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Mitarbeiterhaftung bei selbstverschuldeten Unfällen

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Handelt ein Mitarbeiter grob fahrlässig, so können Sie ihn für den dabei entstandenen Schaden in die Haftung nehmen. Doch nicht immer muss der Schadenverursacher für den gesamten Schaden geradestehen.

Hier spielen nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Kiel auch Dinge wie beispielsweise das Gehalt des Unfallverursachers sowie seine Erfahrung eine Rolle, das berichtet der Fachinformationsdienst LogistikManager.

Der Fall: Im vom Gericht entschiedenen Fall war ein Fahrer noch nicht einmal 1 Monat bei einer Spedition beschäftigt, als er mit einem Sattelzug seines Arbeitgebers mit 93 Stundenkilometern über eine Landstraße fuhr, in einer Kurve prompt die Kontrolle über sein Gespann verlor und die Fahrt im Straßengraben beendete.

Die Zugmaschine war vollkaskoversichert, der 14 Jahre alte Auflieger, der nur noch Schrottwert hatte, dagegen nicht. Die Spedition verlangte deshalb eine Selbstbeteiligungfür die Zugmaschine und die versicherte Ladung, den Restwert des Aufliegers, die Bergungskosten und den Höherstufungsschaden bei der Versicherung von dem Unglücksraben ersetzt. Insgesamt forderte das Unternehmen vor Gericht knapp 30.000 Euro.

So entschieden die Richter:

Das LAG Kiel schob dieser Forderung einen Riegel vor. Der Fahrer stand zum Unfallzeitpunkt nach Ansicht des Gerichts gerade am Beginn seiner Berufstätigkeit, sei erst seit 15 Monaten im Besitz der Lkw-Fahrerlaubnis und verdiente lediglich 1.300 Euro brutto monatlich. Bei einer vollen Verpflichtung zum Schadenersatz müsse er die Forderung seines Arbeitgebers über mehrere Jahrzehnte abzahlen.

Obwohl der Fahrer grob vorsätzlich gehandelt habe, sei seine Haftungspflicht daher auf die Höhe von 4 Brutto-Monatsgehältern zu begrenzen (LAG Kiel, Urteil vom 14.9.2011, Az. 3 Sa 241/11).

Tipp: Versuchen Sie in ähnlich gelagerten Fällen niemals, einen Mitarbeiter in die volle Haftung zu nehmen. Sie werden mit Sicherheit spätestens vor Gericht scheitern.

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