Warum nicht gleich – Abschreibung von Wirtschaftsgütern

Im Rahmen Ihrer unternehmerischen Tätigkeit müssen Sie immer wieder neue Maschinen, Fahrzeuge und Arbeitsmittel anschaffen, die dann für einen längeren Zeitraum für Ihre Geschäftstätigkeit eingesetzt werden. Diese Anlagegüter verlieren z.B. durch Abnutzung, den technischen Fortschritt oder durch rechtliche Restriktionen im Laufe der Zeit an Wert. Um diese Wertminderung in Ihrer Buchführung auch entsprechend darzustellen, müssen Sie Ihr Anlagevermögen abschreiben.

Mit dieser sogenannten Absetzung für Abnutzung wird der Wert des jeweiligen Anlagegutes auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt und mindert den Gewinn in den Jahren, in denen das betreffende Anlagegut auch genutzt wurde.

So ermitteln Sie die korrekte Abschreibung

Dazu ist es zunächst notwendig, die Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes zu ermitteln. Eine gute Basis bildet hier die allgemeine Abschreibungstabelle. Die in ihr festgehaltenen Werte sind Erfahrungswerte, die von Rechtsprechung, Verwaltung und Wirtschaft allgemein anerkannt sind. Diverse Branchen greifen zusätzlich auf Branchentabellen zurück, die auf deren speziellen Bedürfnisse angepasst sind.

Können Sie glaubhaft machen, dass bei einem Ihrer Anlagegüter eine kürzere Abschreibungsdauer notwendig ist als es die AFA-Tabelle vorsieht, können Sie auch von den in der Tabelle aufgeführten Nutzungsdauern abweichen. Stellen Sie sich jedoch hier auf Rückfragen des Finanzamts ein.

Planmäßig können nur abnutzbare Sachanlagen abgeschrieben werden. Anders sieht das bei außerplanmäßigen Abschreibungen aus, diese können bei allen Aktiva-Posten vorgenommen werden.

Wie Sie die korrekten Beträge der Abschreibung berechnen

Mit der Abschreibung Ihres Wirtschaftsgutes können Sie bereits im Zeitpunkt der Betriebsbereitschaft starten, und das ist i.A. der Zeitpunkt des Kaufs. Sie brauchen hier nicht auf den Zeitpunkt der ersten Inbetriebnahme warten.

Die Höhe der Abschreibungsbeträge je Monat oder Jahr hängen u.a. von der gewählten Abschreibungsmethode ab. Welche zum Einsatz kommt, ist wiederum von gesetzlichen Vorgaben und der gewählten Bilanzpolitik abhängig. Die einfachste ist die lineare Abschreibungsmethode. Bei ihr teilen Sie die Anschaffungskosten gleichmäßig auf die Nutzungsdauer auf.

Beispiel: Sie haben einen Computer für 720 € angeschafft. Laut Afa-Tabelle beträgt die Nutzungsdauer drei Jahre, also 36 Monate. Sie erhalten den monatlichen Abschreibungsbetrag, indem Sie die 720 € auf die 36 Monate aufteilen. Sie schreiben monatlich also 20 € ab.

Diesen ermittelten Werteverlust erfassen Sie jährlich über die Abschreibungen und verbuchen ihn als Aufwand.

Sonderfall Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

Nicht nur aufgrund des zu betreibenden Buchungsaufwands sind Abschreibungen für Unternehmen ein schlechtes Geschäft. Schließlich fallen die Ausgaben bereits im Zeitpunkt der Anschaffung an, zu einem Aufwand und damit steuermindernd wird dies teilweise erst viele Jahre später. Umso erfreulicher, dass es zumindest für geringwertige Wirtschaftsgüter hier eine Ausnahme gibt: Diese können Sie sofort im Jahr der Anschaffung zu 100 % abschreiben. Vorausgesetzt, der Anschaffungswert liegt unter 410 € netto.

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