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Networking: Das Geheimnis der kleinen Details mit großer Wirkung

3.2 5 Beurteilungen
Networking: Pflegen Sie gezielt Kontakte
© FotolEdhar - Fotolia.com

Von Jörg Schötensack,

Ein solides Networking sichert Ihnen gute Kontakte und bringt Sie auf der Karriereleiter voran. Wer auf der Karriereleiter vorankommen oder als Unternehmer erfolgreich sein will, ist darauf angewiesen, tragfähige Kontakte herzustellen. Denn das Know-who – wen Sie kennen – gewinnt gegenüber dem Know-how – was Sie wissen – zunehmend an Bedeutung.

5 gute Gründe, warum Sie mit Selbstbewusstsein Kontakte knüpfen und vertiefen sollten

„Knüpfen Sie Kontakte, als hinge Ihr Leben davon ab – denn das tut es!“

Diese Schlagzeile auf einem Ratgeber zum Thema „Netzwerken“ mag ein wenig drastisch klingen, sie hat aber im Kern Recht: Beziehungen sind der Dreh- und Angelpunkt des Lebens. Privat wie beruflich werden Sie sehr viel einfacher vorankommen, wenn Sie auf ein Netzwerk von Ihnen wohl gesonnenen Kritikern, Ratgebern und tatkräftigen Unterstützern zurückgreifen können. Wie auch Ihr Leben erfüllter sein wird, wenn Sie anderen helfen können.

Ist Ihnen dennoch der Gedanke, gezielt Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, „irgendwie unangenehm“? Dann sehen Sie das Ganze doch einfach einmal andersherum: Machen Sie sich klar, dass die anderen von Ihnen genauso profitieren werden wie Sie von ihnen. Es geht um gegenseitige Hilfe. Denn:

  1. Sie kennen andere Menschen und können daher Kontakte vermitteln oder Türen öffnen.
  2. Sie lesen regelmäßig Fach- und andere Zeitschriften, in denen Sie auf Artikel oder Informationen stoßen, die für andere nützlich oder interessant sein können.
  3. Sie verfügen über Erfahrungen, die anderen nützlich sein können – ganz gleich, ob es sich dabei um berufliche Kenntnisse handelt oder um Wissen, das Sie sich aus privatem Interesse angeeignet haben.
  4. Sie recherchieren im Internet zu eigenen Themen und entdecken dabei interessante Links zu Themen, die für andere wichtig sind.
  5. Sie erfahren von Projekten und Vorhaben, für die Mitstreiter gesucht, Aufträge vergeben oder Informationen gebraucht werden.

So optimieren Sie Ihr persönliches Kontaktmanagement: 4 einfache Schritte

Schritt 1: Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Wenn Sie Ihr Kontaktmanagement ernsthaft optimieren möchten, sollten Sie zunächst einmal eine Bestandsaufnahme machen – und zwar schriftlich, in einer Kontaktliste. Legen Sie auf einem DIN-A4-Blatt zunächst 4 Spalten an:

  • Name
  • Intensität
  • aktivieren/vertiefen?
  • Kommentar/Kennzeichen

Füllen Sie dort erst einmal die Spalten 1 und 2 aus:

  • Spalte 1 – Name: Hier notieren Sie einfach untereinander weg die Namen Ihrer Kontakte. Bei sehr vielen Kontakten können Sie sich auch für verschiedene Bereiche (beispielsweise „Firma“, „Verbände, Vereine und andere Organisationen“, „Freunde und Bekannte“) jeweils eine eigene Kontaktliste anlegen.
  • Spalte 2 – Intensität: Hier bewerten Sie anschließend jeden Kontakt nach seiner Intensität mit einer Zahl von 1 (sehr guter Kontakt) bis 5 (kenne ich nur flüchtig).

Schritt 2: Treffen Sie Entscheidungen

Überlegen Sie sich: Wie viel Zeit können und wollen Sie in den Aufbau neuer bzw. die Pflege bestehender Kontakte investieren? Seien Sie dabei realistisch. Es hilft nichts, wenn Sie jetzt in einer konzertierten Aktion eine Menge Termine machen oder E-Mails losschicken und dann später nicht die Zeit finden, die Kontakte weiterzuverfolgen.

Pflege bestehender Kontakte

Gehen Sie Ihre Kontaktliste(n) durch, und überlegen Sie sich zu jedem fachlichen oder beruflichen Kontakt:

  • Wie hilfreich ist dieser Kontakt für meine Ziele? Wie wichtig ist mir die Beziehung zu dieser Person?
  • Mit wem verbringe ich viel Zeit, ohne dass ich mich danach belebt fühle? Möchte ich das weiterhin so handhaben oder künftig weniger Zeit mit dieser Person verbringen?
  • Zu wem möchte ich den Kontakt intensivieren oder wieder aufleben lassen?

