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Fuhrparkrecht: Nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haben Sie bei Falschbetankung eine Chance auf Schadenersatz

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Gerade bei Poolfahrzeugen kommt es häufig vor, dass statt Diesel Benzin oder Super getankt wird. Wenn dann noch der Motor gestartet wird, ist der Schaden in der Regel groß. Deshalb sollten Sie gerade bei diesen Fahrzeugen vor der Übergabe auf den benötigten Treibstoff hinweisen. Denn sonst bleiben Sie - bzw. Ihre Firma - im Zweifelsfall auf den gesamten Reparaturkosten sitzen. Der LogistikManager gibt im folgenden Beitrag Tipps, wie Sie sich vor einer solch folgenschweren Fehlbetankung schützen.

An sich sollte man meinen, Fehlbetankungen gehörten der Vergangenheit an. Die dickeren Diesel-Zapfhähne passen schließlich nicht mehr in die Einfüllstutzen moderner Benzin- und Superfahrzeuge. Die Hähne der Otto-Kraftstoffe hingegen rutschen problemlos in die Stutzen von Dieselfahrzeugen. Und hier nimmt das Drama schnell seinen Lauf: Die Fehlbetankung wird nicht bemerkt, der Motor gestartet und schon ist ein längerer Werkstattbesuch angesagt. Denn heutige Dieselmotoren sind kleine technische Wunderwerke, die nur noch das Zündungsprinzip mit ihren indirekt einspritzenden Ahnen gemeinsam haben. Otto-Kraftstoff hat nämlich - im Gegensatz zu Diesel - keine Schmiereigenschaften. Eher das Gegenteil ist der Fall: Wo sich noch ein Rest Diesel an den Motorteilen befindet, wäscht Benzin diesen gründlich weg; die Folge ist ein oft kapitaler Motorschaden.

So verhindern Sie Fehlbetankungen



Hat sich ein Dienstwagennutzer ein Dieselfahrzeug ausgesucht, kommt das Thema Fehlbetankung eher selten vor. Bei Poolfahrzeugen aber wissen die Fahrer oft nicht, nach welchem Prinzip das Antriebsaggregat arbeitet, und greifen zum vom Privatfahrzeug gewohnten Zapfhahn. Wir häufig solche Fälle sind, zeigt übrigens die Pannenstatistik des ADAC. Im Jahr 2007 haben die Gelben Engel allein weit über 5.000 dieser Fälle gezählt. Kontrollieren Sie bei Diesel-Poolfahrzeugen deshalb immer, ob diese 2 Dinge gegeben sind:

  • Ist am Tankstutzen jedes Fahrzeugs ein deutlicher Hinweis auf den zu tankenden Kraftstoff vorhanden?
  • Werden die Fahrer bei der Fahrzeugübergabe auf den zu tankenden Kraftstoff hingewiesen?

Bei neuen Fahrzeugen ist zwar immer ein entsprechender Hinweis in der Tankklappe angebracht, doch wird dieser häufig nicht gelesen. Deshalb ist es eine gute Idee, einen unübersehbaren Hinweis, der bereits vor dem Öffnen der Tankklappe ins Auge springt, anzubringen. Der Handel bietet solche Aufkleber an. Außerdem empfiehlt sich eine Kontrolle, ob der ab Werk in der Klappe angebrachte Hinweis noch vorhanden ist. Auch bei der Fahrzeugübergabe sollten Sie einen besonderen Checkpunkt bezüglich des zu tankenden Kraftstoffs in das Übergabeprotokoll aufnehmen. Dies gilt insbesondere bei wechselnden Fahrern und Poolfahrzeugen. Schärfen Sie diese Verhaltensmaßregeln jedem Fahrer ein Doch egal, wie sorgfältig Sie Ihre Mitarbeiter bezüglich des Tankens instruieren: Irgendwann passiert ein solcher Fehler. Zum Glück bemerken viele Fahrer ihr Missgeschick oder werden von anderen darauf hingewiesen. In diesem Fall ist zwar ein Schaden entstanden, der sich aber in überschaubaren Grenzen hält - wenn der Motor nicht gestartet wird. Und genau hierauf müssen Sie jeden Fahrer ausdrücklich und nachhaltig hinweisen, wenn Sie nicht auf einem großen Schaden sitzen bleiben wollen. Denn wenn der Motor noch nicht gelaufen ist, muss nur der falsche Treibstoff abgepumpt und der Tank gereinigt werden. Dies ist mit etwa 300 € noch recht erschwinglich.

Tipp
Nehmen Sie diese Belehrung auch in das Übergabeprotokoll auf, und lassen Sie sich die Kenntnisnahme grundsätzlich per Unterschrift bestätigen. Setzt der Fahrer sich nichts ahnend hinters Steuer und startet den Motor, ist ein schwerer Motorschaden fast sicher. Nur selten können Sie nach Fehlbetankungen den Schaden abwälzen.

Leider stehen die Chancen, den Schaden ersetzt zu bekommen, ziemlich schlecht. Denn die Tankstelle wird - da es den klassischen Tankwart kaum noch gibt - jede Schadenersatzhaftung nach §§ 280 und 241 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ablehnen, da bei Selfservice kein Verschulden nachzuweisen ist.

Auch den Autohersteller und Ihre Versicherung werden Sie kaum in Anspruch nehmen können. Sogar wenn noch die Herstellergarantie gilt, ist der Hersteller aus dem Schneider, da er solche Fälle explizit aus der Garantieleistung ausschließt. Die Vollkaskoversicherung deckt solche Betriebsschäden ebenfalls nicht ab. Da sollten Sie es gar nicht erst versuchen; nach entsprechenden Urteilen sind Sie hier chancenlos. (BGH 25.6.2003, Az.: IV ZR 322/02)

Einzig den Fahrer können Sie unter Umständen am Schaden beteiligen. Und auch dies nur in begrenztem Umfang. Denn erstens müssen Sie ihm grobe Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz nachweisen, und zweitens können Sie ihn in der Regel nur an der Schadenregulierung beteiligen. Denn hier greift der so genannte innerbetriebliche Schadenausgleich. Ziel dieses Ausgleichs ist, die Existenz eines Mitarbeiters nicht zu gefährden. So begrenzen Gerichte die Haftung von Mitarbeitern in der Regel auf einen Maximalbetrag von 3 Monatsgehältern

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