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Aufgabenplanung: Verändern Sie Ihr persönliches Aufschiebe-Muster

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Aufschieben
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Jedes Aufschieben hat ein Muster: Ihr persönliches Muster, das Sie erkennen und schließlich ändern können. Denn jedes Muster hat seine Auslöser und Strukturen. Ihr Aufschieben wird so greifbar und lässt Sie nach anderen Möglichkeiten suchen, um die Situation zu bewältigen.

Was ist Ihr persönlicher schwacher Punkt? Schieben Sie langweilige Routineaufgaben auf oder eher ein besonders komplexes Projekt, bei dem Sie nicht genau wissen, wie Sie es anpacken sollen? Und, wenn das in der Vergangenheit vorgekommen ist: Haben Sie aus solchen Erfahrungen Konsequenzen gezogen? Sich vielleicht gesagt, dass Ihnen das „beim nächsten Mal“ nicht mehr passieren wird? Nur: Was genau soll nicht mehr passieren?

Jedes Aufschieben hat ein Muster: Ihr persönliches Muster, das Sie erkennen und schließlich ändern können. Aufschieben „überfällt“ Sie nicht plötzlich. Sie entscheiden sich vielmehr, meist unbewusst, eine Aufgabe zu vertagen. Deshalb verspüren Sie oft den Eindruck der Machtlosigkeit gegenüber dem Aufschieben. Sich dieses Muster aber bewusst zu machen, gibt Ihnen wieder einen größeren Handlungsspielraum.


Aufschieben hat ernsthafte Folgen

Wichtig ist: Das Aufschieben sollten Sie nicht unterschätzen. Obwohl es „nur“ die Bearbeitung verzögert. Wirklich?! Etwas aufzuschieben beeinträchtigt eher Ihr gesamtes Tun, nicht nur den Arbeitsverlauf! Typische Folgen des Aufschiebens sind:

  • Sie geraten unter Zeitdruck, denn Sie müssen die Aufgabe irgendwann eben doch erledigen. Oft wird sie auf „dem letzten Drücker“ zwischen andere Projekte geschoben.
  • Stress entsteht durch diesen Druck, der auch körperliche Auswirkungen haben kann.
  • Ihre Motivation und Ihre Begeisterung leiden, denn Sie schleppen etwas Unerledigtes mit sich herum. Das kostet Sie Energie und Konzentration.
  • Ihr Selbstbild gerät ins Wanken. Vielleicht fühlen Sie sich als Versager, weil Sie die Aufgabe nicht „anpacken“, sondern ständig verschieben. Vielleicht zweifeln Sie an Ihren Fähigkeiten. Vielleicht klagen Sie sich mit Gedanken wie „Nie kriege ich meinen Zeitplan in den Griff“ an? Wie auch immer Ihre persönliche Reaktion sein mag, Ihr Selbstbild wird dabei negativ angekratzt.
  • Aber auch das Bild, das Sie nach außen abgeben, wird sich verschlechtern. Denn verschobene Abgabetermine und nicht eingehaltene Zusagen formen langsam, aber stetig ein Bild der Unzuverlässigkeit.

All das sind Auswirkungen, die Sie zusätzlich zur Erledigung der Aufgabe belasten. In den meisten Situationen haben Sie jedoch die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden. Aufschieben ist die eine Option, die Aufgabe zu erledigen die andere.

Schaffen Sie ein Bewusstsein für Ihr Muster

Jedes Muster hat seine Auslöser und Strukturen. Und genau diese können Sie wahrnehmen. Ihr Aufschieben wird so greifbar. Gleichzeitig hilft es Ihnen, zukünftig sehr schnell zu erkennen, dass Sie gerade wieder eine Aufgabe aufschieben wollen. Statt diesem „Drang“ zu folgen, werden Sie dann nach anderen Möglichkeiten suchen, die Situation zu bewältigen.

Erkennen Sie Ihr Aufschiebe-Muster: 4 typische Auslöser

Auslöser 1: Persönliche Beweggründe

Sie haben immer einen Grund, wenn Sie eine Aufgabe vertagen möchten. Eine Aufgabe langweilt Sie beispielsweise. Oder sie führt Sie an Ihre eigenen Grenzen. Vielleicht weckt sie auch unangenehme Erinnerungen in Ihnen. Oder sie ruft Ihren Ärger und Ihren Trotz hervor.

Sich den Grund bewusst zu machen und ihn sich einzugestehen ist ein wichtiger Schritt. Denn sobald Sie eine Ursache benannt haben, können Sie beginnen gegenzusteuern. Sie gewinnen die Option „Einfach erledigen“ wieder zurück.

