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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Unterweisung: So vermeiden Sie Wespenattacken

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Arbeitssicherheit Unterweisung Wespen

Von Wolfram von Gagern,

Wespen können - wenn man sich falsch verhält - nicht nur unangenehm stechen, sondern unter unglücklichen Umständen auch schwere Unfälle auslösen. So geschehen im Juli im Kanton Schafhausen (Schweiz).

Just an der Stelle, wo ein junger Dachdecker auf einem Hausdach zu tun hatte, hatten Wespen ihr Nest gebaut. Der Beschäftigte wusste sich nicht anders zu helfen, als mit einem Insektenspray auf die Tiere loszugehen. Die Wespen wurden dadurch natürlich aggressiv und griffen den Mann an. Beim Versuch, die Insekten abzuwehren, verlor der Mann den Halt, rutschte das Dach herunter und schlug viereinhalb Meter tiefer auf einer Betonmauer auf. Was aus den Wespen wurde, kann ich Ihnen nicht sagen, der 27-jährige Dachdecker jedoch musste schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Wie Sie Ärger mit Wespen vermeiden können

Gerade jetzt im Spätsommer und frühen Herbst gibt es die meisten Wespen. Wenn Sie Folgendes beachten, können Sie sich eine Menge Ärger ersparen:

  • Nur wenige der vielen Hundert Wespenarten werden uns Menschen lästig.
  • Die meisten Wespen sind friedfertig und vermeiden es, den Menschen anzufliegen. Sie stechen nur zur Verteidigung. Auch die (biologisch zu den Wespen zählenden) größeren Hornissen stechen nur, wenn sie bedroht werden.
  • Wespen und Hornissen haben eine wichtige Funktion im Naturhaushalt. Sie sind natürliche Schädlingsbekämpfer, denn sie füttern ihre Brut mit tierischer Nahrung. Ein Hornissenvolk vertilgt pro Tag etwa ein halbes Kilogramm Insekten, darunter viele Forstschädlinge, Fliegen und Mücken.
  • Wer in der Umgebung eines Wespennestes auf Erschütterungen, hektische Bewegungen und andere Störungen verzichtet, kann oft konfliktfrei mit den Tieren auskommen.
  • Wespen sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, Hornissen unterliegen sogar der Artenschutzverordnung. Wer sie vertreibt, vergiftet oder Nester zerstört, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Wenn ein Wespennest auch beim besten Willen nicht tolerierbar ist

Dennoch kann es zu Situationen kommen, dass Wespen sich so nahe an Wohnräumen oder Arbeitsplätzen ansiedeln, dass ein friedliches Miteinander auf Dauer nicht möglich ist. Was können Sie dann tun?

  • Versuchen Sie nicht, die Wespen mit Gewalt zu vertreiben. Wer im Einflugloch eines Wespennestes herumstochert oder wer mit Sprays, Wasserschlauch oder gar Feuer einen Wespenschwarm bekämpfen will, hat meist schon verloren und wird in aller Regel vor dem nun aggressiv gewordenen Schwarm flüchten müssen.
  • Erkundigen Sie sich stattdessen bei Ihrer lokalen Naturschutzbehörde. Auch Imkervereine und Naturschutzverbände können oft weiterhelfen. Es gibt in vielen Orten Fachleute, oft sogar speziell geschulte „Wespenberater“, die im Notfall Auskunft geben oder sogar einen Wespenstaat komplett umsiedeln.
  • Eine Umsiedlung darf nur durch eine sach- und fachkundige Personen erfolgen und nach Genehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde.
  • Die Feuerwehr ist nicht der richtige Ansprechpartner. Sie darf nicht nach Belieben Wespennester entfernen, sondern in aller Regel nur bei akuter Gefahr eingreifen.

Tipp: Wenn Sie erst jetzt ein Wespennest entdecken, können Sie die Tiere getrost in Ruhe lassen. Denn im Herbst löst sich der Staat auf, spätestens beim ersten Kälteeinbruch können Sie das Nest entfernen. Und selbst wenn sie es hängenlassen, keine Angst, im nächsten Jahre wird niemals das alte Nest erneut besiedelt.

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