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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Absturzsicherung: Warum Sie besser einmal mehr unterweisen sollten

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Arbeitssicherheit Unterweisung

Von Wolfram von Gagern,

Ein tragisches Unglück: Weil er nur einen kurzen Augenblick nicht an seine Sicherheit dachte, stürzte ein Monteur aus einem Hochregal aus 17 m Höhe ab und verstarb noch am Unfallort. Er hatte in einem Hochregallager eine Sprinkleranlage montieren sollen.

Die Anlage zu installieren war für den Verunglückten mit einer waghalsigen Klettertour innerhalb der Regale verbunden. In luftiger Höhe musste er häufig den Arbeitsplatz wechseln, um von einem Rohr zum nächsten zu gelangen. Eine Absturzsicherung durch Geländer war dabei nicht möglich, da die Regale aus einer nach unten hin offenen Stahlkonstruktion bestanden. Deshalb sicherte sich der Mann – ganz im Einklang mit der geltenden Betriebsanweisung – durch einen mit zwei Seilen ausgerüsteten Auffanggurt.

Die Betriebsanweisung sah folgende Sicherheitsmaßnahmen vor

Zunächst musste das erste Seil an der jeweiligen Arbeitsstelle an den Streben des Stahlgerüsts befestigt werden, indem die Haken einmal um den Träger geführt und ins Seil eingehakt wurden. Wollte der Arbeiter sich innerhalb des Regals fortbewegen, hatte er sodann das zweite Seil an der entsprechenden Stelle anzuschlagen. Erst danach durfte er das erste Seil lösen. Auf diese Weise war er in keinem Moment ohne Fallschutz. Dieses Verfahren wurde in den Sicherheitsunterweisungen regelmäßig besprochen und war allen Kollegen bekannt. Der Monteur hatte seine Arbeit an einer bestimmten Stelle im Regal beendet und wollte sie ein paar Meter weiter fortsetzen. Deshalb kletterte er aus dem Regal heraus, um eine Wartungsbühne zu besteigen. Zu diesem Zeitpunkt war er noch mit einem Seil gesichert. Er löste es, um die Bühne – ohne Behinderung durch das etwas kurze Seil – betreten zu können. In diesem Moment kam es offenbar zu dem tödlichen Fehltritt – der Mann stürzte aus 17 m Höhe auf den Betonboden und verstarb unmittelbar nach dem Aufprall. Bei der Besichtigung der Unfallstelle stellte sich heraus, dass beide Sicherheitsseile seines Auffanggurts in die Ösen seines eigenen Fallgurts eingehakt waren – entgegen der Vorschrift hatte er das zweite Seil noch nicht befestigt, als er das erste löste.

Konsequente Überwachung der Sicherheitsmaßnahmen fehlte

Die Unfallanalyse ergab, dass die angeordneten Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich den technischen und organisatorischen Möglichkeiten bei der Durchführung derartiger Arbeiten entsprachen. Insofern trug der Verunglückte selbst die Schuld, weil er den Fallschutz nicht richtig benutzt hatte.

Dennoch hätte der Todessturz möglicherweise mit diesen 3 Maßnahmen verhindert werden können:

Drei Maßnahmen gegen Abstürze

  1. Der Vorgesetzte hätte den Gebrauch der Auffanggeschirre öfter kontrollieren sollen.
  2. Ggf. hätten häufigere Sicherheitsunterweisungen durchgeführt werden müssen, um die Motivation zum vorschriftsmäßigen Gebrauch der Schutzausrüstung wachzuhalten. Zwar fordern die Arbeitsschutzbestimmungen mindestens jährliche Unterweisungen – als Sicherheitsfachkraft sollten Sie jedoch grundsätzlich überlegen, ob im Einzelfall kürzere Intervalle nötig sind.
  3. Es hätten Möglichkeiten geprüft werden sollen, Absturzsicherungen einzusetzen, die mehr Bewegungsfreiheit zulassen. Denn es ist damit zu rechnen, dass das ständige umständliche Aus- und Einhaken zum Leichtsinn verführt. So hätten in dem Lager evtl. Stahlseile mit mitlaufenden Auffanggeräten gespannt werden können. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig bei der Auswahl der Persönlichen Schutzausrüstungen die optimale Anpassung an die konkreten Bedingungen bei der Arbeit ist.

 

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