Halten Sie also inne, und hinterfragen Sie Ihre Entscheidung. Eine hervorragende Technik, um die Gründe ans Tageslicht zu bringen, ist das „Running a phrase“ (den Gedanken freien Lauf lassen). Hierbei vervollständigen Sie einen begonnenen Satz, so oft Sie können. Beispiel:

Ich schiebe die Bearbeitung der Buchhaltungsunterlagen auf …

  • … weil es mich nervt.
  • … weil es langweilig ist.
  • … weil ich es jedes Mal aufs Neue als Zeitverschwendung empfinde.
  • … weil es wirklich Wichtigeres gibt.
  • … weil sich Manager nie um die Buchhaltung kümmern. Mein Vater hatte dafür auch sein eigenes Personal.
  • … weil ich mir einfach unwichtig dabei vorkomme.

Oft werden Sie so feststellen, dass verschiedene Gründe für das Aufschieben verantwortlich sind. Und genau diese Motive sollten Sie auch soweit wie möglich für die spätere Lösung des Aufschiebens berücksichtigen. Beispiel:

Die Bearbeitung der Buchhaltung hat drei Bereiche offenbart, die der Änderung bedürfen:

  • Die Langeweile. Wie kann die Aufgabe zukünftig effektiver angegangen werden, so dass Sie weniger Zeit damit vergeuden?
  • Die Glaubenssätze („Manager kümmern sich nie um Buchhaltung …“). Sorgen Sie für eine realistische Sichtweise. Wird auf mehr Personal Wert gelegt, das dann die Buchhaltung erledigt? Kümmern sich Manager wirklich nicht um die Buchhaltung? Hatte der Vater nicht stets seine Belege und Abrechnungen gründlich überprüft?
  • Das Selbstbild („Weil ich mir unwichtig vorkomme“). Weshalb unwichtig? Werden Erinnerungen geweckt? Wann verrichten Sie in Ihren Augen wichtige Arbeit?

Auslöser 2: Bestimmte Gedanken geben das Signal zum Aufschieben

Achten Sie einmal auf Ihren inneren Dialog, wenn Sie eine Aufgabe aufschieben. Ihr Aufschieberitis-Muster wird wahrscheinlich einige typische, sich wiederholende Aussagen umfassen wie beispielsweise „Jetzt nicht!“ oder „Damit vergeude ich Zeit“ oder „Davor graut es mir“ oder „Immer dieser Unsinn“.

Solche Aussagen leiten Ihr Aufschieben ein, als wären sie Einladungen zum Vertagen! „Einladungen“ deshalb, weil Sie in der Vergangenheit immer so auf diese Aussagen reagiert hatten. Es ist innerlich programmiert. Und Ihr Programm – Ihr Muster – wird dann durch diese Aussagen aktiviert.

Auslöser 3: Der Wechsel zu etwas „Wichtigerem“

Plötzlich durstig oder hungrig? Oder muss erst der Kunde angerufen werden? Der Brief fertig geschrieben sein? Der Wechsel ist eines der Kernmerkmale des Aufschiebens. Eine andere, „dringendere“ Aufgabe schiebt sich wie „von selbst“ zwischen Sie und die Bearbeitung:

Nur, so „wie von selbst“ geschieht es nicht. Dieses Verhalten haben Sie innerlich programmiert. Es sind automatische Reaktionen, die ausgelöst werden, sobald Sie an eine Arbeit geraten, die immer ein Aufschieben bei Ihnen auslöste. Da Ihr Gehirn solche früher gefällten Reaktionsentscheidungen sekundenschnell aktiviert, bemerkten Sie bisher überhaupt nicht, was Sie gerade taten. Nur das Resultat haben Sie später festgestellt: Die Aufgabe „hatte sich hinausgezögert“.

Erkennen Sie Ihre Aufschieberitis-Automatismen, um dann bewusst eine Alternative an Ihr Gehirn weiterzuleiten: Ansonsten laufen Sie Gefahr, immer wieder die gleiche „Zwischenhandlung“ vorzuschieben. Verschieben Sie die „Schein-Bedürfnisse“, und widmen Sie sich bewusst Ihrem Vorhaben. Sie werden sehen: Je öfter Sie diesen Zyklus durchbrechen, desto weniger werden solche Ablenkungsmanöver überhaupt noch auftreten.

Auslöser 4: Starke Gefühle ziehen Sie von der Aufgabe weg

Oftmals gründet sich das Aufschieben auf Emotionen, die eine Aufgabe in Ihnen hervorruft, wie z. B. Angst, Unsicherheit oder das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Das Aufschieben dient dann als Schutzmechanismus im Sinn von: „Solange ich diese Aufgabe nicht vor mir habe, tauchen auch die damit verbundenen Gefühle nicht auf.“ Beispiel:

Als Jugendlicher wurde Hans K. immer wieder ausgelacht, sobald er in der Schule Englisch sprach. Diese Erfahrung hat ihn verletzt und verunsichert. Und heute? Heute fühlt er sich immer noch verunsichert. Englischsprachige Telefonate zögert er aus diesem Grund so lange wie möglich hinaus.

