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In einer Arbeitswelt, die sich im Zuge von Globalisierung und Technologisierung nicht nur stetig wandelt, sondern auch immer schneller wird, rückt das...

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Entschleunigen Sie: Warum ständiges Beschleunigen der falsche Weg ist – und welche Alternativen Sie haben

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Entschleunigen Sie!
© Eva Kahlmann - Fotolia.com

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Die ständige Beschleunigung des Lebens in Beruf und Freizeit führt zu einem Teufelskreis, der für keinen der Beteiligten profitabel ist. In immer weniger Zeit wird immer mehr erledigt. Und immer mehr gleichzeitig ...

„Was nervt Sie am meisten an Ihrem Job?“ war das Thema einer Repräsentativumfrage des EMNID-Instituts unter 500 Berufstätigen, und mit klarem Abstand auf Platz 1 landete: der Zeitdruck. Über 45 % der Befragten klagten darüber, dass sie in immer kürzerer Zeit immer mehr schaffen sollen.

Auch wenn jeder froh ist, der in Zeiten der Krise einen Arbeitsplatz hat: Die ständige Beschleunigung des Lebens in Beruf und Freizeit führt zu einem Teufelskreis, der für keinen der Beteiligten profitabel ist. In immer weniger Zeit wird immer mehr erledigt. Und immer mehr gleichzeitig. Wir rufen E-Mails ab, während wir telefonieren. Wir essen mittags am Schreibtisch schnell ein Brötchen und arbeiten dabei. Im Fernsehen werden zusätzlich zum Bild Unterzeilen mit Börsenwerten und aktuelle Ticker-Meldungen eingeblendet.

 

 

Entschleunigung: Ja, aber ...?!

In vielen Situationen des Arbeitslebens werden Sie sich dem Faktor Tempo nicht entziehen können. Und es spricht ja zunächst nichts dagegen, eine Aufgabe zügig zu erledigen. Wobei bereits hier die Beschleunigungsfalle lauert. Denn wer zügig ist, kann ja auch noch zügiger arbeiten – immer mehr, immer hektischer, bis zum Multitasking, das übrigens erwiesenermaßen weniger effektiv ist als das konzentrierte Abarbeiten von Aufgaben nacheinander. Bei der Entschleunigung geht es nicht um „Langsamkeit als Selbstzweck“, sondern um die Suche nach der Geschwindigkeit, die Ihnen eine unangestrengte Effizienz erlaubt.

So profitieren Sie von Entschleunigung, privat wie beruflich:

  • Gezieltes Verlangsamen und Innehalten bei der Arbeit entlastet, spart und regeneriert Kräfte für kommende Aufgaben. Außerdem erhöht es Zufriedenheit, Konzentration und Effizienz, weil es das Gefühl nimmt, gehetzt und fremdbestimmt zu sein.
  • In der Freizeit schenken angemessene und bewusst gesetzte Geschwindigkeiten statt „immer mehr, schneller, höher, weiter“ Ausgeglichenheit und bringen den Umgang mit sich selbst, den Mitmenschen und der Natur zurück in eine gesunde, lebenswerte Balance.

Entschleunigung ist eine dauerhafte Aufgabe

Sie kennen sicher das Phänomen, dass Sie nach dem Urlaub entspannt und ausgeruht an den Arbeitsplatz zurückkommen. Einige Tage lang geht Ihnen die Arbeit spürbar leichter von der Hand als vor dem Urlaub. Doch nach und nach schmilzt Ihr Erholungskonto wie das Eis in der Sonne, bis Sie sich schließlich im alten Trott wiederfinden.

Sehen Sie Entschleunigung deshalb als dauerhafte Aufgabe an. Denn „gewonnene Energie und der Zustand des Entspanntseins sollen nicht gleich wieder investiert und verwertet“ werden, wie der Soziologe Dr. Fritz Reheis betont. Nehmen Sie Gewohnheiten an, die Ihnen, Ihrer Arbeit, Ihrem glücklichen Leben wirklich dienen. Das betrifft insbesondere die Planung von Aktivitäten, die Konzentration darauf und deren bewussten gedanklichen Abschluss.

Tempo aus dem Alltag nehmen:10 Vorschläge zum privaten Entschleunigen

1. Üben Sie so oft wie möglich, sich aus dem hektischen Rennen des Alltags auszuklinken. Genießen Sie den Luxus Zeit, indem Sie sich Langsamkeit und Einfachheit gönnen.

2. Konzentrieren Sie sich nicht immer auf schnelle Ergebnisse, sondern gehen Sie den Weg auch mal mit Muße und Liebe zum Detail.

