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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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So gelingt Ihre Unterweisung zu Leitern und Tritten

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Frage: Eine Kollegin ist im Handlager auf dem Elefantenfuß ausgerutscht, hat sich den Knöchel verstaucht und fiel zwei Wochen aus. Muss ich jetzt auch dafür noch Unterweisungen vorsehen?

 

Antwort: Ja, das müssen Sie. Wenn in Ihrem Betrieb Leitern oder Tritte eingesetzt werden, dann gehören diese als Gefahrenquellen in die Gefährdungsbeurteilung. Führen Sie Ihre Unterweisung jährlich und aus besonderem Anlass durch, zum Beispiel wegen des besagten Unfalls. Lesen Sie weiter unten, welche Punkte für Ihre Unterweisung interessant sein können.
Die meisten Unfälle mit Leitern passieren durch menschliches Versagen – dem können Sie durch Ihre Unterweisung vorbeugen. Wer wie Ihre Kollegin einen Rolltritt (Elefantenfuß) benutzt, der kann sich nicht festhalten. Deshalb sollten Rolltritte möglichst nur benutzt werden, wenn man sich irgendwo abstützen kann. Diese Möglichkeit besteht im Handlager in der Regel. Ursache des Unfalls Ihrer Kollegin könnten Unachtsamkeit oder ungeeignete Schuhe gewesen sein. Auch für Tritte sind Konzentration und „richtige Ausrüstung“ erforderlich.
Der Abschnitt 5.1.4 im Anhang 2 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) schreibt vor, dass eine Leiter nur dann benutzt werden darf, wenn der Aufwand unverhältnismäßig hoch wäre, stattdessen ein sichereres Arbeitsmittel zu verwenden. Die Leiter zu benutzen, darf nur eine geringe Gefährdung mit sich bringen.
Die BGI 694 wird deutlicher: Sicherer als Leitern wären zum Beispiel Gerüste oder Hubarbeitsbühnen, und die kommen in Ihrem Handlager vermutlich nicht in Betracht. Zur Gefährdung sagt die BG zum Beispiel, dass man auf der Leiter nicht höher als 7 Meter steigen darf – im Handlager vermutlich ohnehin kein Thema. Aber: Ihre Kollegen dürfen auf der Leiter auch nicht mehr als 10 Kilo transportieren. Das kann schon eher vorkommen, wenn Bestände in Kartons in den oberen Regalen untergebracht werden.

 

Folgende Hinweise können für Ihre Unterweisung interessant sein:

  • Führen Sie auf Leitern nur einfache Arbeiten aus.
  • Achten Sie darauf, dass Sie auf Leitern sicher stehen und sich festhalten können.
  • Setzen Sie nur Leitern ein, die für die jeweilige Arbeit geeignet sind.
  • Stellen Sie Leitern und Tritte immer auf sicherem, ebenem Grund auf.
  • Benutzen Sie Leitern und Tritte nur mit sicherem Schuhwerk.
  • Benutzen Sie Leitern und Tritte nur, wenn Sie nicht abgelenkt sind.
  • Betreten Sie Leitern und Tritte nur allein.
  • Lehnen Sie sich auf Leitern nicht seitlich hinaus und bewegen Sie sich kontrolliert.
  • Transportieren Sie auf Leitern wegen der doppelten Gefährdung keine gefährliche Stoffe.
  • Achten Sie bei Leitern und Tritten auf die Tragfähigkeit – die BGI 694 gibt eine Belastungsgrenze von 150 kg vor.
  • Benutzen Sie Stehleitern nur, wenn sie vollständig ausgeklappt sind.
  • Besteigen Sie Stehleitern ohne Haltevorrichtung nur bis zur drittobersten Stufe.
  • Steigen Sie von Stehleitern nicht über, dabei besteht erhöhte seitliche Kippgefahr.
  • Benutzen Sie Stehleitern nicht als Anlegeleitern.
  • Legen Sie Anlegeleitern nur an sichere Flächen an.
  • Halten Sie bei Anlegeleitern einen Anlegewinkel von 65 bis 75° ein.
  • Anlegeleitern müssen zum Übersteigen mindestens einen Meter überstehen.
  • Setzen Sie nur geprüfte Leitern und Tritte ein.
  • Überprüfen Sie den Zustand von Leitern und Tritten regelmäßig.
  • Setzen Sie Leitern und Tritte der Betriebsanleitung entsprechend ein.
  • Mustern Sie beschädigte Leitern oder Tritte sofort aus und ersetzen Sie sie.

Und als Letztes: Benutzen Sie keine Kisten, Stühle, Tische oder Regale anstelle von Leitern oder Tritten. Nein, das versteht sich leider nicht von selbst.

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