Gefühle dienen beim Aufschieben-Wollen als wichtige Indikatoren. Da steckt Ihnen noch etwas Altes, Unaufgearbeitetes in den „Knochen“. Und die jetzige Situation beschwört das alles wieder herauf. Den Blick gezielt hinter die Kulissen zu werfen, wird Ihnen zum einen das Anpacken der Aufgabe erleichtern, und zum anderen können Sie durch das Erkennen die „alten Gefühle“ loslassen.

Tipp: Falls Sie Ihre Gefühle nicht klar erfassen können oder nicht verstehen, warum Sie ausgerechnet dieses Gefühl verspüren, nutzen Sie wieder die „Running a phrase“-Technik. Vollenden Sie beispielsweise folgende Sätze:

  • „Ich habe Angst, weil …“
  • „Ich fühle mich verunsichert, weil …“
  • „Dieses Gefühl (Gefühl konkret benennen) lässt mich die Sache aufschieben, weil …“

So schreiben Sie Ihr Muster erfolgreich um

Sie sind keineswegs dazu verurteilt, auf immer und ewig Ihr Aufschiebe-Muster zu wiederholen. Es kann aktiv durchbrochen werden. Und Sie können es so gestalten, wie Sie es gern möchten.

1. Halten Sie Ihr persönliches Muster schriftlich fest

Halten Sie als Erstes Ihre bisherigen Erkenntnisse fest: Schreiben Sie auf, wie Ihr Muster aussieht. Denken Sie dafür an ein konkretes Aufschiebe-Erlebnis, und gehen Sie die 4 Auslöser durch:

  • Was sind Ihre persönlichen Beweggründe beim Aufschieben?
  • Welche Gedanken geben bei Ihnen das Signal zum Aufschieben?
  • Was ist das „Wichtigere“, zu dem Sie dann wechseln?
  • Welche Gefühle entstehen in Ihnen im Moment des Aufschiebens?

Wichtig ist, dass Sie diesen Schritt schriftlich machen: Zum einen werden Ihnen sicherlich während des Aufschreibens weitere Aufschieberitis-Eigenarten auffallen. Zum anderen prägt sich Ihnen so Ihr Muster besser ein, und Sie werden es zukünftig besser erkennen (im Sinne von „Schiebe ich gerade wieder etwas auf?“).

2. Stellen Sie fest: Sind Ihre Aufschiebe-Gründe überhaupt „up to date“?

Bei einigen Auslösern können Sie das Aufschieben oft schon allein dadurch überwinden, dass Sie die reale Situation überprüfen und ein paar Sichtweisen entsprechend anpassen.

Beispielsweise: Fehlen Ihnen die Fähigkeiten zur Bewältigung des Projekts tatsächlich? Oder ist dieses Gefühl, dass da „etwas ganz Schwieriges“ auf Sie zukommt, nicht längst Geschichte? Oftmals bestimmen vergangene Situationen und Erfahrungen das Selbstbild.

Überprüfen Sie Ihre Einstellung zu sich selbst:

  • Was ist überholt bzw. was spielt heute einfach keine Rolle mehr?
  • Was hat sich an Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen verändert – was können Sie heute längst?

3. Stellen Sie die Weichen neu

Erinnern Sie sich an Ihr letztes Aufschieben: Welche Aufgabe haben Sie da hinausgeschoben? Formulieren Sie einige Schritte (schriftlich!), wie Sie zukünftig anders verfahren würden:

  • Was müssen Sie konkret ändern, damit Sie nicht länger aufschieben?
  • Wie können Sie Ihren inneren Dialog beeinflussen, um Aufschieben zu verhindern?
  • Wie ändern Sie Ihre Einstellung, um einen neuen Blickwinkel auf die Aufgabe zu erhalten?

Beachten Sie dabei:

  • Arbeiten Sie jeweils nur an einem Aspekt – das bewahrt Sie davor, um fehlende Antworten oder unangenehme Themen herumzuschiffen, indem Sie schnell zum nächsten Aspekt wechseln. Denn wie gesagt: Der Wechsel ist eines der Kernmerkmale von Aufschieberitis!
  • Geben Sie sich genügend Zeit, um neue Erkenntnisse auch wirklich zu integrieren, denn nicht immer klappt das auf Anhieb. (Schließlich hat sich Ihr Aufschieberitis-Muster auch über viele Jahre gebildet.)
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