandsfahrzeuge ab 2022 in Deutschland. Wenn Sie als Unternehmer der Einbaupflicht vorgreifen, können Sie von der Teilnahme an einem Förderprogramm profitieren.

Welcher Abbiegeassistent ist der richtige?

Im Grunde funktionieren die verschiedenen Produkte gleich. Dennoch gibt es Unterschiede in der Anwendung, welche die Handhabung beeinflussen können. Wenn möglich, sollten den oder die Lastkraftfahrer in die Kaufentscheidung miteinbeziehen. Schließlich müssen sie das Nutzfahrzeug lenken und alltäglich damit umgehen. Vielleicht hat Ihr Fahrer schon Erfahrung mit einem bestimmten System und kann Ihnen eine Empfehlung aussprechen. Die Sicherheit sollte dabei immer im Vordergrund stehen.

Über die Qualität der einzelnen Assistenzsysteme können Sie sich inTestberichten von verschiedenen Verkehrsclubs, wie dem vom ADAC, überzeugen. Diese nehmen die Zuverlässigkeit, mögliche Fehlauslösung und die praktische Anwendung objektiv unter die Lupe.

Wie zuverlässig sind die Systeme?

Hierbei spielt es eine Rolle, wie gut das System die Gefahr erkennt und wie es den Lenker warnt. Wichtig ist in allen Fällen, dass der Abbiegeassistent die höchste Zuverlässigkeit aufweisen kann. Ist dem nicht so, sinkt die Akzeptanz der Anwender sehr schnell und die Warnung wird unter Umständen künftig nicht ernst genommen.

In der Regel kommt es jedoch kaum zu Fehlauslösungen. Der Abbiegeassistent warnt nur dann, wenn sich tatsächlich ein Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel befindet. Allerdings erkennt die Kamera natürlich keine verdeckten Personen. Auch Nebel und Schnellfall können die Sicht einschränken. Hier springt das Radarsystem ein. Es kann Personen auch hinter einem Gebüsch oder geparkten Autos erkennen. Viele Produkte auf dem Markt weisen positive Testergebnisse vor und erfüllen die Anforderungen des BMVI.

Abbiegeassistenzsysteme für LKW verhindern Unfälle

Ein Abbiegeassistent für LKW kann über Leben und Tod entscheiden. Grund genug, sich als Unternehmer um etwaige Assistenzsysteme für die eigene LKW-Flotte zu kümmern. Es ist auch gesetzlich vorgesehen, einen Abbiegeassistenten nachzurüsten. Als Unternehmer können Sie hier von einer Förderung durch das BMVI profitieren. So halten Sie die Kosten gering und erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich.

Zoll & Export aktuell

Praxis-Informationen für Logistiker und exportierende Unternehmen zu Lagerverwaltung, Exportkontrolle, Haftung, zum richtigen Umgang mit Ihrem Personal und zur Senkung von Treibstoffkosten.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz
Jobs