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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Basiswissen Unterweisung, Teil 2: Sieben Merkmale einer gelungenen Arbeitsschutz-Unterweisung

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Arbeitssicherheit Unterweisung

Von Wolfram von Gagern,

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es im Arbeitsschutzrecht so häufig „Unterweisung“ heißt und nicht „Unterrichtung“? Was ist der Unterschied?

„Unterrichtung“ klingt nach Unterricht und Schule. Gemeint ist damit eine eher allgemeine Informationspflicht des Arbeitgebers. Im Begriff Unterweisung steckt dagegen der Begriff „Weisung.“ Dies deutet an, dass das Gesagte oder Gezeigte verpflichtend für die unterwiesenen Beschäftigten ist. Auch ist eine Unterweisung viel stärker auf eine Tätigkeit am Arbeitsplatz und die konkreten Gefahren bezogen. Eine Unterrichtung dagegen (oft Schulung genannt) kann abteilungsübergreifend gelten und ganz allgemeine Sicherheitsaspekte beinhalten.

Anforderungen an Sie als "Unterweiser"

Als „Unterweiser“ sind Sie gleichzeitig Motivator, Lehrer und Prüfer. Sie sollten laut den Vorgaben der Berufsgenossenschaften:

  • Interesse für Aspekte von Sicherheit und Gesundheitsschutz wecken
  • von notwendigen Schutzmaßnahmen überzeugen
  • klare Anweisungen geben
  • Gelerntes einüben lassen
  • den Erfolg kontrollieren

Das sind hohe Anforderungen, die sorgfältiger Vorbereitung bedürfen. Gerade wenn Sie als Sicherheitsfachkraft neu sind, sollten Sie sich ausreichend Zeit dafür nehmen.

Was zeichnet eine gelungene Arbeitsschutz-Unterweisung aus?

Eine Überweisung soll die Gefährdungen am Arbeitsplatz verdeutlichen und den Beschäftigten die notwendigen Schutzmaßnahmen zur Abwendung der Gefahren nahe bringen. Oberstes Ziel ist immer, Mitarbeitern das sicherheitsgerechte Verhalten einzuprägen und mit Ihnen einzuüben. Es gibt keine pauschale Regel, welche Inhalte auf welche Weise in einer Unterweisungseinheit zu erarbeiten sind. Zu unterschiedlich sind Tätigkeiten, Arbeitsplätze und Vorkenntnisse der Mitarbeiter.

Was zeichnet eine gute Unterweisung aus?

  1. Praxisnähe: auf die Arbeitsplätze und Abläufe im Betrieb bezogen
  2. Verständlichkeit: inhaltlich und sprachlich der Qualifikation, den Kenntnissen und Erfahrungen der Unterwiesenen angemessen
  3. Eindringlichkeit: die Inhalte mit dem gebotenen Ernst und Nachdruck verdeutlichend
  4. Aktualität: an die Entwicklung der Gefährdungen angepasst
  5. Beschränkung: auf das Wesentliche konzentriert
  6. Interaktivität: die Unterwiesenen in den Ablauf aktiv einbeziehend
  7. Lebendigkeit, die Gefühlswelt der Unterwiesenen ansprechend

Eine Überweisung sollte nicht überlang werden

„Beschränkung“ bedeutet auch, dass Unterweisungen nicht überlang werden sollten. Unterweisungen, die bis zu einer Stunde oder mehr dauern, sind eher wenig erfolgreich, die Konzentration und Aufmerksamkeit der Mitarbeiter wird oft nicht so lange anhalten. Das Aufteilen in mehrere kürzere Einheiten ist meist sinnvoller. Durch Wiederholen oder Abfragen der beim vorigen Termin gelernten Inhalte werden diese zudem besser eingeprägt. Bei besonderen Anlässen, wie etwa der Einführung von neuer Schutzausrüstung oder zur Bedienung neuer Geräte, kann eine Unterweisung aber auch einen längeren Zeitraum beanspruchen. Denken Sie bei Interaktivität und Lebendigkeit kreativ. Nutzen Sie die vielen Möglichkeiten einer spannenden und lebhaften Gestaltung einer Unterweisung, z. B. mit Hilfe von:

  • praktischen Übungen an einem Modellarbeitsplatz
  • Fotos von Arbeitsplätzen aus dem Betrieb („Wer findet den Fehler“?)
  • einem Fragebogen, Quizz oder Rätselfragen
  • einem Wettbewerb, z. B. zum Arbeitsschutzwissen der Azubis
  • unerwarteten Quer-Bezügen, etwa zu populären Motiven aus der Ecke Unterhaltung (Vielleicht lassen Sie mal spaßeshalber die „PSA“ von Asterix und Obelix aus heutiger Sicht bewerten?)

 

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