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Die Zielkostenrechnung: Moderne Formen der Fahrzeugkostenrechnung (Teil 3)

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Von coupling-media,

Bei Diskussionen mit vielen Transportunternehmern über Sinn und Sinnhaftigkeit einer Kostenrechnung kommt immer wieder die Argumentation: „Eine Fahrzeugkostenrechnung ist sinnlos, da die Kunden beziehungsweise der Markt die Preise machen und wir keinen Einfluss auf die Höhe des Entgelts für den Transport haben.“ Für die klassische Form der Kostenrechnung trifft dies zum Teil sicherlich zu, aber es gibt auch die Methode der so genannten Zielkostenrechnung. Mit der Zielkostenrechnung bekommen Sie ein Instrument an die Hand, mit dessen Hilfe Sie bei einem vom Kunden oder vom Markt vorgegebenen Preis leichter entscheiden können, ob Sie den Transport beziehungsweise eine Logistikdienstleistung annehmen können oder ablehnen müssen.

Bei der klassischen Fahrzeugkostenrechnung nach dem System der Vollkostenrechnung rechnen Sie alle fixen und variablen Kosten zusammen, um die Gesamtkosten für das Fahrzeug oder den Auftrag zu ermitteln. Dabei teilen Sie die fixen (festen) Kosten auf den Faktor Zeit (Tag oder Stunde) und die variablen auf die gefahrenen Kilometer auf. Die Vollkostenrechnung beginnt, wie wir Ihnen schon in der Sonderausgabe Winter 2009 ausführlich dargestellt haben, bei den Kostenquellen und endet bei der Berechnung des Break-even-Points (Kosten- Nutzen-Schwelle). Diese Art der Kostenrechnung sollte für Sie nach wie vor die Basis für Ihre Kostenkontrolle sein (die so genannte Posthum-Betrachtung durch die Fahrzeugkostenrechnung). Für eine schnelle Berechnung, ob ein Kundenangebot rentabel ist oder nicht, ist für Sie allerdings die so genannte Zielkostenrechnung (Target Costing - TC) einfacher und hilfreicher.
Die Zielkostenrechnung ist ein Kostenrechnungssystem, das nicht auf die Kostenminimierung bei der Erstellung der Leistung (Transport) abstellt, sondern schon bei der Planung der Leistung (Entwicklungsphase) die Einsparpotenziale realisieren soll. Alle Unternehmensbereiche (Marketing, Planung, Warenumschlag und Transport) werden kostenmäßig auf den erzielbaren Marktpreis zugeschnitten. Hierzu drehen Sie den Kostenbaum um und gehen vom Ziel, das zu erlösende Entgelt, zur Quelle, die Auftragskosten, rückwärts auf den Break-even-Point zu. Sie untersuchen systematisch alle für den Auftrag nötigen Kostenposten, um nach Möglichkeit das gewünschte Ziel, den Marktpreis für den Kunden inklusive der notwendigen Gewinnmarge, zu erreichen.
Systembaum der Vollkostenrechnung fixe Kosten plus variable Kosten plus Gemeinkosten plus auftragsbezogene Fixkosten = Break-even-Point (Kosten- Nutzen-Grenze) plus Gewinnmarge = Angebotspreis
Systembaum der Zielkostenrechnung Angebotspreis durch den Kunden minus Gewinnmarge = erlaubte Zielkosten minus variable Kosten minus auftragsbezogenen Kosten minus fixe Kosten = Zusatzertrag oder Verlust Methode der Zielkostenrechnung
Von dem vom Kunden vorgegebenen Preis (Marktpreis) ziehen Sie zunächst die notwendige Gewinnmarge (den Plangewinn) ab. Als untere Grenze empfehlen wir 5 und als obere Grenze 10 % Gewinnmarge. Von den 10 % sind 4 % Risikozuschlag für unvorhergesehene Ereignisse wie zum Beispiel längere Standzeiten, Unfälle oder nicht eingehaltene Zahlungsziele vorgesehen. 3 % sind die Verzinsung des bereitgestellten Anlage- und Umlaufvermögens wie Fahrzeug, Treibstoff, Maut etc., und die restlichen 3 % sind das notwendige Unternehmerentgelt. Damit haben Sie nun die erlaubten Zielkosten (Kostenobergrenze/allowable costs) ermittelt. Von dieser Summe ziehen Sie im nächsten Schritt die für den Auftrag notwendigen variablen Kosten (kilometerabhängigen Kosten) ab. Das sind zum Beispiel Treibstoff-, Reifen- und Mautkosten.
Nun haben Sie den so genannten Deckungsbeitrag I berechnet. Vom Deckungsbeitrag I ziehen Sie im nächsten Schritt die auftragsbezogenen Kosten ab und erhalten dann den Deckungsbeitrag II. Auftragsbezogene Kosten können etwa besondere Gefahrgutund/ oder Ladungssicherungsausstattungen sowie vereinbarte Standzeiten sein. Nun ziehen Sie die für den Einsatz notwendigen fixen Kosten ab und erhalten dann bei einem Plus einen Zusatzertrag oder bei einem Minus die Höhe der Einsparungen, die Sie vornehmen müssen, um den Auftrag durchführen zu können.

Können Sie trotz Ausschöpfung aller Einsparpotenziale und Berechnung mit „spitzem Bleistift“ keine Null erreichen, sollten Sie die Finger von dem Auftrag lassen, denn dann bedeutet dieses Minus zumindest keine Gewinnmarge oder, je nach Minushöhe, gar einen Verlust!
Denn Sie wissen ja: Von „Luft und Liebe“ kann man auf Dauer nicht leben. Viele Transportunternehmer haben in der Vergangenheit Teile ihres Vermögens den Kunden geschenkt, obwohl sie nicht zur Caritas gehören, nur weil sie den Auftrag nicht vorher berechnet haben. Zur Umsetzung der Zielkostenrechnung reicht eine einfache Excel-Tabelle, wenn Sie die Daten Ihrer Fahrzeugkosten schon einmal berechnet haben.

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