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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Neulinge und Auszubildende im Betrieb: So gehen Sie bei der Erstunterweisung auf Nummer sicher

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Von Wolfram von Gagern,

Neue Mitarbeiter erleiden öfter Arbeitsunfälle als andere, weil sie viele Gefahren an ihrem neuen Arbeitsplatz noch nicht kennen. Darum schreibt das Arbeitsschutzgesetz dem Arbeitgeber vor...

Neue Mitarbeiter erleiden öfter Arbeitsunfälle als andere, weil sie viele Gefahren an ihrem neuen Arbeitsplatz noch nicht kennen. Darum schreibt das Arbeitsschutzgesetz dem Arbeitgeber vor, "die Neuen" vor Aufnahme ihrer Tätigkeit zu hiermit verbundenen gesundheitlichen Gefahren und deren Vermeidung zu schulen (Erstunterweisung). Bei dieser wichtigen Aufgabe sollten Sie den Arbeitgeber unterstützen, denn oft kennen Sie die Gefahren besser als die Geschäftsleitung. Lesen Sie hier, wie Sie die Erstunterweisung effektiv organisieren und durchführen.

Allgemeine und arbeitsplatzbezogene Sicherheitsinformationen

Die Erstunterweisung umfasst allgemeine Informationen für jeden Mitarbeiter sowie spezielle Kenntnisse für bestimmte Arbeitsplätze. Die allgemeinen Informationen können am besten Sie vermitteln. Bei eher arbeitsplatzbezogenen Kenntnissen ist oft der Vorgesetzte besser geeignet, z. B. der Werkstattleiter. Damit Sie nichts Wichtiges vergessen, erstellen Sie vor der Unterweisung eine Checkliste aller wichtigen Sicherheitsinformationen für den Neuling und tragen Sie jeweils ein, wer für das Vermitteln dieser Informationen verantwortlich ist. Sprechen Sie in jedem Fall mit dem Vorgesetzten des Neuen ab, wer welche Teile der Unterweisung übernimmt.

So bereiten Sie die Erstunterweisung richtig vor

  • Sorgen Sie zunächst durch Absprache mit der Personalabteilung dafür, dass Sie rechtzeitig informiert werden, wenn neue Kollegen eingestellt werden.
  • Stellen Sie dann die Informationen bereit, die jeder neue Mitarbeiter haben muss. Dazu gehören z. B.Flucht- und Rettungswege, Unfallverhütungsvorschriften, Verhalten im Brandfall.
  • Listen Sie dabei alles Wichtige für Ihren speziellen Betrieb auf. Manche Informationen liegen schon schriftlich vor, z. B. Pläne der Rettungswege.
  • Stellen Sie für den "Neuen" eine persönliche Mappe mit diesen Unterlagen zusammen und händigen Sie ihm diese bei der Einweisung aus. Bei umfangreicheren Unterlagen, z. B. den Unfallverhütungsvorschriften, sollte in der Mappe ein Hinweis sein, wo diese einzusehen sind.
  • Gestalten Sie die Unterweisung möglichst anschaulich, indem Sie mit dem neuen Kollegen die Verkehrswege abgehen, ihm zeigen, wo die Feuerlöscher angebracht sind, usw.
    Der Mensch behält nur 30 % von dem, was er hört, aber 90 % von dem, was er selbst tut! Die arbeitsplatzbezogene Unterweisung findet immer am Arbeitsplatz selbst statt. Der Neuling muss Kenntnisse erlangen über die sichere Handhabung aller von ihm zu benutzenden Arbeitsmittel. Typische Inhalte für ein produzierendes Unternehmen sind z. B. Gefahren durch Maschinen oder Werkstoffe und persönliche Schutzausrüstungen, die deshalb benutzt werden müssen.

    Folgendes Vorgehen hat sich bewährt
    Die Einweisung beginnt mit dem Zeigen, Erklären, Klären von Fragen, Vormachen der einzelnen Arbeitsschritte durch den Einweisenden, jeweils verbunden mit den zugehörigen Arbeitsschutzhinweisen. Sind alle Fragen geklärt, lässt der Einweisende die Arbeit vom Arbeitsplatzneuling nachmachen und mit den Sicherheitshinweisen erklären. Beispielsweise Erläutern der Notfall- und Erste-Hilfe-Einrichtungen am konkreten Arbeitsplatz, z. B. Augenduschen. Sorgen Sie auch dafür, dass der Vorgesetzte in der Folgezeit kontrolliert, ob der neue Kollege alle Sicherheitshinweise bei der Arbeit beachtet.

    Dokumentieren Sie die Erstunterweisung sorgfältig Falls ein Mitarbeiter dennoch Opfer eines Arbeitsunfalls wird, muss der Arbeitgeber nachweisen können, dass er seine Unterweisungspflichten erfüllt hat.

    TIPP: Planen Sie für die Unterweisung ausreichend Zeit ein, denn neue Mitarbeiter werden häufiger das Opfer von Arbeitsunfällen als "alte Hasen". Unterweisungen gehören übrigens nicht zu den Einsatzzeiten von Sicherheitsfachkräften bzw. Betriebsärzten. Ziehen Sie bei ausländischen Arbeitskräften mit unzureichenden Deutschkenntnissen einen Landsmann hinzu, der schon länger im Betrieb ist, oder notfalls auch einen Dolmetscher. Deshalb müssen Sie sich vom Unterwiesenen mit Datum und Unterschrift bestätigen lassen, dass er unterwiesen wurde und welche Inhalte bei der Unterweisung behandelt wurden. Bewahren Sie dieses Dokument in der Personalakte des neuen Kollegen auf.

 

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