Gratis-Download

Durch Berichte in der Zeitung oder in lokalen Radiosendern erzielen Sie die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit - und das völlig...

Jetzt downloaden

Öffentlichkeitsarbeit: In manchen Fällen hat der Journalist ein Recht auf Ihre Auskunft

0 Beurteilungen

Erstellt:

Das Telefon klingelt. Sie heben ab. Es meldet sich jener Journalist, der in Ihrer Pressestelle für Stadtentwicklung bekannt ist für seine bohrenden Fragen. Für das Suchen nach kleinen und großen Pannen. Für Storys, deren Veröffentlichung Sie verhindern möchten. Während Sie nachfragen, um Zeit zu gewinnen, merken Sie, wie aus Ihrer vagen Vermutung einer neuerlichen Attacke Gewissheit wird. Sie sind versucht, mit einer einzigen Antwort dieses Telefongespräch zu beenden: Kein Kommentar. Und weil Sie sich schon mehrfach über den Pressevertreter geärgert haben, würden Sie am liebsten noch einen Schritt weiter gehen und den unliebsamen Kandidaten aus Ihrem Presseverteiler streichen, ihm somit den Informationskanal zu den Themen der Stadt versperren. Diese Reaktionen mögen Ihrer Wut entsprechen, aber rechtens sind sie nicht. Warum dies so ist und wie Sie auf solche Anfragen professionell reagieren, zeigt Ihnen Dr. Marion Steinbach, Chefredakteurin von PR Praxis.

Journalisten haben einen Anspruch auf Auskunft öffentlicher Institutionen, so regeln es die Landespressegesetze.
Dieser journalistischen Auskunftspflicht unterliegen - solange die Information nicht das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder gar die innere oder äußere Sicherheit gefährden - Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden. Sie betrifft Krankenhäuser ebenso wie Theater und Schwimmbäder. Und sie bedeutet, dass die uneingeschränkte Pressefreiheit gegenüber dem Staat garantiert werden soll. Somit sind Bürger, Vereine und private Unternehmen von der Regelung ausgeschlossen. Und weitergehend begründbar finden Sie Ihre Auskunftspflicht je nach Thematik formuliert als Informationsfreiheitsgesetz, als Umweltinformationsgesetz, als Verbraucherinformationsgesetz.
Mein Hinweis
Auszüge aus den Landespressegesetzen, die bis auf wenige Unterschiede nahezu identisch sind, finden Sie unter www.presserat.de einer Übersicht aufgeführt. Aber zurück zu unserem Beispiel: Als PR-Verantwortlicher zum Beispiel im Bereich Stadtmarketing sind Sie der Ansprechpartner der Presse und haben wenig Spielraum, die Auskunft zu verweigern. Es sei denn:

  • mit der Auskunft würden Sie gegen die Wahrung von Persönlichkeitsrechten verstoßen oder gar die Sicherheit gefährden,
  • zum nachgefragten Thema ist ein Gerichtsverfahren anhängig und mit einer Information würden Sie dieses Verfahren verzögern, beeinflussen oder gar gefährden,
  • Sie würden eine begründete Anweisung zur Geheimhaltung verletzen. Dann dürfen Sie zunächst einmal schweigen.


Dann dürfen Sie zunächst einmal antworten: ‘kein Kommentar’ - und eine dieser Begründungen anführen. Allerdings wird sich der Journalist im Extremfall jedoch darauf berufen, dass die Öffentlichkeit ein Recht habe, über Entwicklungen informiert zu werden, und eine - in der Regel sehr schnelle - gerichtliche Entscheidung einholen. Und dies wiederum verspricht Ihnen garantiert eine negative Berichterstattung.

Das Fazit zum Thema lautet:

  • Bemühen Sie sich um eine transparente Auskunft, wenn Journalisten fragen.
  • Bemühen Sie sich zu erfahren, welche Intention der Journalist verfolgt. Fragen Sie nach. Versuchen Sie herauszufinden, in welchem Zusammenhang die Fragen stehen, ob eine Meldung, ein Bericht oder gar eine Reihe zum Thema geplant ist.
  • Bieten Sie dem Journalisten an, die Information so schnell wie möglich zu sammeln und ihn in kurzer Zeit zurückzurufen. Denn so gewinnen Sie Zeit, um sich mit Ihrem Vorgesetzten abzustimmen, um vielleicht sogar in die Offensive zu gehen, also eine Pressemitteilung zu dem Thema herauszugeben. Damit verliert das Thema an Exklusivität und somit an Intensität. Sie sollten die Folgen für jeden Ihrer strategischen Schritte gut abwägen, um nicht Gefahr zu laufen, dass eine kleine Anfrage zum großen Problem aufgebauscht wird.
  • Bemühen Sie sich darum, dass der Journalist mit einer schriftlichen Antwort einverstanden ist. Denn das gesprochene Wort am Telefon ist leicht interpretierbar und im Zweifel passiert das nicht in Ihrem Sinne.


Achtung: Geben Sie niemals Geld für eine Auskunft. Jede behördliche Auskunft an Journalisten ist gebührenfrei. Es sei denn, sie erfordert Kopierarbeit von außergewöhnlichem Umfang oder verursacht hohe Portokosten. Dann dürfen Sie diese Kopier- und Portokosten in Rechnung stellen. Aber die Auskunft als solche bleibt kostenfrei.

Marketing- & PR-Trends

Erweitern Sie Ihr Marketing-Wissen mit den besten praxiserprobten Werbeideen, den witzigsten Werbeslogans und -sprüchen, Best-Practice-Beispielen, Checklisten und leicht nachvollziehbaren Anleitungen.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Praxiswerkzeuge und Know-how für Vertriebsprofis

Immer einen Tick voraus: Erfolgsbeispiele, Insider-Tipps, Ideen und Online-Trends für erfolgreiches Marketing

Arbeitshilfen und Praxis-Know-how für PR Profis

Das Buch liefert Ihnen die Grundlage, um datenschutzkonforme Alternativen verständlich erklären zu können.