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Als Fuhrparkmanager sind Sie nicht nur für die permanente Einsatzbereitschaft der betriebseigenen Fahrzeugflotte verantwortlich. Oft übernehmen Sie...

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Unternehmenssteuerreform: Was Sie als Fuhrparkmanager jetzt wissen müssen

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Eines ist sicher: Die Unternehmenssteuerreform kommt. Und sie hat auch erhebliche Auswirkungen auf Sie als Fuhrparkmanager. Das Gesetzpaket tritt schon im kommenden Jahr in Kraft, darüber hinaus sollen einige Regelungen sogar schon für dieses Wirtschaftsjahr gelten.Ziel der Unternehmenssteuerreform sind international wettbewerbsfähige Steuersätze und eine Vereinfachung des Steuerrechts. Hierzu soll beispielsweise die Körperschaftssteuer auf 15 % gesenkt und für Kapitalerträge eine Abgeltungssteuer von 25 % eingeführt werden. Darüber hinaus soll die Gewerbesteuer in Zukunft nicht mehr als Betriebsausgabe absetzbar, jedoch pauschal auf die Einkommensteuer anrechenbar sein.

Auswirkungen auf den Fuhrpark: Diese Änderungen haben vielfältige Auswirkungen auf Sie als Fuhrparkmanager. Die wichtigste Änderung für Unternehmen, die einen Fuhrpark betreiben, betrifft die so genannte Ansparabschreibung. Bisher konnte eine Ansparabschreibung nach § 7g Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) für geplante Investitionen in Anspruch genommen werden. Dies soll nicht mehr möglich sein. Vielmehr sollen diese Investitionen in einem außerbilanziell abziehbaren Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden.
Dies geht immer dann, wenn:
- das bilanzierte Betriebsvermögen nach Gewinnermittlung im Geschäftsjahr nicht mehr als 210.000 Euro beträgt;
- der Einheitswert bei Betrieben der Forst- und Landwirtschaft nicht mehr als 125.000 Euro beträgt;
- nach der Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung der Gewinn höchstens 100.000 Euro beträgt.
Es ist offensichtlich, dass nur kleinere Unternehmen in den Genuss dieser Förderung kommen. Schon ein mittelständischer Betrieb kann diese Methode nicht mehr nutzen.
Doch es gibt eine gute Nachricht: Der Förderungshöchstbetrag soll von heute 154.000 auf 200.000 Euro angehoben werden soll. Sie als Fuhrparkmanager können dann wie bisher 40 % der geplanten Investitionssumme anrechnen. Diesen Förderbetrag können Sie übrigens erst im Jahr der Anschaffung geltend machen. Normal- und Sonderabschreibungen berechnen sich dann also nach der um diese Kürzung verminderten Bemessungsgrundlage.
Steuersenkende Gewinnverlagerungen in künftige Wirtschaftsjahre nicht mehr möglich
Haben Sie Anschaffungen geplant, aber dann nicht durchgeführt, müssen Sie sich auf eine weitere Änderung einstellen. Künftig soll bei einer nicht durchgeführten Investition und nicht in Anspruch genommenem Investitionsabzugsbetrag die Veranlagung des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzugsbetrag gebildet wurde, verändert werden.
Mit der Kombination von AfA und Investitionsabzug können Sie schneller absetzen
Doch das neue Gesetz hat für Sie als Fuhrparkmanager auch seine guten Seiten. Denn es sieht vor, dass Sie die 'Absetzung für Abnutzung' (AfA) parallel in Anspruch nehmen können. Gerade für kleinere Betriebe ist die Kombination 'Mittelstands-AfA', normale 'AfA' und Investitionsabzug besonders interessant. Wenn Sie alle Voraussetzungen optimal nutzen, können Sie schon im Erwerbsjahr bis zu 62 % der Anschaffungskosten für ein Fahrzeug in Ihrem Fuhrpark absetzen. Diese Regelung betrifft auch wieder den Kauf von Gebrauchtfahrzeugen.
Diese Neuregelungen greifen erstmals im Wirtschaftsjahr nach Inkrafttreten des Gesetzes, das heißt aller Wahrscheinlichkeit nach schon für das Jahr 2007. Für die vorigen Jahre ändert sich nichts.
Wegfall der degressiven Abschreibung und Änderung bei der Zinsbehandlung
