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Mit einfachen Mitteln kostspielige LKW Reifenpannen vermeiden

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Reifen
Urheber: Coloures-Pic | Fotolia

Von Dagmar Wäscher ,

Die Reifen Ihrer Lkw machen eine ganze gewichtige Rolle in Ihrem Unternehmen. Denn sind sie nicht mehr in Ordnung, steht Ihr Lkw still und verursacht so enorme Verzögerungen und Kosten. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie mit einfachen Mitteln Reifenpannen vermeiden und so Zusatzkosten verhindern.

Rund ein Drittel aller Pannenfälle, die bei der ADAC TruckService-Hotline eingehen, sind auf Reifenschäden zurückzuführen. "In den seltensten Fällen platzt ein Reifen ohne Vorwarnung. Meist kapituliert das Material infolge von Überhitzung und Überlastung. Die Ursachen liegen jedoch oft anderswo", so Werner Renz, Geschäftsführer des ADAC TruckService GmbH & Co. KG, Laichingen.

Mit regelmäßigen Reifenkontrollen beugen Sie vor und ersparen sich unnötige Zeit- und Kostenfresser

Wenn Sie diese 8 Kontrollaspekte regelmäßig beachten, können Sie viele Reifenpannen vermeiden.

  1. Prüfen Sie den Reifenluftdruck alle 14 Tage.

  2. Führen Sie regelmäßige Sichtprüfungen auf Fremdkörper in Reifen durch.

  3. Achten Sie auf Risse oder sonstige Beschädigungen.

  4. Lassen Sie notwendige Reparaturen umgehend durchführen.

  5. Checken Sie die Profiltiefe der Reifen 1-mal pro Monat.

  6. Achten Sie auf das Reifenalter, denn alte Reifen sind nicht mehr sicher. Dies betrifft insbesondere Reservereifen, die älter als 5 bis 6 Jahre sind.

  7. Prüfen Sie, ob Reifen einseitig abgefahren sind. Eine Spureinstellung kann dies beheben.

  8. Achten Sie darauf, dass die Reifen richtig ausgewuchtet sind. Auswuchten vermeidet eine vorzeitige Abnutzung der Reifen und schützt die Aufhängung, das Lenksystem und die Lager des Fahrzeugs.

Praxishinweis: Fügen Sie in Ihrer Abfahrtskontrolle für Ihre Fahrer einen besonderen Punkt "Reifenkontrolle" ein. Dieser sollte alle 8 o. g. Aspekte enthalten.

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Der richtige Reifendruck ist das A und O gegen Pannen

Der Reifendruck sollte Ihre besondere Aufmerksamkeit haben, denn nur mit dem richtigen Reifenluftdruck sind Ihre Fahrer sicher und wirtschaftlich unterwegs. Sowohl ein zu geringer wie auch ein zu hoher Reifenluftdruck führen zu Problemen, wie die Übersicht von www.kfz-teile-service.de/lexikon in der unten stehenden Tabelle zeigt.

Wenn Sie sich an die vom Reifenhersteller vorgegebenen Reifendrücke halten und die o. g. Punkte vermeiden, können Sie langfristig wirtschaftlicher unterwegs sein.

Wie Ihre Fahrer bei einem Reifenschaden richtig reagieren

Ein Reifenplatzer verursacht einen lauten, fast explosionsartigen Knall, peitschenartig herumschleudernde Teile und reichlich Rauchentwicklung. Grundsätzlich gilt laut ADAC TruckService: Ruhe bewahren und eine Vollbremsung vermeiden. Richtig ist, den Lkw ausrollen zu lassen, gegebenenfalls mit dosierten Zwischenbremsungen.

Im Gegensatz zum Hinterreifen kündigt sich ein Defekt am Vorderreifen an: Verliert beispielsweise ein Vorderreifen Luft, lässt sich das Fahrzeug zunehmend schwerer lenken. Verändert sich das Lenkverhalten während der Fahrt, gilt es, sofort anzuhalten, die Vorderreifen zu prüfen oder eine Werkstatt anzufahren.

Platzt ein Hinterreifen, kann der Fahrer meist gefahrlos anhalten. Ein Reifenplatzer an der Vorderachse führt dagegen zu einem abrupten Richtungswechsel. In diesem Fall möglichst schnell, aber dosiert bremsen und eine Vollbremsung vermeiden.

