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Die Krise ist da: Notfallstatement, Erstmeldung oder wegducken?

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Presse, Aktuelles
Urheber: Zerbor | Fotolia

Von Marion Steinbach,

Krisen haben ihre eigenen Gesetze: Sie kommen oft überraschend und können eine komplette Organisation lahmlegen. Wir wollen Ihnen zeigen, wie Sie im akuten Notfall richtig reagieren und worauf Sie achten müssen.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten für ein produzierendes Unternehmen. In Ihrer Fabrik ist ein Feuer ausgebrochen. Vor Ort sind nicht nur die Polizei und Feuerwehr, sondern sehr schnell auch die Pressevertreter. Das ist der Anlass, für den Sie ein Notfallstatement brauchen – also eine Aussage, die unmittelbar im Anschluss an das Ereignis gegeben werden kann.

Problematisch in dieser Situation ist meistens, dass Sie selbst noch in der Phase sind, in der Sie Informationen sammeln und viele Fragen auch intern ungeklärt sind. Wie groß ist das Gefahrenpotenzial? Wie viele Personen sind betroffen? Wie hoch ist der Schaden? Was wird jetzt als Nächstes geschehen? Das sind einige der Fragen, die in dieser Situation auf Sie einprasseln.

Auf das Bekannte beschränken: das Notfallstatement


Für das Notfallstatement gilt eine wichtige Regel: Lassen Sie sich nicht auf Spekulationen ein! Niemals! Antworten Sie nur auf Fragen, die Sie zu diesem Zeitpunkt wirklich beantworten können. Es ist besser, auf laufende Aktivitäten zu verweisen, statt sich hinterher korrigieren zu müssen.

Um bei unserem Beispiel (Brand) zu bleiben: Wenn Sie noch nicht wissen, wie viele Mitarbeiter wie schwer verletzt wurden, dann sagen Sie das offen. Vor allem: Spielen Sie es nicht herunter. Denn es kann gut passieren, dass Sie gerade sagen, niemand sei verletzt worden, während durch das Werkstor schon der Rettungsdienst mit Blaulicht fährt.

Beantworten Sie ausschließlich diese Fragen:

  • Was wissen wir jetzt schon sicher?
  • Welche Aktivitäten laufen gerade?
  • Wie sehen die nächsten Schritte aus?
  • Wozu können wir – zum jetzigen Zeitpunkt – noch keine Angaben machen?
  • Was muss die Öffentlichkeit jetzt unbedingt wissen (z. B. Empfehlung an die Bürger, die Fenster zu schließen)?
  • Wann werden wir weitere Informationen haben?

Die Initiative ergreifen: per Erstmeldung

Mit dem Notfallstatement haben Sie eine guteBasisfürIhreErstmeldung.Worum geht es dabei? Während Sie beim Notfallstatement im 1:1-Dialog mit einem (oder mehreren) Medienvertreter(n) stehen, ist die Erstmeldung Ihre Pressemeldung, die Sie im Notfall an Ihren Presseverteiler verschicken.

Für die Erstmeldung gelten die gleichen Fragen wie für das Notfallstatement. Der Unterschied liegt darin, dass Sie jetzt von sich aus die Initiative ergreifen und nicht erst darauf warten, dass Ihnen jemand die Kamera, das Mikrofon oder den Notizblock vorhält.

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Ein Tipp dazu: Eine Erstmeldung ist auch dann richtig und empfehlenswert, wenn Sie noch nicht sehr viele Fragen beantworten können. Je nach Art der Krise müssen Sie ohnehin später weitere Meldungen nachlegen. Deshalb ist es besser, wenn Sie nur wenige, aber gesicherte Informationen in die Erstmeldung schreiben und darauf hinweisen, dass Sie bei neuen Erkenntnissen weiter informieren werden.

Keine Alternative: Wegducken!

In vielen Krisensituationen wünschen wir uns, wir könnten uns einfach wegducken, keine Informationen aktiv verteilen geschweige denn Interviews geben. In Zeiten von Internet und Social Media ist das keine Alternative mehr. Denn: Medien, freie Journalisten und Blogger können im Notfall schnell viele Ressourcen aktivieren, die rund um Ihre Krise recherchieren. Wenn die Informationen nicht über die offiziellen Kanäle fließen, haben die meisten Journalisten genügend interne Quellen, die sie im Notfall „anzapfen“ können.

Wegducken bedeutet also nichts anderes als: Sie geben Ihre Informationshoheit und die Kontrolle über den medialen Verlauf der Krise anderen in die Hand. Das müssen Sie auf jeden Fall vermeiden!

Schon vor der Krise: Bereiten Sie sich auf den Worst Case vor


Selbst wenn wir alle hoffen, dass eine Krise für unser Unternehmen nicht eintritt, passieren kann immer etwas. Erarbeiten Sie deshalb für Ihr Unternehmen Texte für die verschiedenen möglichen Notfälle. Auch wenn Sie diese im Ernstfall natürlich anpassen müssen, haben Sie damit eine gute Grundlage, auf der Sie auftauen können. So verlieren Sie weniger kostbare Zeit und können besser im Gespräch bleiben oder Fakten recherchieren.

Dazu noch ein Tipp: Laden Sie die Verantwortlichen der unterschiedlichen Abteilungen zu einer Brainstorming-Session ein. Sammeln Sie mögliche Krisenszenarien, zu denen Sie Notfallstatements und Erstmeldungen formulieren.

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