Dass die Politik manchmal merkwürdige Blüten treibt, sehen Sie besonders schön an der degressiven Abschreibung. Diese wurde nämlich erst Anfang 2006 im Gesetz zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung auf einen Höchstsatz von 30 % geschraubt, soll aber nach der Unternehmenssteuerreform komplett gestrichen werden. Diese Form der Abschreibung ist also nur noch bis Ende des Jahres möglich.
Große Befürchtungen gab es bei der zukünftigen Behandlung von Zinsaufwendungen für Fremdmittel (Kredite). Diese sollen nämlich zum Gewinn hinzugerechnet werden. Doch es zeichnet sich ab, dass die große Katastrophe ausbleibt. Hier sind so genannte Zinsschranken vorgesehen. Nur wenn nach Verrechnung mit Zinserträgen noch Zinskosten von über 1Million Euro verbleiben, soll die Addition auf die Gewinne erfolgen. Außerdem soll diese auf 20 % des um den Saldo aus Zinsaufwand und Zinsertrag erhöhten Gewinns beschränkt sein.
Tipp für Fuhrparkmanager
Der nicht abzugsfähige Betrag ist zeitlich unbegrenzt vortragsfähig und kann mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden.
Wenn Sie die gerade genannten Größenordnungen betrachten, so sehen Sie, dass diese Regelungen nur bei wirklich großen Betrieben relevant sind und größere Veränderungen nach sich ziehen. Für die meisten Betriebe dürfte sich mit den steuerlichen Änderungen unter dem Strich ein Nullsummenspiel ergeben.
Bei einem weiteren wichtigen Thema für Fuhrparkmanager wird es im kommenden Jahr eine Änderung geben: Leasing wird steuerlich anders behandelt als bisher.
Wie oben bereits erwähnt, sollen die Kosten für die Gewerbesteuer bald nicht mehr aus Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Als Ausgleich soll jedoch die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer verbessert werden. Auch die Minderung des Gewerbesteuermessbetrags auf einheitlich 3,5 % und die bisher übliche Hinzurechnung von Entgelten für Dauerschulden aus Fahrzeugfinanzierungen werden Ihren Chef sicher freuen. Doch allzu große Freude ist verfrüht, denn im Gegenzug werden alle Zinsen - auch solche, die keine Dauerschulden sind - dann komplett dem Gewinn hinzugerechnet.
Besondere Bedeutung für Fuhrparkmanager hat aber eine andere Veränderung: Mieten, Pachten und auch Leasingraten für mobile Wirtschaftsgüter - also Fuhrparkfahrzeuge - werden anteilig zum Gewinn hinzugerechnet!
Bei Leasingraten beträgt dieser Satz 20 %, bei immobilen Wirtschaftsgütern - also beispielsweise auch für eine Fahrzeughalle - sogar 75 % der tatsächlich gezahlten Beträge. Für diese Summen muss Ihr Chef dann Gewerbesteuer berappen.
Dies hat zur Folge, dass sich Fahrzeugleasing unter Umständen gegenüber einer klassischen Kreditfinanzierung nicht mehr so schön rechnet. Zwar steht hier ein Freibetrag von 100.000 Euro pro Jahr in der Diskussion, aber durch den Ansatz des den Freibetrag übersteigenden Betrages zu nur 25 % haben davon eigentlich nur kleinere und mittlere Betriebe etwas. Gerade Fuhrparkbetriebe, deren Hinzurechnungen diesen Freibetrag erheblich übersteigen, stehen deutlich schlechter da.
Tipp für Fuhrparkmanager
Fuhrparkmanager sollten jetzt mit spitzem Stift nachrechnen, was Sie Fahrzeugleasing oder klassische Kreditfinanzierung der Fahrzeuge in Ihrer Fahrzeugflotte unter dem Strich - also mit den neuen Steuergesetzen - kosten würde!
Auch wenn sich hierbei herausstellt, dass Fahrzeugleasing immer noch günstiger ist, werden sich die Leasinggesellschaften ob der neuen Situation einiges einfallen lassen, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Und Nachfragen hat ja schon so manchen zum Nachdenken und zu neuen kreativen Lösungen angestachelt. Also sollten Sie als Fuhrparkleiter grundsätzlich bei jedem Gespräch mit Ihrer Leasinggesellschaft auf diese geänderten Umstände hinweisen. Denn wer weiß, vielleicht gibt es das ein oder andere 'Schmankerl'?

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