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Schadensmeldung: Fallstricke vermeiden, schneller ans Geld kommen (Teil 1)

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Immer wieder versuchen Versicherungen, nach Unfällen die Regulierung zu verschleppen, weil aus ihrer Sicht die Schadenmeldung zu wünschen übrig ließ. Unser zweiteiliger Beitrag zeigt einige der gefährlichsten Fallstricke in Sachen Schadensmeldung auf - und liefert wertvolle Praxistipps, wie Sie Ärger mit der Versicherung vermeiden.

Wird eines Ihrer Fahrzeuge gestohlen oder bei einem durch den Fahrer selbst verschuldeten Unfall beschädigt, ist das ein Fall für die Teilkasko- oder hoffentlich zusätzlich abgeschlossene Vollkaskoversicherung. Doch immer häufiger wissen Kollegen davon zu berichten, dass es bei der Schadenabwicklung unvorhergesehene Probleme gab. Dabei kommt es nicht nur bei eigenen, sondern auch immer häufiger bei Leasing-Fahrzeugen zu Verzögerungen bei der Regulierung. Die Versicherer scheinen bei solchen Schadenmeldungen zunehmend kritisch zu agieren und fragen auch bei kleineren Fällen genauer nach.

Versuchen Sie niemals, Vorschäden zu verheimlichen!

Oft entstehen Rückfragen oder auch genauere Prüfungen seitens der Versicherungen aus der Tatsache heraus, dass Schadenmeldungen nicht mit der notwendigen Sorgfalt beziehungsweise dem gebotenen Sachverstand behandelt wurden. So gibt es viele Fahrzeugverantwortliche, die nach einem Unfall oder Schaden einem Fahrer die mühselige Arbeit der Schadenmeldung abnehmen wollen.

Das ist an sich eigentlich eine noble Idee, doch wann haben Sie das Fahrzeug vor dem Unfall das letzte Mal gesehen? Wenn dies nämlich schon eine Weile her ist, wissen Sie oft auch nichts von dem Vorschaden, der beispielsweise bei einer kleinen Parkrempelei entstanden ist und den der Fahrer nicht gemeldet hat.

Und so füllen Sie allzu leicht vorschnell unter Vorschäden ein kleines, aber bedeutungsvolles "keine" ein. Schickt dann die Versicherung einen Gutachter in die Werkstatt, ist der Ärger geradezu programmiert. Die Assekuranz kann dann nämlich geneigt sein, einen Versicherungsbetrug zu wittern und die Regulierung zu verweigern oder zumindest zu verzögern.

Auch beim Full-Service-Leasing meldet meistens die Leasing-Gesellschaft den Schaden und füllt die Schadenmeldung aus. Doch woher soll der Mitarbeiter wissen, in welchem Zustand sich das Fahrzeug vor dem Schadeneintritt befand? Auch bei den tatsächlichen Laufleistungen wird oft nicht der korrekte Wert angegeben, sondern mehr oder weniger großzügig geschätzt. Hier liefert der Meldende der Versicherung unwissentlich Munition, mit der die Regulierung verweigert werden kann.

Denn wenn die betreffende Assekuranz von einem Vorschaden, einer falschen Kilometerangabe oder auch von falschen Aussagen zum Unfallhergang erfährt, wird sie den Schadenausgleich mit ziemlicher Sicherheit zunächst einmal verweigern.

Und hier verstehen auch die Gerichte keinen Spaß und geben in der Regel der Versicherung in solchen Fällen Recht. Als Beispiel sei hier ein Fall genannt, der beim Bundesgerichtshof (BGH) entschieden wurde. Hier wurde ein Fahrzeug gestohlen, und der Versicherungsnehmer gab bei der Schadenmeldung an, das Fahrzeug sei unfallfrei und er hätte auch niemals von einem Dritten Schadenzahlungen erhalten. Tatsächlich hatte der Wagen bei einem vorhergehenden Unfall einen Schaden abbekommen, für den die gegnerische Versicherung auf Gutachterbasis aufkam.

Was der Fahrzeughalter nicht wusste: Versicherungen können sich über die so genannte Uniwagnis-Datei von allen Schadenregulierungen, die von den Autoversicherern abgewickelt wurden, recht einfach detaillierte Informationen verschaffen. So auch in diesem Fall. Als Folge verweigerte die Versicherung die Regulierung mit dem Argument der nicht befolgten Aufklärungsobliegenheit des Halters. Die Richter sahen dies genauso und gaben der Versicherung Recht. (BGH, Urteil vom 17.1.2007, Az. IV ZR 106/06)

Vorschau: 8 konkrete Praxistipps, was Sie bei der Schadensmeldung beachten sollten um schneller an Ihr Geld zu kommen und Ärger zu vermeiden, lesen Sie in Teil 2 dieses Beitrags.

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