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„Wie geht man rechtssicher mit Presseveröffentlichungen um?“

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Recht
Urheber: psdesign1 | Fotolia

Von Marion Steinbach,

Leserfrage: Zukünftig wollen wir zeigen, welche Medien in welcher Form über unser Unternehmen berichten. Wir möchten deshalb einen Pressespiegel auf unserer Website veröffentlichen. Er soll sowohl Printmedien als auch Onlineveröffentlichungen enthalten. Nun diskutieren wir gerade intern, welche Rechte und Pflichten unsererseits mit einer Veröffentlichung einhergehen. Können wir ungefragt aktuelle Clippings als PDF auf die Homepage stellen? Oder müssen wir vorher bei der Redaktion um Freigabe der Nutzungsrechte bitten?

Antwort Dr. Marion Steinbach: Das ist eine sehr berechtigte und wichtige Frage. Wer Öffentlichkeitsarbeit betreibt, ist auch verpflichtet, sich regelkonform zu verhalten. Das hat nichts mit einem journalistischen Ehrenkodex zu tun, sondern es handelt sich hierbei um eine Absicherung in Bezug auf das Image und es geht um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Regelverstöße können mitunter schnell sehr teuer werden.

Wie sichern Sie sich also ab? Sie sind verpflichtet, die Erlaubnis zur Veröffentlichung eines Beitrags bei der jeweiligen Redaktion einzuholen - egal, ob es sich um einen Fachtext aus Ihrer Feder handelt oder ein Interview, das ein Redakteur mit Ihrem Geschäftsführer geführt hat. Sie brauchen die Erlaubnis vorab, das heißt vor der Veröffentlichung durch Sie, und schriftlich - zu Ihrer Sicherheit. Grundlage hierfür ist das Urheberrechtsgesetz (UrhG), hier vor allem § 12 und auch § 49 (www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/urhg/gesamt.pdf):

  • In § 12 ist festgehalten, dass der Urheber bestimmen kann, ob und wie sein Werk veröffentlicht werden darf. Wenn er aber die Nutzungsrechte an das Medium bzw. den Verlag abgegeben hat, dann hat dieses/dieser das Bestimmungsrecht inne.
  • § 49 bezieht sich auf Zeitungsbeiträge und Rundfunkkommentare. Deren Verbreitung ist nur zulässig, wenn diese politische, wirtschaftliche oder religiöse Tagesfragen betreffen. Festgehalten ist in diesem Paragraphen auch, dass dem Urheber für die Veröffentlichung eine angemessene Vergütung zu zahlen ist.

Eigene Fachtexte sind wie Beiträge fremder Autoren


Sie fragen sich jetzt sicher zu Recht: Was ist mit von uns selbst verfassten Fachbeiträgen, die das Medium 1:1 abdruckt? Hierbei haben Sie trotz Urheberschaft die Nutzungsrechte an den Verlag abgetreten und müssen diese wieder schriftlich einholen. Es ändert sich also nichts an der Vorgehensweise. Es ist gleich, ob Sie Ihren eigenen Text auf Ihrer Presseseite veröffentlichen möchten oder einen Beitrag von einem anderen Autor über Ihr Unternehmen.

Sonderfall: Onlineveröffentlichungen

Bei Onlineveröffentlichungen wird es für Sie leichter. Hierbei reicht es aus, dass Sie auf den Beitrag hinweisen - mit eigenen Worten sowie einer Verlinkung auf den Text. Nicht erlaubt ist es jedoch, den kompletten Beitrag zu kopieren, auch wenn Sie zusätzlich auf ihn verlinken. Das wäre zudem auch für Sie nachteilig, denn Google würde Ihre Website aufgrund des doppelten Inhalts abstrafen.

Beschränken Sie sich daher lieber auf einen knappen Auszug. Oder: Sie informieren alternativ Ihre Leser in einem kurzen Text, warum Ihnen das Thema so am Herzen liegt. Vielleicht gibt es auch zusätzliche Aspekte, die im Beitrag nicht aufgeführt sind oder einen neuen Blickwinkel eröffnen. Dann schreiben Sie unbedingt darüber.

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2 Möglichkeiten, Pressetexte korrekt zu veröffentlichen

Möglichkeit 1: Sie holen eine offizielle Freigabe ein

Sie machen sich die Arbeit, jeden Text, den Sie veröffentlichen wollen, vom Verlag freigeben zu lassen. Im Zweifelsfall liegt das ausschließliche Nutzungsrecht beim Verlag, weil die Journalisten die Rechte an den Verlag abtreten. Das heißt: Er kann bestimmen, ob Sie den Beitrag auf Ihre Homepage stellen dürfen.

Erfragen Sie das Nutzungsrecht unbedingt schriftlich - per E-Mail genügt -, und lassen Sie sich die Antwort darauf ebenfalls schriftlich geben. Am besten schreiben Sie die Redaktion an. Sagen Sie in Ihrer Anfrage kurz, wofür Sie den Text verwenden möchten und in welcher Form:

  • den gesamten Beitrag (Fach- oder Publikumsmagazin, Tageszeitung),
  • nur die Seite, auf der Ihr Produkt vorgestellt wird (betrifft meist Publikumsmagazine),
  • oder sogar nur den Seitenausschnitt mit Ihrem Produkt (betrifft meist Publikumsmagazine) inklusive Titelbild (bietet sich nur bei Magazinen an),
  • imPDF-oderJPG-Format.


Beschreiben Sie auch, wie Sie auf den Urheber verweisen: Angabe zum Medium, zur Ausgabe oder dem Veröffentlichungsdatum, zum Autor.

Was kann passieren? Der Verlag gibt Ihnen grünes Licht und Sie können in der von Ihnen angegebenen Form den Beitrag veröffentlichen. Möglicherweise räumt der Verlag Ihnen das Recht zur Veröffentlichung aber auch nur gegen Zahlung eines Honorars ein. Angemessen ist ein Honorar zwischen 50 und 200 Euro.

Sie müssen entscheiden, wie viel Ihnen die Veröffentlichung wert ist und welche Erwartungen Sie an diese knüpfen, z. B. Imageaufbau als Experte. Oft ist mit dem Honorar auch die Option einer Sonderveröffentlichung verbunden. Das heißt: Sie erhalten eine printfähige PDF-Datei mit Titel und Text zur weiteren Verwendung, z. B. für die Auslage oder Verteilung auf Messen.

Möglichkeit 2: Sie belegen die Veröffentlichung ohne freigegebenes PDF

Wenn Ihnen der Aufwand zu groß ist, die Nutzungsrechte einzuholen, haben Sie noch die Möglichkeit, die Veröffentlichung auf Ihren Presseseiten aufzuführen, ohne diese durch ein PDF zu belegen. Die Nennung umfasst den Titel des Beitrags, das Medium, die Ausgabe und den Autor. Sie kann zudem eine kurze eigene Zusammenfassung enthalten oder die Hauptaussage in 2 bis 3 Sätzen wiedergeben.

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