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Treibstoffkosten: Der Umstieg auf Pflanzenöl will gut überlegt sein

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Trotz der 2006 eingeführten Besteuerung von Biodiesel liegen die Kosten immer noch deutlich unter denen des herkömmlichen Diesels. Gleiches gilt für reines Pflanzenöl, das erst ab Anfang 2008 der Besteuerung unterliegen wird. Doch nicht immer lohnt sich der Umstieg finanziell, und auch die Eigenarten des alternativen Treibstoffs wollen bedacht sein. Mit diesem Leitfaden aus dem LogistikManager finden Sie als Fuhrpark-Verantwortlicher schnell heraus, ob Sie den Umstieg auf Pflanzenöl wagen können. Betrachten Sie nur die Literpreise von Diesel, Biodiesel und Pflanzenöl, so spricht eigentlich alles für eine Umstellung Ihres Fuhrparks. Bei einer größeren Abnahmemenge kostet ein Liter Pflanzenöl etwa 70 Cent und ist damit gegenüber Diesel etwa 30 % billiger. Gegenüber Biodiesel sparen Sie immerhin noch über 10 %. Bei einer Fahrleistung von etwa 130.000 km pro Jahr sparen Sie im Vergleich mit Diesel also etwa 11.000 €, gegenüber Biodiesel immerhin noch etwa 4.300 €. Diese Zahlen klingen verlockend. Doch Vorsicht! Beim Betrieb mit dem alternativen Kraftstoff kommen noch andere Kosten auf Sie zu:

 

  • Umrüstkosten: Beim häufig verwendeten Zweitanksystem - hier wird ein zusätzlicher kleinerer Tank für Diesel eingebaut, der vorhandene Haupttank enthält dann das Pflanzenöl - müssen Sie pro Fahrzeug mit etwa 5.000 € Kosten für die Umrüstung rechnen.
  • Wartungskosten: Da sich die Wartungsintervalle erheblich verkürzen - ein konventionelles Fahrzeug muss etwa alle 100.000 km in die Werkstatt, mit Alternativantrieb etwa alle 30.000 km -, erhöhen sich die Wartungskosten zum Teil erheblich. Hierbei müssen Sie auch die dreifach höheren Stillstandszeiten mit einkalkulieren.
  • Werkstatt: Viele Werkstätten tun sich mit Pflanzenöl noch schwer und sind nicht in der Lage oder lehnen es rundheraus ab, solche Fahrzeuge zu warten. Hier sollten Sie im Vorfeld prüfen, ob ein Betrieb in Ihrer Nähe solche Wartungsarbeiten übernimmt.

    Eine Alternative kann hier eine eventuell schon bestehende eigene Werkstatt sein. Das verkürzt unter Umständen auch die Wartungszeiten. Doch auch hier müssen Sie mit Zusatzkosten durch die Nachschulung Ihres Wartungspersonals rechnen.
  • Fahrerschulung: Da beim Betrieb der umgerüsteten Fahrzeuge, insbesondere beim Dualbetrieb Pflanzenöl-Diesel, besondere Maßnahmen zu ergreifen sind, muss Ihr Fahrpersonal zusätzlich geschult werden. So muss bei einem solchen Fahrzeug beispielsweise nach längeren Stopps vor dem Anlassen die Anlage mit Diesel gespült werden. Sonst drohen schnell kapitale Motorschäden aufgrund von Motorölverdünnung durch das Pflanzenöl.
  • Tankstellen: Pflanzenöl-Tankstellen sind äußerst rar gesät! Wenn Sie vor Ort keine solche Tankstelle haben, bleibt als Alternative nur die eigene Tankstelle. Wenn Sie schon eine eigene Tankstelle betreiben, so fallen für die Errichtung einer zusätzlichen Zapfsäule noch einmal etwa 6.000 € an.

    Empfehlung: Prüfen Sie, ob alle Fahrzeuge ihre Touren wirklich mit einer Tankfüllung bestreiten können. Zwar kann durch den zusätzlichen Dieseltank auch ohne Pflanzenölversorgung gefahren werden, doch dieser fasst in der Regel nur 200 Liter. Sind Ihre Fahrzeuge auf längeren Strecken auch im Ausland unterwegs, prüfen Sie, ob die Pflanzenölversorgung dort gesichert ist.
  • Winterbetrieb: Pflanzenöl wird bei niedrigen Temperaturen zäh, es kann nicht mehr richtig fließen. Hier hilft entweder nur die Beimischung von etwa 15 % Diesel oder eine zusätzliche Heizung, die den Kraftstoff vorwärmt. Beide Verfahren treiben die Kosten in die Höhe.


Berücksichtigen Sie die steigende Besteuerung

Wenn bei Ihnen alle vorgenannten Punkte für Pflanzenöl sprechen, sollten Sie auch einen Blick im die Zukunft werfen: Ab 2008 wird dieser Kraftstoff besteuert. Anfangs ist dieser Steuersatz mit 10 Cent noch recht moderat, er steigt jedoch in mehreren Stufen bis 2012 auf 45 Cent an.

Wenn Sie obige Fragen für Ihren Fuhrpark und Ihre Einsatzgebiete berücksichtigen, dann zeigt sich recht schnell, dass sich der Einsatz von Pflanzenöl trotz aller Gegenargumente durchaus rechnen kann. Insbesondere, wenn Ihre Fahrzeuge eine hohe Laufleistung haben, ihre Touren mit einer Tankfüllung bewältigen oder unterwegs Tankmöglichkeiten bestehen, können Sie sparen. Unterhalten Sie obendrein eine eigene Werkstatt und eine Tankstelle, so müssen Sie eigentlich nur noch mit einem Umrüstbetrieb Kontakt aufnehmen.

Tipp: Stellen Sie aber in jedem Fall auch kritische Fragen bezüglich der Wirtschaftlichkeit, der Langzeitstabilität der Umrüstsätze und der generellen Risiken einer Umrüstung bei Ihren vorhandenen Fahrzeugen. Sind Ihre Fahrzeuge tagelang auf wechselnden Routen mit großen Fahrstrecken - mit der Notwendigkeit des Nachtankens - unterwegs, dann vergessen Sie das Thema Pflanzenöl ganz schnell.

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