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Fahrerqualifikation: Übergangsfrist läuft im September aus

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Fahrer müssen gut ausgebildet sein, um ihren Pflichten richtig nachgehen zu können. Dieser Meinung ist auch der Gesetzgeber und hat bereits 2006 das so genannte Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) erlassen, das zum Oktober letzten Jahres in Kraft getreten ist. Allerdings gab es hier noch eine Übergangsfrist, die zum 10. September dieses Jahres ausläuft. Ab diesem Zeitpunkt ist das BKrFQG sozusagen ‘scharf gestellt. Wer als Fahrer dann die notwendigen Prüfungen und Zusatzqualifikationen nicht vorweisen kann, darf auch nicht mehr fahren.Wie so vieles, was Sie als Fuhrparkverantwortlicher so richtig beschäftigt, geht auch das neue BKrFQG auf eine EU-Richtlinie zurück. Es schreibt nämlich die so genannte Grundqualifikation vor. Das Gesetz wurde bereits am 15.7.2003 vom Europarat verabschiedet und 2006 in nationales Recht überführt. Es gilt für alle Fahrerinnen und Fahrer, die Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 3,5 Tonnen im gewerbsmäßigen oder geschäftsmäßigen Verkehr bewegen, und für Busfahrer, die Busse mit mehr als 8 Sitzplätzen fahren. Für Busfahrer ist dieses Gesetz übrigens schon seit dem 10. Oktober letzten Jahres zwingend.Was dies für Sie als Fuhrparkverantwortlicher bedeutet, welche Fahrer davon betroffen sind und wie Sie diese jetzt fit für die neuen Anforderungen machen, zeigt Uwe E. Wirth, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes LogistikManager.

Tipp: Alte Hasen hinter dem Steuer brauchen sich übrigens zunächst nicht um das neue Gesetz und die vorgeschriebene Grundqualifikation zu kümmern. Sie müssen nämlich - im Gegensatz zu Fahrern, die ihren Führerschein nach September 2009 erwerben, nur alle 5 Jahre zu einer Weiterbildung antreten. Dies wäre also im Jahr 2014. Für Busfahrer gilt als Stichtag September 2008, also müssen Busfahrer bereits 2013 zur Weiterbildung antreten.
Diese Fahrer trifft die Pflicht zur Weiterbildung Grundsätzlich müssen alle Fahrer, die selbständig oder im Angestelltenverhältnis im gewerblichen oder geschäftsmäßigen Kraftverkehr tätig sind und
- die Deutsche Staatsangehörigkeit besitzen,
- Staatsangehörige eines anderen Mitgliedsstaats oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraums sind oder
- Angehörige eines Drittstaats oder eines Vertragsstaats des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraums sind, zusätzlich zum gültigen Führerschein eine Weiterbildung vorweisen.
Diese Führerscheinklassen sind betroffen
Das Gesetz gilt für Fahrer im Güterkraftverkehr mit den folgenden Führerscheinklassen:
C1: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t und höchstens 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Anhängern bis 750 kg
C1E: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t und höchstens 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Anhängern über 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeugs und die zulässige Gesamtmasse der Kombination 12.000 kg nicht überschreitet
C: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t und höchstens 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Anhängern bis 750 kg CE: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t und höchstens 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Anhängern über 750 kg
Tipp: Für das Führen folgender Fahrzeuge wird keine Qualifikation benötigt:

  • Kraftfahrzeuge, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit 45 Kilometer pro Stunde nicht überschreitet.
  • Kraftfahrzeuge, die von der Bundeswehr, der Truppe und dem zivilen Gefolge der anderen Vertragsstaaten des Nordatlantikpaktes, den Polizeien des Bundes und der Länder, dem Zolldienst sowie dem Zivil- und Katastrophenschutz und der Feuerwehr eingesetzt werden oder ihren Weisungen unterliegen.
  • Kraftfahrzeuge, die zur Notfallrettung von den nach Landesrecht anerkannten Rettungsdiensten eingesetzt werden.
  • Kraftfahrzeuge, die zum Zwecke der technischen Entwicklung oder zu Reparatur oder Wartungszwecken oder zur technischen Untersuchung Prüfungen unterzogen werden,
  • in Wahrnehmung von Aufgaben, die den Sachverständigen oder Prüfern im Sinne des Paragrafen 1 des Kraftfahrsachverständigen-Gesetzes oder der Anlage VIIIb der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung übertragen sind, eingesetzt werden oder
  • neu oder umgebaut und noch nicht in Betrieb genommen worden sind.
  • Kraftfahrzeuge zur Beförderung von Material oder Ausrüstung, das der Fahrer oder die Fahrerin zur Ausübung des Berufs verwendet, sofern es sich beim Führen des Kraftfahrzeugs nicht um die Hauptbeschäftigung handelt. Hierunter fallen auch Beförderungen nach Paragraf 2 Absatz 1 Nr. 6 und 7 des Güterkraftverkehrsgesetzes.


So kommen Fahrer zur Grundqualifikation
Eine Grundqualifikation müssen Führerschein- Neulinge erbringen, die bis zum 10. September 2009 noch keine entsprechende Fahrerlaubnis erworben haben.
Die Grundqualifikation wird erworben durch:

  • den Abschluss einer Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer oder eines staatlich anerkannten Ausbildungsberufes, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden oder das erfolgreiche Ablegen einer theoretischen und praktischen Prüfung bei der örtlich zuständigen Industrie und Handelskammer (IHK).


Die theoretische Prüfung (240 Minuten) besteht aus:

  • Multiple-Choice-Fragen
  • Fragen mit direkter Antwort
  • einer Erörterung von Praxissituationen

Die praktische Prüfung dauert 210 Minuten und besteht aus:

  • Fahrprüfung von 120 Minuten
  • einem praktischen Prüfungsteil von 30 Minuten
  • einer Prüfung kritischer Fahrsituationen von maximal 60 Minuten

Zum Erwerb der Grundqualifikation ist nur zugelassen, wer die jeweils erforderliche Fahrerlaubnis besitzt. Die Teilnahme an einem Vorbereitungsunterricht ist für den Erwerb der Grundqualifikation nicht vorgeschrieben. Für Inhaber von Fachkundenachweisen gemäß der Berufszugangsverordnung für den Güterkraftverkehr sehen die Vorschriften Erleichterungen bezüglich der theoretischen Prüfung vor.
Die beschleunigte Grundqualifikation kann durch die Teilnahme am Unterricht bei einer anerkannten Ausbildungsstätte und das erfolgreiche Ablegen einer theoretischen Prüfung bei einer IHK erworben werden. Der Unterricht dauert insgesamt 140 Stunden zu je 60 Minuten. Die schriftliche Prüfung dauert 90 Minuten. Für Inhaber von Fachkundenachweisen gemäß der Berufszugangsverordnung für den Güterkraftverkehr sind Erleichterungen bezüglich der Teilnahme am Unterricht und der Prüfung vorgesehen. Der vorherige Erwerb der jeweiligen Fahr -erlaubnis ist nicht Voraussetzung für die beschleunigte Grundqualifikation.
Im nächsten Teil zeigen wir Ihnen, wie Fahrer zur Weiterbildung kommen.

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