3. Genießen Sie den Augenblick. Wissen Sie noch, was es für ein Gefühl ist, morgens barfuß über eine Wiese zu laufen? Sich nach einem abendlichen Gewitter auf die Terrasse zu setzen und die gereinigte Luft einzuatmen?

4. Überlegen Sie, ob Ihr nächster Urlaub nicht ein reiner Wander- oder Radwanderurlaub sein könnte.

5. Drosseln Sie ab und zu ganz bewusst Ihr Gehtempo. Trödeln Sie, statt schnell zu gehen. Beobachten Sie dabei das ganze Gehetze und Gedränge um sich herum. Damit haben Sie jetzt nichts zu tun.

6. Verändern Sie Ihren Umgang mit Zeitinseln: Schalten Sie am Feierabend nicht als Erstes den Fernseher ein. Lassen Sie am Wochenende das Auto in der Garage. Widerstehen Sie der Versuchung, an verkaufsoffenen Sonntagen einkaufen zu fahren.

7. Nehmen Sie Ihre Armbanduhr ab, und lassen Sie sich von einem Wecker an Termine erinnern.

8. Lassen Sie sich nicht von der Zeit regieren, sondern bestimmen Sie den Rhythmus selbst: Stellen Sie sich dazu die Zeit, die Ihnen an einem freien Tag zur Verfügung steht, einmal bildlich als Grünanlage vor, in der Sie nach Belieben schnell rennen, im Kreis laufen, langsam gehen, andere Wege ausprobieren oder sich ausruhen können.

9. Suchen Sie sich eine kleine Tätigkeit aus, bei der Sie bewusst die Zeit ausdehnen, wie z. B. das Zeitunglesen. Nehmen Sie sich bei einem interessanten Artikel zusätzliche Minuten, um über das Gelesene nachzudenken.

10. Setzen Sie bewusst Kontrapunkte zur allgemeinen Hektik des Alltags mit Aktivitäten, die keinen Zeitzwang auf Sie ausüben, beispielsweise mit Yoga, autogenem Training, Wandern, Meditation, Gärtnern, Musik oder Malen.

So gelingt Ihnen das Entschleunigen im beruflichen Alltag

Nachfolgend finden Sie 12 Orientierungspunkte für eine Tempoveränderung im Arbeitsalltag. Wobei Sie diese Liste nicht als „Beschleunigungsmöglichkeit“ zur Entschleunigung betrachten sollten – das wäre kontraproduktiv. Sondern gönnen Sie sich für jede „Entschleunigungsmaßnahme“ 1, 2 Wochen Zeit zum Einüben, bevor Sie zur nächsten übergehen. So drosseln Sie langsam, aber sicher zu hohes Tempo und gewinnen persönliche Befriedigung durch vermehrt besonnenes Tun.

Warum Sie langsam entschleunigen sollten: Wenn Körper und Seele sich an die Stresshormone Adrenalin und Testosteron gewöhnt haben, lassen sie den Organismus nicht mehr in Ruhe und fordern immer weiter Hochgeschwindigkeit. Reaktionen auf plötzliches Tempodrosseln sind dann Entzugs- und zusätzliche Stresssymptome, die wiederum zu einem schnellen Rückfall in alte Gewohnheiten führen.

Gute Entschleunigungsgewohnheiten: So sichern Sie Ihre Arbeitsenergie

1. Ich plane den nächsten Tag am Vorabend.

2. Ich vermeide bewusst Multitasking und erledige immer nur – konzentriert und dadurch automatisch zügig – 1 Aufgabe.

3. Ich verbringe die Mittagspause außerhalb des Büros.

4. Ich arbeite nicht, während ich esse.

5. Ich lege alle 2 Stunden mindestens eine 5-Minuten-Pause ein (aufstehen, rausgehen oder Entspannungsübung).

6. Ich nehme mir nach Abschluss jeder Tätigkeit eine kurze Auszeit von 1 bis 2 Minuten, um den Kopf für die nächste Aufgabe frei zu bekommen.

7. Ich vereinbare für Gespräche konsequent feste Anfangs- und Endzeitpunkte und bereite sie immer inhaltlich vor.

8. Ich bin in Gesprächen stets 100%ig anwesend und höre wirklich zu.

9. Ich schließe jeden Tag bewusst gedanklich ab (kurzer Rückblick oder 5-Minuten-Notizen).

10. Ich tue jeden Tag mindestens 10 Minuten lang gar nichts.

11. Ich nehme keine Arbeit oder Probleme mit ins Schlafzimmer – vor dem Einschlafen denke ich an Gelungenes und Erreichtes.

12. Ich gönne mir ausreichend Schlaf (durchschnittlich 6 bis 8 Stunden).

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