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Serie Alternative Antriebsformen (Teil 1): Biodiesel

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Die Klimakatastrophe gehört derzeit zu den Themen, über die am intensivsten in den Medien berichtet wird. Damit wächst der Druck auf Unternehmen, verstärkt auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu achten. Das betrifft in besonderem Maße auch den Fuhrpark: Bei Fahrzeugen, die nicht den neuesten Vorgaben entsprechen, drohen Strafen und Bußgelder.

Doch auch aus einem anderen Grund wird es für Fuhrparkleiter in Zukunft unvermeidlich sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen, schließlich haben sich die Treibstoffpreise in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht, deshalb ist es auch kostentechnisch notwendig, ständig andere Möglichkeiten zu prüfen.

Dieser Sachverhalt zwingt einen modernen Fuhrpark-Verantwortlichen, immer wieder nach Alternativen zum herkömmlichen Treibstoff zu suchen. Um Ihnen die Auswahl etwas zu erleichtern, stellt Ihnen die Redaktion vom LogistikManager in dieser und den kommenden Ausgaben Alternativen zu Diesel und Benzin mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Das Thema heute ist "Biodiesel statt Standarddiesel in Ihrem Fuhrpark".

Rapsmethylester als Treibstoff
Kaum ein Treibstoff ist so umstritten wie der so genannte Biodiesel. Der große Vorteil von Biodiesel, der an den Zapfsäulen bislang deutlich weniger als traditioneller Diesel kostet, hat dazu geführt, dass inzwischen viele Fuhrparks diesen so genannten „gelben Stoff“ einsetzen. Einige Probleme im Umgang mit Biodiesel liegen in den besonderen Eigenschaften dieses Stoffes. Biodiesel wird chemisch als Rapsmethylester (kurz RME) bezeichnet.

Die Veresterung des reinen, kaltgepressten Rapsöls mit Methylalkohol verleiht dem Pflanzenöl eine dem Diesel ähnliche Fließfähigkeit. Damit erst erfüllt dieser Kraftstoff die Voraussetzung für den Einsatz in modernen Direkteinspritzer-Dieselmotoren.

Achtung: Nicht alle Fahrzeuge vertragen den Kraftstoff Biodiesel (RME)! In der Vergangenheit wurden immer wieder Schäden am Kraftstoffsystem oder/und an der Einspritzpumpe bzw. den Einspritzdüsen festgestellt. Verursacht wurden derartige Schäden durch die zersetzende Wirkung des RME auf bestimmte Weichmacher, die in einigen Kunststoffarten und Gummimischungen enthalten sind. Werden allerdings Kunststoffe, die auf Fluorelastomeren basieren, verwendet, gibt es diese Probleme nicht.

Tipp: Idealerweise sollten Sie mit dem Fahrzeughersteller/ Fahrzeugverkäufer bei der Beschaffung des Wagens über diesen Sachverhalt reden. Fragen Sie Ihren Fahrzeuglieferanten, denn einige Hersteller bestätigen dem Käufer inzwischen schriftlich, dass RME problemlos verwendet werden kann, da die verwendeten Kunststoffe an ihren Fahrzeugen nicht anfällig gegenüber dem RME sind.

Zu diesem Problem hinzukommen kann das Verstopfen der Kraftstofffilter, was dann eine Leistungsminderung des Motors zur Folge hat. Verursacht wird dieser Sachverhalt durch den Umstand, dass sich RME wie ein Lösungsmittel verhält, das zuvor fest sitzende Dieselrückstände aus Tank und Leitungen löst, in den Filter transportiert und somit zu der geschilderten Verstopfung führt.

Wichtig: Um diese Schwierigkeit in den Griff zu bekommen, müssen Sie nach dem ersten Wechsel von Diesel auf RME den Kraftstofffilter nach 2, spätestens 3 Tankfüllungen austauschen.

Häufiger Filterwechsel ist notwendig

Den Filterwechsel sollten Sie anschließend im 60.000-Kilometer-Rhythmus durchführen, damit das Fahrzeug auch weiterhin betriebsbereit ist.

Wichtig: Ein weiteres Problem ist, dass RME stark Wasser anziehend ist. Deshalb ist es notwendig, häufiger die Wasserablassschraube am Filtergehäuse zu kontrollieren. Was Ihnen in der Praxis noch zusätzliche Probleme bereiten kann, sind verschlissene Kolbenringe. Viele Kaltstarts und häufiges Fahren mit geringer Last können dazu führen, dass bei verschlissenen Kolbenringen relativ viel RME über die Zylinderwände und Ölabstreifringe in den Ölsumpf transportiert wird. Hier hilft nur ein sofortiger Ölwechsel, sonst droht das vorzeitige Aus für den Motor.

Bei normgerechter Qualität, worauf besonders geachtet werden muss, sollte RME bis minus 20 °C voll fließfähig sein. Bei größerer Kälte muss der Treibstoff vorgewärmt werden. Außerdem müssen Sie in der praktischen Anwendung mit einem höheren Treibstoffverbrauch rechnen.

Was ein großer Vorteil für Sie sein kann, außer den Beschaffungskosten, sind die geringen Vorschriften bei der Lagerung des Stoffs, da Biodiesel nicht als Gefahrgut eingestuft wird.

Fazit: Biodiesel kann für Sie nur dann eine wirtschaftliche Alternative zum herkömmlichen Treibstoff sein, wenn der Gesetzgeber ihn auch weiterhin subventioniert und somit den Liter wesentlich günstiger als Benzin und Diesel macht (20 % bzw. 10 %). Sollte der Hersteller Ihnen keinen „Freibrief“ für den Biodiesel-Einsatz geben, ist von einer Anschaffung abzuraten, da die Neuwagengarantie dann nur eingeschränkt gültig ist.

Weiter zu Teil 2: Alternative Antriebsarten: Hybrid-Antrieb

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