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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Unterweisung: So vermeiden Sie Azubi-Arbeitsunfälle in 2009

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Arbeitssicherheit Unterweisung

Von Wolfram von Gagern,

Auszubildende sind leider ganz besonders gefährdet, einen Arbeitsunfall zu erleiden. Denn bei der Mitarbeitergruppe unter 25 Jahren ist das Risiko um die Hälfte höher als beim Rest der Belegschaft.

Daher sind besondere Maßnahmen notwendig, um Unfälle zu vermeiden. Aus 2 Gründen sind Auszubildende überdurchschnittlich oft in einen Arbeitsunfall verwickelt:

Azubis sind besonders gefährdert

  1. Gerade in der Anfangszeit der Ausbildung schätzen sie Gefahrenquellen falsch ein, da ihnen die notwendige Praxiserfahrung fehlt. Sie unterschätzen beispielsweise die Geschwindigkeit von Gabelstaplern (insbesondere, wenn diese rückwärts fahren) bzw. kennen die Zeichen für Gefahrenstoffe noch nicht, mit denen sie unter Umständen in Berührung kommen.
  2. Sie gehören zu einer Altersgruppe, die das Risiko liebt und Risiken gerne auch als Gelegenheiten zur Mutprobe (miss)versteht. Öfter als „normale“ Mitarbeiter kommen sie auf dumme Gedanken und unterschätzen die damit verbundenen Gefahren.

Beiden Ursachen können Sie nur durch Aufklärung und Schulung entgegenwirken. Das gilt sowohl für allgemeine Gefahren als auch für die ganz spezifischen in Ihrem Betrieb. Sie sollten daher gegebenenfalls mit Hilfe des Sicherheitsbeauftragten ganz gezielt alle möglichen Gefahrenquellen ermitteln und jeden (!) Auszubildenden – auch die volljährigen - mindestens einmal an den jeweiligen Schulungen teilnehmen lassen.

Schulung für betriebsinterne Gefahren

Grundlage für eine umfassende Schulungsreihe ist eine vollständige Liste aller Gefahrenquellen in Ihrem Unternehmen. Bieten Sie Ihrem Sicherheitsbeauftragten an, bei der Optimierung zu helfen.

Tipp: Veranstalten Sie einen Azubi-Wettbewerb nach dem Motto „Wer entdeckt Gefahrenquellen?“. Auszubildende kommen im Laufe der Jahre viel mehr im Betrieb herum als andere Mitarbeiter. Sie wissen ganz genau, wo das Arbeiten gefährlich ist und wo nicht. Damit fördern Sie

  • die Eigenständigkeit der Auszubildenden,
  • den wachen Blick für Gefahren und auch
  • den Mut, Mängel beim Namen zu nennen und diese der richtigen Stelle zu melden.

Ernennen Sie ein Expertenteam zur Beurteilung der Azubi- Vorschläge. Schreiben Sie zudem einen Gewinn, z. B. Einen Tag Sonderurlaub, für den erfolgreichsten Azubi aus. Damit sind gute Voraussetzungen gegeben, eine Schulung bzw. eine Schulungsreihe über das richtige Verhalten gegenüber betriebsinternen Gefahrenquellen erfolgreich durchzuführen.

Tipp: Lassen Sie zusätzlich die Azubis diesen Aspekt in die schriftlichen Ausbildungsnachweise aufnehmen. Das muss nicht wöchentlich geschehen, aber zumindest einmal überblickartig am Anfang und ggf. zusammenfassend am Ende eines Ausbildungsabschnitts. Führen Sie so die Rubrik „Mögliche Gefahrenquellen in der Ausbildungsabteilung XY“ ein. Auch das schult die Wachsamkeit und das Bewusstsein für Gefahren.

Allgemeine Schulung über Gefahrenstoffe und Unfälle

Runden Sie Ihre Schulungsreihe mit einer oder mehreren Schulungen zu allgemeinen Gefahrenquellen und gefährlichen Arbeitsmitteln sowie Roh- und Hilfsstoffen ab. Hier wird Ihnen die Berufsgenossenschaft hilfreich zur Seite stehen. Fragen Sie konkret an, ob eine Schulung in Ihrem Unternehmen durch die Berufsgenossenschaft möglich ist. Ihre monatlichen Beiträge zahlen Sie auch dafür. Halten Sie sich nicht nur an das Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG), sondern übertreffen Sie es deutlich. Wenden Sie die Regelungen zur Sicherheitsunterweisung auch für volljährige Auszubildende an. Das bedeutet, dass Sie – wie im JarbSchG vorgegeben – alle 6 Monate Unterweisungen über

  • Unfall- und Gesundheitsgefahren,
  • Maßnahmen zur Abwehr dieser Gefahren,
  • Maschinen und gefährliche Arbeitsstellen sowie
  • Gefahrenstoffe

wiederholen. Variieren Sie diese Unterweisungen, halten Sie sie eher knapp und erklären Sie den Auszubildenden den Sinn genau. Das erhöht deren Verständnis für die halbjährlichen Wiederholungen.

Tipp: Lassen Sie sich die Teilnahme an jeder Unterweisung schriftlich bescheinigen. Sie tun zwar alles dafür, dass keine Unfälle passieren, aber letztlich können Sie nicht zu 100 % ausschließen, dass der eine oder andere auch bekannte Gefahren nicht ernst nimmt. Insofern bringen Sie sich auf die sichere Seite, wenn der Auszubildende Ihnen seine Teilnahme schriftlich bestätigt.

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