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Gefahrguttransporte: Was Sie jetzt über die ADR 2009 wissen müssen (Teil 1)

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Als erfahrener Fuhrpark-Verantwortlicher wissen Sie: Gefahrguttransporte unterliegen in der EU strengen Vorschriften. Und diese werden mit schöner Regelmäßigkeit überarbeitet. So ist es auch jetzt, denn die Neufassung der ADR trat zum Jahreswechsel in Kraft. Der Gesetzestext der im Bundesgesetzblatt vom 22.9.2008 abgedruckt wurde, umfasst gut 260 Seiten und ist äußerst schwer durchzuarbeiten, da teilweise nur die textlichen Änderungen zur alten ADR aufgeführt werden. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Weisungen, die Sie Ihren Fahrern mit auf den Weg geben müssen. Diese sind nämlich sehr detailliert und müssen in schriftlicher Form mit an Bord sein. Der LogistikManager hat für Sie in dieser Artikelserie die wichtigsten Änderungen zusammengetragen:

Übergangsfrist bis 1.7.2009


Die neue ADR 2009 trat zum Jahreswechsel in Kraft, aber der Gesetzgeber räumt Ihnen noch eine Übergangsfrist bis zum 1.7.2009 ein. In dieser Zeit dürfen Gefahrguttransporte noch nach der alten ADR abgewickelt werden. Die neuen Regelungen basieren übrigens auf der Weiterentwicklung der UN-Vorschriften, dem UN-Handbuch ‘Prüfungen und Kriterien’ für die Klassifizierung, dem ‘Global harmonisierten System der Klassifizierung und Kennzeichnung von Chemikalien’ (GHS) sowie auf Änderungen und Korrekturen des zuständigen UN-Gremiums.

Neuerungen in Abschnitt 5.4.3: So verhalten sich Ihre Fahrer nach Unfällen richtig
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Verhalten von Fahrern nach Unfällen und in sonstigen Notsituationen. Dieser Bereich wurde erheblich überarbeitet und konkretisiert. Es reicht beispielsweise nicht aus, wenn Sie diese Vorschriften und Verhaltensregeln Ihren Fahrern zur Kenntnis bringen, sondern sie müssen sich in schriftlicher Form gut zugänglich in der Fahrerkabine jedes Gefahrguttransports befinden. Stellen Sie außerdem folgende Punkte sicher:

  • Die Weisungen müssen in einer für die Fahrzeugbesatzung verständlichen Sprache abgefasst sein.
  • Besteht die Fahrzeugbesatzung aus Personen aus unterschiedlichen Sprachräumen (Stichwort: Fahrerwechsel bei internationalen Transporten), dann müssen die Anweisungen in der jeweiligen Sprache vorhanden sein.
  • Vergewissern Sie sich, dass die Fahrzeugbesatzung den Inhalt des Merkblatts verstanden hat.
  • Die Fahrzeugbesatzung muss die Anweisungen in jedem Fall auch umsetzen können.
  • Vor Fahrtantritt hat sich jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung über die geladenen Gefahrgüter zu informieren und die schriftlichen Anweisungen hierzu einzusehen. Insbesondere müssen sie wissen, was bei einem Unfall zu unternehmen ist.
  • Die Weisungen müssen nach einem festgelegten Muster und festgeschriebenem Inhalt gestaltet sein.


So sieht eine korrekte Anweisung aus
Für Unfälle oder sonstige Zwischenfälle schreibt das Merkblatt genau vor, was die Fahrzeugbesatzung zu unternehmen hat, etwa wie das Fahrzeug zu sichern ist und welche Brände die Besatzung überhaupt bekämpfen darf.

Diese Ausrüstung muss sich immer an Bord befinden
Damit die Fahrzeugbesatzung die obigen Anweisungen auch erfüllen kann, schreibt die ADR 2009 genau vor, welche Ausrüstungsgegenstände immer mit an Bord sein müssen. Einige dieser Punkte gelten generell, einige Ausrüstungsgegenstände hingegen sind abhängig von der Ladung. So ist bei Stoffen, die nur mit den Gefahrgutzetteln nach 2.3 (Giftige Gase) und 6.1 (Giftige Stoffe) transportiert werden dürfen, eine Notfallfluchtmaske (Gas- und Staubmaske) vorgeschrieben.

Das muss unabhängig von der Ladung im Fahrzeug sein:

  • ein Unterlegkeil pro Fahrzeug, der auf Gewicht und Raddurchmesser passt
  • 2 selbst stehende Warnzeichen (Warndreieck, Warnlampe)
  • gegebenenfalls Augenspülflüssigkeit


Folgende Ausrüstungsgegenstände braucht jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung:

  • eine Warnweste nach DIN 471
  • ein tragbares Beleuchtungsgerät (Taschenlampe)
  • ein Paar Schutzhandschuhe
  • Augenschutzeinrichtung (Schutzbrille)


Für bestimmte Klassen von Gefahrstoffen ist diese zusätzliche Ausrüstung notwendig:

  • für die Gefahrzettelnummern 2.3 und 6.1 je eine Notfallfluchtmaske (Gas- und Staubmaske mit Kombinationsfilter des Typs A1B1E1K1-P1 oder A2B2E2K2-P2 nach derNormEN141)
  • eine Schaufel (bei Gefahrgutzettel 3, 4.1, 4.3, 8 und 9)
  • eine Kanalabdeckung (bei Gefahrgutzettel 3, 4.1, 4.3, 8 und 9)
  • ein Auffangbehälter aus Kunststoff (bei Gefahrgutzettel 3, 4.1, 4.3, 8 und 9)


Weiter zu Teil 2 dieses Beitrages

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