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Individuelles Zeitmanagement: Denken Sie mono- oder polychronisch?

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Monochronisch oder polychronisch?
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Eine entscheidende Frage im individuellen Zeitmanagement ist die, wie wir mit Zeit umgehen: Welcher Zeitmanagement-Typus sind Sie? Finden Sie es mithilfe dieses Beitrags heraus.

Eine entscheidende Frage im individuellen Zeitmanagement ist die, wie wir mit Zeit umgehen:

  • Wenn Sie exakt nach der Uhr gehen, im Voraus planen und sich in der Regel an Ihren Zeitplan halten, dann sind Sie ein monochronischer Zeitmanager. Die Uhr ist die einzige Messgröße, und ein guter Zeitmanager erledigt alles rasch, termingerecht und berechenbar. So gesehen ist gerade das Zeitmanagement ein monochronischer Begriff.
  • Als polychronischer Zeitmanager dagegen betrachten Sie Zeit in Beziehung zu ihren verschiedenen vielfältigen Randbedingungen, die im Voraus nicht vorhersagbar sind, wie z. B. Intuition und Stimmungslagen. Elternschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Training, Beratung und Führung sind alles bis zu einem gewissen Grad polychronische Verantwortlichkeiten. Alle diese Aufgabenbereiche erfordern ein ständiges Nebeneinander, ein Eingehen auf verschiedene Anforderungen zur selben Zeit.

Beispiele für polychronische Verantwortlichkeiten

Als Führungskraft können Sie nicht streng nach Uhr arbeiten, wenn es z. B. darum geht, einen Streit zwischen 2 Mitarbeitern zu schlichten. Es lässt sich nicht voraussagen, wie viel Zeit Sie benötigen werden, um den Konflikt so beizulegen, dass beide Seiten einander zugehört haben, sich verstanden fühlen und gemeinsam die gefundene Lösung unterstützen. Und als PC-Experte können Sie nicht voraussagen, wie lange es dauern wird, um ein Virus zu finden und den Computer wieder zum störungsfreien Laufen zu bringen.

Wenn sich Ihr Leben und Ihre Karriere um polychronische Fragen drehen, können Sie durchaus bisweilen als schlechter Zeitmanager dastehen – auch wenn Sie in Wirklichkeit Verantwortung für Probleme tragen, die sich nun wirklich nicht in ein Uhren-Schema pressen lassen.

Machen Sie doch gleich einmal den Schnelltest, um herauszufinden, ob Sie eher zum monochronischen oder polychronischen Ansatz tendieren!

Denken und handeln Sie mono- oder polychronisch?

  • Befassen Sie sich gern mit nur einer Sache (A)? Oder mögen Sie es, viele Dinge gleichzeitig zu machen (B)?
  • Arbeiten Sie an Projekten gerne in langen Zeiteinheiten – und Unterbrechungen bringen Sie ziemlich aus dem Konzept (A)? Oder arbeiten Sie in kurzen Zeiteinheiten am intensivsten – und Unterbrechungen stören Sie wenig; das gehört eben dazu (B)?
  • Nehmen Sie Zeitvorgaben sehr ernst – Stichdaten und Termine halten Sie immer ein (A)? Oder betrachten Sie Zeitvorgaben eher als Ziel, das es zwar anzustreben gilt, das aber nicht immer erreicht werden kann (B)?
  • Halten Sie sich gewissenhaft an Pläne– und überraschende Änderungen bringen Sie aus dem Konzept/sind Ihnen unangenehm (A)? Oder ändern Sie Pläne problemlos und häufig (B)?
  • Brauchen Sie viel Zeit für sich allein und fühlen sich dann schnell auch mal gestört von anderen (A)? Oder haben Sie immer Zeit und Energie für andere, jedenfalls für Menschen, zu denen Sie eine enge Beziehung haben, wie Familie oder Freunde (B)?
  • Haben Sie großen Respekt vor Privatbesitz – borgen und verleihen Sie selten etwas (A)? Oder stört es Sie gar nicht, etwas zu verleihen oder auch auszuborgen (B)?
  • Knüpfen Sie eher kurzfristige Beziehungen zu anderen Menschen (A)? Oder neigen Sie dazu, lebenslange Beziehungen aufzubauen (B)?

