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Wann Ihre Fahrer den digitalen Tachografen einschalten müssen

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Fuhrparkleiter
Urheber: Kzenon | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Seit 2008 müssen neue Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 2,8 und 7,5 t mit einem digitalen Tachografen ausgestattet sein, wenn sie im gewerblichen Güterkraftverkehr eingesetzt werden.

Die Krux: Nicht immer müssen diese Tachografen auch eingeschaltet sein. Allerdings heißt es, aufgepasst: Benutzt einer Ihrer Fahrer das Gerät fälschlicherweise nicht, drohen Ihnen und den Fahrern schnell teure Folgen.

Bis Ende 2007 war es für Fahrer und Betreiber von Transportern wie Sprint, Transit und Vaneo, wenn diese ein zulässiges Gesamtgewicht von 2,8 bis 7,5 t hatten, recht einfach: Sie mussten ihre Lenk- und Ruhezeiten nicht aufzeichnen, da diese Fahrzeugklasse nicht von der Fahrpersonalverordnung (FPersV) erfasst wurde.

 

Fahrzeuge über 2,8 t unterliegen der Fahrzeiterfassung


§ 1 der seit 2008 gültigen FPersV spricht eine eindeutige Sprache: „Fahrer von Fahrzeugen ..., deren zulässige Gesamtmasse mehr als 2,8 und nicht mehr als 7,5 t beträgt, ... haben Lenkzeiten, Fahrtunterbrechungen und Ruhezeiten nach Maßgabe der Artikel 4, 6 bis 9 und 12 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 3821/85 und (EG) Nr. 2135/98 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 des Rates (ABl. EU Nr. L 102 S. 1) einzuhalten.“

Darüber hinaus steht in Abs. 6 dieses Paragrafen, dass auch alle sonstigen Arbeitszeiten einer Aufzeichnungspflicht unterliegen. Fahrer solcher Fahrzeuge sind also verpflichtet, täglich genau festzuhalten, wann sie gefahren sind, Pausen eingelegt haben oder anderweitigen Tätigkeiten nachgegangen sind.

Diese Angaben müssen immer Daten wie etwa Name des Fahrers, Datum, Kennzeichen des Fahrzeugs, Kilometerstände sowie Art und Dauer der Tätigkeiten enthalten.

 

Profitieren Sie von diesen Vereinfachungen


Allerdings lässt die Fahrpersonalverordnung bei dieser Fahrzeugklasse einige Freiheiten zu, die bei schwereren Fahrzeugen nicht mehr erlaubt sind. So kann der Protokollpflicht durch

  • das Führen eines Kontrollblatts,

  • die Aufzeichnung durch eine Diagrammmscheibe oder

  • ein digitales Aufzeichnungssystem (digitaler Tachograf in Verbindung mit der Fahrerkarte) Rechnung getragen werden.

Tipp: Ältere Fahrzeuge zwischen 2,8 und 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht, die vor dem 1.5.2006 zum ersten Mal zugelassen wurden, müssen nicht mit einem digitalen Tachografen nachgerüstet werden.

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Nach § 18 FPersV gelten Ausnahmen von der Aufzeichnungspflicht


Doch auch bei der Aufzeichnungspflicht gibt es einige Ausnahmen, die den Fahrer davon entbinden. Diese sind in § 18 FPersV genau bekannt:

  • Fahrzeuge, die im Eigentum von Behörden stehen oder von diesen ohne Fahrer angemietet oder geleast sind, um Beförderungen im Straßenverkehr durchzuführen, die nicht im Wettbewerb mit privatwirtschaftlichen Verkehrsunternehmen stehen.
  • Fahrzeuge, die in der Forst- und Landwirtschaft sowie der Fischerei eingesetzt werden – insbesondere, wenn sie zum Transport von lebenden Tieren in einem Umkreis von maximal 100 km vom Unternehmensstandort genutzt werden.
  • Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, die für land- oder forstwirtschaftliche Tätigkeiten in einem Umkreis von bis zu 100 km vom Standort der Unternehmens verwendet werden, das das Fahrzeug besitzt, anmietet oder least.
  • Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einer zulässigen Höchstmasse von nicht mehr als 7,5 t, die von Postdienstleistern, die Universaldienstleistungen erbringen, in einem Umkreis von 100 km vom Unternehmensstandort zum Zwecke der Zustellung von Sendungen im Rahmen des Universadienstes verwendet werden. Auch hier darf die Fahrtätigkeit nicht die Haupttätigkeit sein.
  • Fahrzeuge, die im Umkreis von 100 km vom Standort des Unternehmens zur Güterbeförderung mit Druckerdgas-, Flüssiggas- oder Elektroantrieb verwendet werden. Deren zulässige Höchstmasse einschließlich Anhänger oder Sattelanhänger sollte 7,5 t nicht übersteigen.
  • Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,5 t, wenn diese zur Beförderung von Material eingesetzt werden, das der Fahrer zur Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit benötigt, und das Fahren nicht die Haupttätigkeit darstellt (Handwerkerregelung).
  • Fahrzeuge, die innerhalb eines Umkreises von bis zu 100 km zum Abholen von Milch bei landwirtschaftlichen Betrieben, zur Rückgabe von Milchbehältern oder zur Lieferung von Milcherzeugnissen für Futterzwecke an diese Betriebe verwendet werden.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Befreiungsmöglichkeiten, die aber in den einschlägigen Verordnungen oft recht schwammig formuliert sind.

 

Auch bei diesen Fahrzeugen gilt die Aufzeichnungspflicht nicht


Darüber hinaus sind auch folgende Fahrzeuge von der Erfassungspflicht ausgenommen:

  • Werkstattwagen für Montagen der Reparaturen, die mit Regalen oder Werkbänken ausgestattet sind.
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen (ab 7,5 t zulässigem Gesamtgewischt müssen aber mit einem Fahrtenschreiber ausgestattet sein)
  • Verkaufswagen, die im Umkreis von 100 km genutzt werden. Auch hier darf Fahren nicht die Haupttätigkeit sein.
  • Kfz, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit unter 40 km/h liegt.

Fällt ein Teil Ihrer Fahrzeuge bzw. Fahrtätigkeiten unter eine Ausnahmeregelung, ist kein Aufzeichnungsgerät notwendig und die Fahrer müssen auch keine manuellen Aufzeichnungen führen.

Achtung: Gerade bei der sogenannten Handwerkerregelung lauert eine böse Falle. Erhöht sich beispielsweise durch die Ankopplung eines Anhängers das Zuggespanngewicht auf über 3,5 t, kann sich eine Aufzeichnungspflicht ergeben. Dies ist auch dann der Fall, wenn der Aktionsradius des Fahrzeugs mehr als 50 km beträgt. Auch ein Überschreiten des Zuggesamtgewichts über 7,5 t zieht eine Aufzeichnungsverpflichtung nach sich.

Übrigens kommt es bei einem Gespann aus Fahrzeug und Anhänger nicht auf das tatsächliche Gewicht an, wenn es um die Entscheidung geht, ob Fahrzeiten aufgezeichnet werden müssen, sondern auf das zulässige Gesamtgewicht. Sie müssen also das zulässige Gewicht des Zugfahrzeugs und des Hängers addieren. Ist dieses höher als 3,5 t, muss aufgezeichnet werden.

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