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Einfach effektiver: Die 7 wichtigsten Lern-Tipps für die Praxis

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Lernen will gelernt sein!
© Konstantin Li - Fotolia.com

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Was Sie über die Psychologie des Lernens wissen sollten – und welche kleinen Veränderungen viel bewirken.

1. Bleiben Sie gelassen, wenn’s mal nicht weitergeht – das gehört zum System

Jeder Lernfortschritt geschieht nach einem bestimmten Muster. Dieses Muster zu kennen ist sehr hilfreich, weil Sie dann besser verstehen, was beim Lernen mit Ihnen geschieht – und warum Stillstand auch Fortschritt bedeuten kann.

Lernpsychologen sprechen von dem „4-stufigen Kompetenz-Modell“:

  1. Unbewusste Inkompetenz
  2. Bewusste Inkompetenz
  3. Bewusste Kompetenz
  4. Unbewusste Kompetenz

 

 

Ein einfaches Beispiel liefert das Autofahren:

Ein kleiner Junge fährt im Auto mit, und ihm ist nicht bewusst, dass er dieses Auto nicht selbst steuern kann (1). Das ändert sich spätestens mit 18 Jahren: Der Jugendliche nimmt Fahrstunden. Als er das 1. Mal im Auto sitzt und auf die Pedale blickt, weiß er, was er noch nicht kann, aber lernen will (2). In den folgenden Wochen macht er entsprechend den Anweisungen seines Fahrlehrers die richtigen Bewegungen: Gas geben, Kupplung kommen lassen ... (3). Und zuletzt fährt er einfach Auto – ohne bewusste Instruktionen an seine Füße, dieses oder jenes Pedal zu bedienen (4).

So viel zum Lernen allgemein. Nun gibt es noch ein weiteres Muster, das innerhalb dieser 4 Stufen in einer (bisweilen frustrierenden) Regelmäßigkeit auftaucht und das Sie ebenfalls kennen sollten:

Jeder Lernvorgang geschieht in Form einer Treppe. Das heißt: Es gibt einen Wechsel zwischen Zeiten, in denen Sie ein deutlich spürbares Stück vorankommen, und Zeiten, in denen Sie sich auf einem Plateau befinden und scheinbar (!) stillstehen.

Der einfache Erfolgsschlüssel ist, sich durch die Plateaus nicht entmutigen zu lassen, sondern vorauszublicken auf die nächste Stufe. Sie kommt, sie kommt sogar ganz gewiss – Sie müssen nur dranbleiben und etwas Geduld mitbringen.

Achten Sie doch einmal bewusst auf die Fortschritte (die Plateaus spürt man ohnehin), sodass Sie Vertrauen gewinnen in die Abfolge: Auf dem Plateau bleiben Sie nicht stehen, sondern sammeln nur Kräfte für den nächsten Schritt voran!

   

 

2. Machen Sie sich immer wieder klar, warum Sie lernen

Sie lernen motivierter, wenn Sie sich Ihr größeres Lernziel immer mal wieder konkret vor Augen rufen. Wofür lernen Sie? Wo möchten Sie ankommen? Rufen Sie sich ganz konkrete Bilder vor Augen,

  • wie Sie sich über das Erreichen des Lernziels freuen,
  • in welchen Situationen Sie das Wissen anwenden werden,
  • aber auch: welche Folgen das fehlende Wissen auf diesem Gebiet haben könnte,
  • wem Sie durch Ihr Wissen helfen könnten (oder auch: wen Sie durch Ihr Wissen beeindrucken/in die Schranken weisen könnten) und welche Position/welchen Status Sie durch Ihr Wissen erreichen werden.

3. Strukturieren Sie den Lernstoff

Versuchen Sie, nicht zu viel auf einmal aufzunehmen. Effektiver und motivierender lernen Sie, wenn Sie sich kleine Päckchen schnüren:

  • Suchen Sie für solche Lerneinheiten Überschriften, so wie Sie für einen Vortrag Ihre Gedanken in Haupt- und Unterabschnitte unterteilen.
  • Achten Sie dabei auf die magische Zahl 7. In vielen Experimenten wurde nachgewiesen, dass nur bis zu 7 Gegenstände oder Kategorien problemlos wahrgenommen werden können. Bei einer höheren Anzahl haben unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis Probleme. Bilden Sie also jeweils höchstens 7 Einheiten und dazu, falls notwendig, Untereinheiten.
  • Knüpfen Sie dabei an Ihr vorhandenes Wissen an, bauen Sie die neuen Informationen in das bestehende Gerüst ein. Sie haben sicher vielfach erfahren, dass die Speicherung Ihnen leichter fällt, wenn Sie Ihr Wissen ergänzen, als wenn Sie einem vollkommen fremden Weg folgen.

4. Unermüdlich: Anwenden und wiederholen

Jeder weiß, wie wichtig dies ist, wenn es darum geht, eine Fremdsprache oder den Umgang mit einer Software zu lernen. Es gilt jedoch für jedes Lerngebiet: Ohne die Anwendung und Wiederholung des neuen Wissens oder der neuen Fähigkeit verlieren sich die Spuren im Gedächtnis schnell. Das lässt sich auch beziffern – hier eine Tabelle, die zeigt, wie wir Informationen aufnehmen bzw. wie hoch die Behaltensquote ist:

  • Was wir (nur) lesen: zu 10 %
  • Was wir (nur) hören: zu 20 %
  • Was wir (nur) sehen: zu 30 %
  • Was wir hören und sehen: zu 50 %
  • Worüber wir reden: zu 70 %
  • Was wir tun: zu 90 %

Beschränken Sie also den Lernprozess nicht darauf, die Lerninhalte wie früher in Schulzeiten „ins Gehirn hineinzuschieben“. Versuchen Sie besser möglichst schnell herauszufinden, was Sie bereits „aus dem Gehirn herausholen“ können, was Sie also bereits gelernt haben. Auf diese Weise wenden Sie neues Wissen sofort an und haben den größtmöglichen Lerneffekt.

