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In einer Arbeitswelt, die sich im Zuge von Globalisierung und Technologisierung nicht nur stetig wandelt, sondern auch immer schneller wird, rückt das...

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Tipps und Strategien gegen Selbstausbeutung: Raus aus der Arbeitsfalle!

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Schluss mit Selbstausbeutung!
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Ein kritischer Blick auf unseren Arbeitsalltag zeigt, dass die meisten von uns stark belastet bis überlastet sind – zumindest phasenweise. Doch nicht immer sind allein die Umstände schuld, wenn die Arbeit kein Ende nehmen will ...

Ein kritischer Blick auf unseren Arbeitsalltag zeigt, dass die meisten von uns stark belastet bis überlastet sind – zumindest phasenweise. Doch nicht immer sind allein die Umstände schuld, wenn die Arbeit kein Ende nehmen will. Vielfach sind es unerkannte oder verdrängte persönliche Motive, die dazu führen, dass die Arbeit zum eigentlichen Leben wird und für ein Leben ohne Arbeit kaum Platz ist.

Eine weitere Form der Selbstausbeutung – neben der zeitlichen – ist die geistige. Wenn alle Gedanken und alle Konzentration ausschließlich um die immer gleichen Aufgaben kreisen, geht der Abstand zum eigenen Denken und Handeln verloren. Darunter leiden Kreativität und Flexibilität. Und an diesem Punkt beginnt ein Teufelskreis, der auch oder gerade in Krisenzeiten gefährlich ist, weil Sie systematisch Ihr persönliches Potenzial reduzieren.

 

 

Mit diesem Beitrag laden wir Sie ein, auf Spurensuche zu gehen, um einer Selbstausbeutung zuvorzukommen bzw. ihr Paroli zu bieten. Machen Sie doch zum Einstieg den simplify Selbst-Test, der Ihnen Aufschluss darüber gibt, ob Sie bereits in der Arbeitsfalle stecken.

simplify Selbst-Test: Stecken Sie in der Arbeitsfalle?

Wie viele der folgenden Aussagen können Sie bejahen?

  • Ich arbeite dauerhaft mehr als vertraglich vereinbart.
  • Ich finde an den meisten Tagen kein Ende bei der Arbeit.
  • Ich denke auch nach Feierabend und an den Wochenenden häufiger an meine Arbeit.
  • Ich nehme lieber Konflikte mit der Familie in Kauf als mit dem Chef.
  • Ich fühle mich oft erschöpft und ausgebrannt.
  • Es fällt mir schwer, Nein zu sagen, wenn andere mich bitten, etwas für sie zu übernehmen.
  • Ich neige dazu, Aufgaben an mich zu reißen – auch wenn ich schon genügend zu tun habe.
  • Meine Arbeitsziele sind oft zu unklar definiert, sodass es zu vielen Umwegen und überflüssigen Aktivitäten kommt.

 

  

  

Auswertung: Schon ein einziges „Ja“ bei einer dieser Fragen sollte bei Ihnen Alarm auslösen und zu der Überlegung führen: „Was würde eigentlich konkret passieren, wenn ich weniger arbeiten und mehr leben würde?“ Häufig lauten die Antworten dann so oder ähnlich:

  • „Ich käme mir weniger wichtig vor.“
  • „Ich würde weniger Geld verdienen.“
  • „Ich wüsste mit der gewonnenen Zeit nichts anzufangen.“
  • „Ich würde meinen Job verlieren.“
  • „Ich erhielte weniger Anerkennung von anderen und von mir selbst.“

Hinterfragen Sie Ihre Antworten: Würden diese Szenarien wirklich genau so eintreten? Oder sind das nur Vorwände, um nichts ändern zu müssen?

Warum Abstand zur eigenen Berufsrolle so wichtig ist

Ihr erster und wichtigster Schritt, um bewusster zu leben und zu arbeiten, sollte die Erkenntnis sein, dies auch zu wollen. Als zusätzlicher Anreiz kann Ihnen die wissenschaftlich erwiesene Tatsache dienen, dass Manager, die Abstand zu ihrer Berufsrolle finden, bei ihrer Arbeit geistig flexibler sind.

