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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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Warum Sie elektrotechnische Laien nicht vergessen dürfen

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Elektrokabel
Urheber: demarco | Fotolia

Von Sabine Kurz,

Als Elektrofachkraft wissen Sie, dass Elektrofachkräfte, Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten und elektrotechnisch unterwiesene Personen (EuP) regelmäßig über Risiken und Schutzmaßnahmen bei der Arbeit mit elektrischem Strom unterwiesen werden müssen. Leider vergessen viele Betriebe, dass eine Unterweisung zur Elektrosicherheit für alle anderen, fachfremden Kollegen fast noch wichtiger ist. Wir sagen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen können.

Obwohl praktisch jeder tagtäglich elektrische Geräte oder Anlagen nutzt, lässt das Grundwissen über Risiken der Elektrizität oft zu wünschen übrig. Zwar sind elektrische Gefährdungen in vielen Arbeitsbereichen, vor allem im Büro eher selten, trotzdem sollten Sie dafür sorgen, dass alle Kollegen mindestens beim Beginn ihrer Tätigkeit einmal dazu unterwiesen werden.

Besonders Jugendliche, Praktikanten und Berufsanfänger, aber auch neu eingestellte oder umgesetzte Mitarbeiter sollten Sie mit den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen vertraut machen.

Erfolgreich unterweisen – nicht zu viel voraussetzen!

Scheuen Sie sich nicht, bei so einer Unterweisung auch scheinbar banale Themen anzusprechen. Erfahrungsgemäß haben viele fachfremde Kollegen schlicht und einfach keine Ahnung und sind insgeheim froh, ihre mageren Kenntnisse auffrischen zu können. Am besten, Sie formulieren eine Reihe von Sicherheitsregeln, die Ihre Kandidaten gern auch auswendig lernen können, beispielsweise

  • Nur elektrische Geräte verwenden, die vom Arbeitgeber bereitgestellt wurden. Wer private Geräte wie eine Kaffeemaschine mitbringen möchte, muss das mit der Elektrofachkraft oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) absprechen.
  • Elektrogeräte so benutzen, wie es ihrem Zweck entspricht und in der Bedienungsanleitung formuliert wird, also nur über die dafür vorgesehenen Schalter, Knöpfe, Regler.
  • Elektrische Geräte vor der Benutzung auf sichtbare Schäden prüfen. Sind Kabel abgeknickt oder Isolierungen schadhaft, das Gerät aus dem Verkehr ziehen und dem Vorgesetzten oder der EFK den Schaden melden.
  • Soll ein Kabelroller benutzt werden, muss man zuerst das gesamte Kabel abrollen, damit man es auf sichtbare Beschädigungen des Mantels prüfen kann. Erst dann darf man das Kabel verwenden.
  • Bevor man Mehrfachstecker oder Verlängerungskabel verwendet, sollte man die Elektrofachkraft oder die SiFa fragen. Nie eigenmächtig mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten!
  • Elektrogeräte nie am Kabel aus der Steckdose ziehen, sondern am Stecker anfassen.
  • Schutzabdeckungen von Maschinen oder Gehäuse von Geräten nicht selbst öffnen, sondern das Gerät an die EFK weitergeben.
  • Elektrotechnische Laien dürfen elektrische Geräte nicht selbst reparieren – auch nicht, wenn sie glauben, das zu können.
  • Keine Elektrokabel über Laufwege legen. Sind zusätzliche Kabel erforderlich, von der EFK oder SiFa eine Kabelbrücke o. Ä. installieren lassen.
  • Elektrogeräte nicht mit nassen Händen anfassen.
  • Elektrogeräte wie z. B. Kaffeemaschinen zur Reinigung nie in Wasser tauchen. Vor dem Putzen den Netzstecker ziehen und nur das Gehäuse mit einem feuchten Lappen reinigen.

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Erste Hilfe nach einem Stromunfall? – Eigenschutz geht vor!

Immerhin 100 Personen pro Jahr sterben in Deutschland bei einem Elektrounfall. Das Risiko, einen solchen Unfall am Arbeitsplatz zu erleiden oder als Zeuge miterleben zu müssen, ist also gering. Dennoch sollten auch elektrotechnische Laien wissen, was dabei passiert und wie man helfen kann. Informieren Sie die Kollegen, dass 

  • bei einem Stromunfall der menschliche Körper den Stromkreis zwischen zwei unter Spannung stehenden Teilen schließt, sodass es zur Körperdurchströmung kommt.
  • Körperdurchströmungen vor allem zu Atemstörungen, Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern führen können. Es besteht Lebensgefahr!
  • erste Hilfe nach einem Elektrounfall gefährlich werden kann. Berührt ein Helfer das Unfallopfer, wird auch er Teil des Stromkreises und erleidet ebenfalls eine Körperdurchströmung. Deshalb muss vor der Ersten Hilfe unbedingt der Stromkreis sicher unterbrochen werden. Diese Grundregel sollte wirklich jeder Kollege kennen!
  • der Stromkreis nach einem Elektrounfall am besten über die Sicherung unterbrochen wird. Den Netzstecker darf man nur ziehen, wenn das gefahrlos möglich ist, also wenn man das Unfallopfer nicht versehentlich berühren kann, wenn der Boden nicht nass ist o. Ä.
  • man das Opfer aus sicherer Entfernung mit einem nicht leitenden Gegenstand, beispielsweise einem Besenstiel ohne Metallteile, von der Stromquelle trennen sollte, wenn es nicht gelingt, den Stromkreis zu unterbrechen.
  • man nach einem Stromunfall unbedingt so schnell wie möglich einen Notarzt alarmieren sollte. 

 

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