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Kommunikation: Eine Einigung finden – fair streiten mit allen Ressourcen

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Konsensgespräche: Mehr als nur Kompromisse
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Konsensbeschlüsse haben oft das Problem des „kleinsten gemeinsamen Nenners“. Dass in einem Konsensgespräch jedoch viel mehr stecken kann als Kompromisse, zeigt dieser Beitrag.

Konsensbeschlüsse haben oft das Problem des „kleinsten gemeinsamen Nenners“: Sie führen zu erzwungenen Ergebnissen, die womöglich noch unter Zeitdruck entstanden sind und durch persönliche Abstimmungsniederlagen sowohl Sieger als auch Besiegte zurücklassen. Dass in einem Konsensgespräch jedoch viel mehr stecken kann als Kompromisse, zeigen die Techniken der kalifornischen Managementberatung DRM Associates, die sich auf das Unterstützen von Produktentwicklungen spezialisiert hat.

„Konsens ist ein Entscheidungsprozess, der die Ressourcen eines Teams oder einer Verhandlungsgruppe trotz schwieriger Sachlage in vollem Umfang nutzt.“ DRM Associates

Ziel des Konsensgesprächs ist demnach nicht nur der Konsens an sich, sondern das Zulassen und Fördern vielfältiger Meinungen, Ideen und Kontroversen auf dem Weg zu einem Beschluss, der von allen Schultern ohne Verluste und Niederlagen getragen werden kann. Hier zunächst die Vor- und Nachteile von Konsensgesprächen im Überblick:

Vorteile des Konsensgesprächs

  • Ein systematisch und mit ausreichend Zeit entstehender Konsens macht es möglich, die Meinung jedes Einzelnen zu hören und darauf eine Gruppenentscheidung aufzubauen, die möglichst viele relevante Faktoren einschließt. Das erfordert Vertrauen und Respekt innerhalb eines Teams.
  • Interessante Ideen und Meinungen gehen nicht verloren, da keine Mehrheitsabstimmungen erfolgen und die Besprechung nicht auf bloßes Abnicken von Vorschlägen ausgerichtet ist.
  • Ein produktiver Konsens führt nicht zum kleinsten, sondern zum größten gemeinsamen Nenner, den alle Mitglieder der Gruppe akzeptieren können – auch wenn er zwangsläufig nicht die optimale Entscheidung für jedes Mitglied sein kann.

Nachteile des Konsensgesprächs

  • Ergebnisse sind meist schwieriger und zeitaufwändiger zu erreichen als durch eine schnelle Abstimmung oder eine einsame autokratische Entscheidung. Ergebnisse werden durch Kompromisse erreicht, die nicht alle zur Sprache gekommenen Alternativen enthalten können.
  • Vollständige Einstimmigkeit ist selten möglich (und kann deshalb auch von vornherein nicht das Ziel sein).

 

5 Basis-Regeln für Konsensgespräche

1. Es muss über die gesamte Zeit sichergestellt sein, dass jeder vorurteilslos angehört wird.
Ihre eigenen Positionen und Ideen sowie die der anderen Teilnehmer sollten wirklich eigene sein – und nicht nur als Gegenreaktionen auf andere Meinungen entstanden sein. Das heißt: Reaktionen und Kommentare müssen inhaltlich und fachlich sorgfältig bedacht werden und dürfen nicht von persönlichen Abneigungen, Gruppendynamiken, früheren Grabenkämpfen oder hierarchischen Ansprüchen beeinflusst sein. Wobei natürlich jeder Teilnehmer seine Position so überzeugend wie möglich vertreten sollte.

2. Eine Patt-Situation darf nicht zum Gewinner/Verlierer-Denken führen.
Sonst wird das Ergebnis letztlich mit der Brechstange „Abstimmung“ erzielt. Suchen Sie stattdessen die nächsten akzeptablen Alternativen für alle Beteiligten. Setzen Sie dabei auf Kreativität: Wenn eine Konsenslösung erwünscht, aber unter Berücksichtigung der Vorgaben nicht möglich ist, dann müssen eben die Vorgaben verändert werden.

3. Eine Konsenssitzung soll das Potenzial unterschiedlicher Standpunkte nutzen.
Harmoniedenken ist deshalb unproduktiv. Wer seine Meinung ändert, um mit möglichst wenig Konflikten zu einer Einigung zu gelangen, lebt zwar bequemer, macht sich damit jedoch entbehrlich, weil er zum Ergebnis nichts beiträgt. Seien Sie deshalb misstrauisch, wenn eine Vereinbarung zu schnell und zu leicht zu Stande kommt. Hinter solchen „Einigungen“ verbergen sich oft schlichtes Desinteresse, ein Mangel an Ideen, fehlende Positionen oder gar Lobbyismus.

4. Im Mittelpunkt muss immer die Sache stehen – nicht die Einigung.
Vermeiden Sie, Potenzial fördernde Gegensätze durch Abstimmungstechniken (Stimmenmehrheit, Münzwurf) im Keim zu ersticken. Für die Sache besonders schädlich und gefährlich ist der Tauschhandel („Wenn Sie Punkt 1 zustimmen, stimmen wir bei Punkt 2 für Sie“). Nicht selten sind Kungelei und zufriedenes Schulterklopfen bereits der Anfang vom Ende dessen, was damit beschlossen wurde – etwa wenn es sich um die Entwicklung eines neuen Produkts handelt, das am Ende wegen fauler Kompromisse erfolglos am Markt vorbei produziert wird.

5. Unterschiedliche Meinungen sind „natürlich“ und deshalb sehr willkommen.
Stellen Sie Unterschiede in der Diskussion deutlich heraus, statt sie zu glätten. Denn Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen darüber können die Informationspalette erweitern und somit die Entscheidungsfindung der Gruppe (wie auch die individuelle Zufriedenheit damit) sogar begünstigen.

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