4 häufige Verhaltensweisen, die Veränderungen blockieren

In ihrem Buch „Die Arbeitsfalle“ beschreibt Fach-Autorin Bärbel Kerber die häufigsten Taktiken, um notwendigen Veränderungen aus dem Weg zu gehen. Da diese oft unbewusst angewendet werden, sehen Sie genau hin, ob Sie nicht auch eine oder mehrere dieser Verhaltensweisen wiedererkennen:

1. Opferrolle spielen. Hierbei findet das selbst ernannte Opfer immer wieder neue Sachzwänge, warum gegen die eigene Überlastung kein Kraut gewachsen ist. Die Umstände in der Firma sind schuld, der Chef, die unfähigen Kollegen und Mitarbeiter, der Arbeitsmarkt, die Finanzkrise, der nicht zu senkende persönliche Lebensstandard ...

2. Mitleid erwarten, statt Ratschläge zu befolgen. Der Überlastete lehnt Ratschläge ab, weil er nicht aus seiner Haut kann oder möchte – und diffamiert ehrliche Hilfestellungen als mangelndes Verständnis für die eigene Situation.

3. Aufschieben. Das Angehen von Veränderungen wird immer wieder auf neue, vermeintlich günstigere Zeitpunkte verschoben: nach dem Projekt, nach den Ferien, im neuen Jahr, zu einem psychologisch günstigeren Zeitpunkt in der Firma.

4. Ausrede, keine Zeit zu haben. Hier behauptet der Selbstausbeuter, keine Zeit zu haben, über Veränderungen nachzudenken. Oder dass eine andere Arbeitsweise nur in einer anderen Firma und in einem anderen Job möglich sei – für die notwendige Orientierung und Bewerbung fehle jedoch die Zeit.

Und was möchten Sie verändern?

Angenommen, Sie haben nun einige der Hemmschuhe entlarvt. Welche Veränderungen streben Sie an, die Sie entlasten können und mit denen Sie mehr Verantwortung für Ihr Leben übernehmen? Notieren Sie Ihre 3 häufigsten persönlichen Gründe für Selbstausbeutung, und entscheiden Sie, wie Sie dagegen vorgehen möchten. (Und machen Sie das wirklich schriftlich!)

Bedenken Sie dabei, dass es allein mit Reduzieren von Arbeit nicht getan ist. Sonst sind erneute Schieflagen vorprogrammiert. Ergründen Sie deshalb nicht nur persönliche Ursachen, sondern auch, welche beruflichen Strukturen dazu beitragen, dass die Arbeit Sie nicht loslässt. Häufig liegen die Ursachen in

  • zu unscharfen lang-, mittel- und kurzfristigen Zielsetzungen,
  • dem damit verbundenen Schlingerkurs, der ein Übermaß an scheinbar wichtigen Arbeiten produziert, oder
  • dem Fehlen von Leitbildern und Wertvorstellungen.

Wie Sie Distanz zur Arbeit herstellen können

Bei zu viel arbeitenden Menschen, denen die Distanz zur Arbeit gelang, fand die Organisationssoziologin Sandra Siebenhüter 2 grundlegende Strategien:

1. Für jedermann praktikabel: Technisch funktionales Verhalten mit klaren Regeln:

  • strikte Zeitstrukturen bei Arbeitsbeginn und -ende
  • Nichterreichbarkeit im Urlaub und nach Feierabend
  • scharfe Trennung von beruflicher und privater Welt
  • keine Thematisierung beruflicher Aspekte im privaten Umfeld
  • Rituale, die den Tag strukturieren.

2. Für Individualisten: Emotionale/Ethisch motivierte Maßnahmen und Veränderung von Sichtweisen:

  • im Urlaub freiwillig Arbeit bei einer sozialen Einrichtung übernehmen
  • als Chef Aufgaben von Angestellten übernehmen, um Abstand von der eigenen Tätigkeit zu gewinnen
  • als Chef Rücksicht auf das eigene Familienleben und das der Mitarbeiter nehmen (z. B. indem Meetings nicht nach 18 Uhr angesetzt werden).
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