  • Wiederholen Sie die Information also mehrfach für sich, still oder halblaut. So können Sie sicher sein, dass Ihr Kurzzeitgedächtnis die Speicherung vornimmt.
  • Für die Speicherung im Langzeitgedächtnis ist es wichtig, die neuen Informationen mit bereits vorhandenen zu kombinieren. Das geschieht automatisch bei der Anwendung.

Durch die Anwendung erhalten Sie auch Rückmeldungen über Ihren Lernfortschritt – was können Sie abhaken, was müssen Sie wiederholen?

5. Lernen Sie effizient, wirkungsvoll und zeitsparend

  • Lernen Sie mit der für Sie persönlich optimalen Methode. Bleiben Sie dabei aber flexibel, und wechseln Sie die Lerntechnik, wenn Sie mal nicht weiterkommen: Machen Sie sich eine MindMap, wenn Sie Ihre Karteikarten im Moment nicht mehr sehen können, oder sprechen Sie den Lernstoff auf Band.
  • Lernen Sie in der richtigen Reihenfolge. Das heißt: Wechseln Sie ab. Ein neuer Stoff, der inhaltlich oder auch vom Aufbau her anders ist als der vorherige Lernstoff, kann vom Gehirn klarer abgegrenzt und damit viel besser wieder abgerufen werden.
  • Machen Sie bewusst Lernpausen! Stellen Sie sich vor, dass in Ihrem Gedächtnis fleißige Helfer für Sie arbeiten und das Gelernte für Sie speichern. Diese Helfer brauchen Zeit zum Sortieren. Ebenso sollten Sie darauf achten, ausreichend zu schlafen. Auch während des Schlafs werden Informationen gespeichert.
  • Wählen Sie Ihre Quellen sehr sorgfältig aus. Kein falscher Respekt: Viele Lehrbücher sind beispielsweise ungenießbar! Ehe Sie ein Buch kaufen, schlagen Sie es irgendwo auf, und lesen Sie ein paar Seiten. Dabei stellen Sie sich 5-mal die Frage: „Werde ich dieses Buch nicht nur kaufen, sondern auch lesen?“ Erst wenn Sie 5-mal „Ja“ gesagt haben, sollten Sie das Buch kaufen.

6. Bewegen Sie sich beim Lernen

Nicht ohne Grund ...

... lehrte Aristoteles seine Schüler bei Spaziergängen,

... lernen Schauspieler ihre Texte meist im Gehen,

... wandern Menschen beim konzentrierten Nachdenken im Raum hin und her.

Es ist nachgewiesen, dass das Gehirn besser arbeiten kann, wenn es mehr Sauerstoff bekommt. Ebenfalls Fakt ist, dass der Körper im Sitzen nur sehr wenig Sauerstoff aufnimmt (etwa 1/4 Liter in der Minute – beim Gehen etwa 1/2 Liter pro Minute).

Die Sauerstoffaufnahme reduziert sich weiter, wenn Sie beim konzentrierten Lesen oder Lernen immer weiter in sich „zusammensacken“, bis Sie schließlich ganz flach atmen.

Also: Stehen Sie auf, bewegen Sie sich! Oder achten Sie beim Sitzen zumindest auf eine aufrechte Haltung, und machen Sie Pausen, in denen Sie sich strecken und tief durchatmen.

7. Organisieren und planen Sie Ihr Lernen

Wie Sie arbeiten und lernen, muss organisiert sein. Dabei ist natürlich jeder Mensch anders – nicht effizient wäre es, gegen den eigenen Lernstil zu verstoßen. Folgende Regeln sind jedoch unabhängig davon empfehlenswert:

  • Planen Sie schriftlich! Schreiben Sie sich auf, was Sie bis wann gelernt haben wollen. Und planen Sie heute für morgen. Stellen Sie sich den morgigen Tagesplan bildhaft vor.
  • Beachten Sie Ihren persönlichen Biorhythmus. Lernen Sie zu der Zeit, zu der Sie Ihre persönliche Tagesbestform haben.

Am besten richten Sie sich einen festen Lernort und eine feste Lernzeit ein. Erinnern Sie sich an das pawlowsche Hundeexperiment? Das funktionierte folgendermaßen:

  1. Pawlow läutete. Der Hund spitzte die Ohren.
  2. Pawlow zeigte dem Hund Fleisch. Das regte beim Hund den Speichelfluss an – er „sabberte“.
  3. Pawlow läutete und zeigte dem Hund das Fleisch. Der Hund „sabberte“. Pawlow wiederholte dieses Ritual mehrfach.
  4. Pawlow läutete, ohne Fleisch zu zeigen – und der Hund „sabberte“! Er war inzwischen auf das Läuten konditioniert.

Für Ihr Lernen bedeutet das:

Lernen Sie möglichst stets am selben Ort und zur selben Zeit, beispielsweise immer abends nach den Nachrichten am Küchentisch. Einmal konditioniert, brauchen Sie nur noch zur entsprechenden Zeit den entsprechenden Ort aufzusuchen, und das Lernen fällt Ihnen spürbar leichter!

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