Auswertung: Zählen Sie Ihre As und Bs: Alle A-Antworten weisen auf monochronische Züge hin, alle B-Antworten auf polychronische Züge. Vielleicht haben Sie ein ganz klares Ergebnis erhalten – oder eine Mischung mit Tendenz zu einem der beiden Ansätze? Dann sehen Sie sich weiter unten die Übersicht über die persönlichen Stärken und Schwächen je nach monochronischer bzw. polychronischer Tendenz an: Erkennen Sie sich und Ihre Stärken – sowie Ihre persönlichen Herausforderungen – wieder?

Warum es wichtig ist, sich selbst richtig einschätzen zu können

Wenn Sie mal das Extrem der beiden Positionen nehmen, liegen dazwischen Welten – und das wirkt sich auf alle Bereiche des Arbeitslebens aus. So kann es für 2 Personen sehr anstrengend sein, wenn ein primär polychronischer Mitarbeiter von einem monochronischen Chef beurteilt wird. Oder wenn ein monochronischer Mitarbeiter sich in einem Team von polychronischen Kollegen wiederfindet.

Und auch im Privatleben erklärt das Modell „monochronisch – polychronisch“ viele Spannungen in Partnerschaften. Ein typisches Beispiel ist die Frage, wann man das Haus verlässt, wenn man zu einem Abendessen bei Freunden eingeladen ist:

  • Der eine möchte – monochronisch – frühzeitig los, um bei allen Unwägbarkeiten, wie Stau oder Parkplatzsuche, ganz sicher pünktlich da zu sein.
  • Während der andere – polychronisch – noch in Ruhe darüber nachdenkt, was er anziehen soll, eine durstige Pflanze gießt, einen Streit zwischen den Kindern schlichtet – und sich natürlich verspätet, was für ihn jedoch vollkommen in Ordnung ist, weil es ihm nur darum geht, die verabredete Zeit so in etwa einzuhalten.

Das Paar kann sich entweder gegenseitig stressen, indem es sich streitet und einander kritisiert. Oder es kann sich partnerschaftlich verbünden, indem es die Stärken beider Denk- und Verhaltensstile nutzt.

Stärken und Schwächen: Was kennzeichnet Ihr Profil?

Hier die Merkmale, die für Ihren Typus gelten. Setzen Sie Ihre Stärken selbstbewusst ein – und arbeiten Sie an Ihren Schwächen!

Monochronische Stärken:

  • ist schnell und effizient
  • wird als guter Zeitmanager angesehen
  • ist fast immer berechenbar und zuverlässig
  • ist in Situationen im Vorteil, die eine zeitliche Synchronisation verlangen, z. B. organisatorische Aufgaben aller Art oder Fertigungsabläufe
  • ist Vorbild für andere beim Einhalten von Abgabeterminen

Monochronische Schwächen:

  • kann so auf Zeit fixiert sein, dass er anderen gegenüber unsensibel wird – und z. B. während eines Meetings dauernd auf die Uhr sieht oder seinem Gegenüber nicht richtig zuhört, wenn er einen anderen Termin einhalten will
  • kann leicht für solche Dinge blind werden, die sich nicht messen lassen, wie z. B. Vertrauen, Übereinstimmung, Begeisterung für ein Ziel

Polychronische Stärken:

  • ist menschenorientiert
  • wird als sensibel, intuitiv und hilfsbereit angesehen
  • ist gut im Teamaufbau
  • ist gut im Erkennen und Auflösen von Schwierigkeiten, bevor sie zu echten Problemen werden
  • ist ein guter Zuhörer
  • ist ein guter Motivator & Vorgesetzter

Polychronische Schwächen:

  • kann nicht gut abschätzen, wie lange etwas wirklich dauern wird
  • kann andere dadurch frustrieren, dass er sie warten lässt
  • kann als wenig effizient erscheinen, da dieser Mensch immer mehr Wert auf immaterielle Dinge wie Gefühle oder Werte legt und weniger Wert auf Messbares
  • seine Friedfertigkeit mag einige beruhigen, kann aber von anderen als fehlende Aggressivität und Antriebsfeder gegenüber der rauen Wettbewerbsgesellschaft gedeutet werden

Keine Angst vor Menschen mit einem anderen Zeitverständnis!

Suchen Sie generell nach Wegen, mit anders orientierten Personen im Team zusammenzuarbeiten und so voneinander zu profitieren. Und: Üben Sie gezielt, das Denken der anderen Position auch in Ihr Leben zu integrieren und damit die Nachteile Ihres eigenen Stils abzuschwächen. Das Ziel: Werden Sie zunehmend ganzheitlich in Ihrem Zeitmanagement-Ansatz!

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