Fängt ein Reifen Feuer, liegt die Reaktion im Ermessen des Fahrers. Der ADAC Truck-Service rät dazu, möglichst beherzt auf dem Standstreifen weiterzufahren, bis sich der brennende Pneu von der Felge gelöst hat (Schritttempo bei brennenden Vorderreifen). Anschließend das Fahrzeug abstellen, Sattelzugmaschine abkoppeln und ca. 20 m entfernt abstellen.

Hält der Fahrer sofort an, greift mit hoher Wahrscheinlichkeit das Feuer auf den Auflieger über und der Lkw brennt vollständig ab. Bei Feuer gilt: Zuerst die Polizei informieren. Sie verfügt über ein Feuerwehr-Alarmierungssystem und informiert außerdem die Autobahnmeisterei.

Praxishinweis: Geben Sie diese praktischen Tipps des ADAC Truck-Service an Ihre Fahrer weiter.

3 wichtige Rechts-Tipps zur Bereifung Ihrer Fahrzeuge

1. Verwendung anderer als der in den Fahrzeugpapieren angegebenen Reifen

In der Zulassungsbescheinigung I wird nur eine zulässige Reifengröße vermerkt, obwohl i. d. R. Reifen verschiedener Größen verwendet werden dürfen. Diese müssen Sie dann vom Hersteller oder Händler erfragen. Allein die Verwendung von Reifen einer Größe, die in den Kfz-Schein nicht eingetragen ist, führt nicht mehr zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Hierfür müssten die Voraussetzungen des § 19 Abs. 3 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vorliegen.

2. Grobe Fahrlässigkeit und Gefahrerhöhung

Ist die erforderliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm (§ 36 Abs. 2 Satz 4 StVZO) unterschritten, kann beim Fahren mit abgefahrenen Reifen eine Leistungsfreiheit sowohl unter dem Gesichtspunkt der Gefahrerhöhung (§§ 23 ff. VVG) als auch wegen grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls in Betracht kommen. Die Gefahrerhöhung muss allerdings einen gewissen Dauerzustand aufweisen. Für Sie als Halter gilt jedoch, dass die unterlassene Kontrolle der Reifen regelmäßig den Vorwurf groben Verschuldens nicht rechtfertigt.

3. Reifen und Abfahrtskontrolle

Die Reifen des Kraftfahrzeugs müssen ständig überprüft werden. Das ist schon seit vielen Jahren herrschende Rechtsprechung, wenn es um die Verantwortung von Halter und Fahrer geht. Insbesondere ist die Überprüfung vor Antritt jeder Fahrt erforderlich. Weisen Sie Ihre Fahrer darauf hin, dass sie von dieser Verpflichtung selbst dann nicht entbunden sind, wenn sie annehmen können, dass die Beschaffenheit der Reifen auch von anderer Seite kontrolliert worden ist.

Übersicht: Folgen von falschem Reifendruck

Folgen von zu geringem Reifenluftdruck

  • der Reifen hat nur noch auf den Reifenschultern Kontakt zur Fahrbahn
  • starke Erwärmung durch erhöhte Walkarbeit und somit Gefahr von Reifenschäden (vom Sägezahn bis zur totalen Zerstörung)
  • erhöhter, ungleichmäßiger Verschleiß im Bereich der Reifenschultern und somit geringere Laufleistung
  • Erhöhung des Kraftstoffverbrauchs durch größeren Rollwiderstand
  • schlechtere Haftung durch Verkleinerung der Aufstandsfläche, geringere Fahrstabilität und Haftung, dadurch sind
nur geringere Kurvengeschwindigkeiten möglich und der Bremsweg verlängert sich

Folgen von zu hohem Reifenluftdruck

  • der Reifen hat nur noch mittig Kontakt zur Fahrbahn
  • Senkung des Dämpfungsvermögens der Reifen und somit höhere Beanspruchung der Stoßdämpfer und Verschlechterung des Komforts
  • schlechtere Haftung durch Verkleinerung der Aufstandsfläche, somit geringere Fahrstabilität und Haftung, dadurch sind nur geringere Kurvengeschwindigkeiten möglich und der Bremsweg verlängert sich
  • erhöhter, ungleichmäßiger Verschleiß in der Mitte der Lauffläche und dadurch eine geringere Laufleistung
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