Notieren Sie die Ergebnisse Ihrer Überlegungen in Spalte 3, eventuell mit einem Kommentar in Spalte 4.

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Aufbau neuer Kontakte

Überlegen Sie sich anschließend, wie Sie etwaige Lücken im Netzwerk schließen können. Gibt es Menschen, die Sie nur vom Sehen oder Hörensagen kennen und die Sie gerne in Ihrem Netzwerk hätten? Dann notieren Sie deren Namen in Spalte 1, und ergänzen Sie in Spalte 4 den konkreten Nutzen, den Sie sich von dieser Person versprechen, damit Sie wissen, warum Sie Zeit und Energie einsetzen, die Sie zum Aufbau einer Beziehung benötigen.

Dieser Nutzen muss übrigens nicht immer in konkreten Kenntnissen oder Fertigkeiten bestehen oder in den Kontakten, die jemand mitbringt. Vielleicht suchen Sie ja auch einfach nach jemandem, der Sie durch seine Erfahrung und mit seiner Begeisterung anspornt und motiviert?

Beim Aufbau neuer Kontakte können Sie auch andersherum vorgehen: Überlegen Sie, welche Lücken es in Ihrem Netzwerk gibt, und beschreiben Sie entsprechend in Spalte 4, welche Kennzeichen die Personen haben sollten, die Sie für Ihr Netzwerk suchen, beispielsweise:

  • Kontakte zu Medienvertretern
  • Entscheidungsträger im Pharmabereich
  • Sinn für Sprache

Anschließend überlegen Sie: Gibt es Menschen, die entsprechende Kennzeichen haben und zu denen Sie Kontakt aufnehmen könnten?

Schritt 3: Werden Sie aktiv

Ein persönliches Netzwerk entsteht zum einen dadurch, dass Sie Ihre vorhandenen Kontakte vertiefen und darüber neue Menschen kennen lernen. Zum anderen können Sie zu neuen Personen sehr gut durch eine Mitgliedschaft in bestehenden öffentlichen Netzwerken Kontakt aufnehmen:

  • Berufsbezogene Organisationen: Hier treffen sich Menschen einer bestimmten Berufsgruppe oder fachlichen Ausrichtung. Beispiele dafür sind der VDI (Verband Deutscher Ingenieure), die GPM (Gesellschaft für Projektmanagement) oder die Bücherfrauen.
  • Berufs- und branchenübergreifende Netzwerke: Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Bereichen; sie verbindet eine gemeinsame Ausrichtung oder ein gemeinsames Interesse. Beispiele sind die diversen Software-Anwender-Clubs oder Marketing-Clubs, aber auch berufsunabhängige Verbindungen wie Rotarier oder Lions.
  • Freizeit-/themenbezogene Netzwerke: Die Mitglieder bringt ein gemeinsames Interesse außerhalb ihres Berufs zusammen. Alle Arten von Sport lassen solche etablierten Netzwerke entstehen, Hobbys wie Kaninchenzüchten, Briefmarkensammeln und vieles mehr. Zu bestimmten Themen wie beispielsweise Astronomie, Vogelschutz u. Ä. gibt es Netzwerke, in denen Profis und Amateure zusammenkommen.
  • Netzwerke im Internet: Von großer Bedeutung sind auch die vielen Netzwerke, die im Internet entstanden sind und entstehen (wie beispielsweise XING). Sie sind meist flexibler als fest etablierte Netzwerke und Organisationen.
  • Netzwerke auf Basis privater Initiative: Neben den etablierten Netzwerken ergreifen Menschen auch immer wieder selbst die Initiative und bauen ihre eigenen Netzwerke auf, etwa wenn sie ein besonderes Anliegen verfolgen.
  • Netzwerke innerhalb von Unternehmen: Solche Netzwerke sind in der Regel informeller Natur und bedürfen keiner festen Organisationsform. Manche Firmen haben die Bedeutung dieser Netzwerke für sich erkannt und fördern deren Bildung daher besonders. Die Bedeutung besteht vor allem in der erleichterten Kommunikation über Abteilungsgrenzen hinweg und in der emotionalen Bindung der Mitarbeiter. Diese mehr oder weniger etablierten Netzwerke reichen von „Special Interest Groups“ (vom Schach-Club bis zum firmeninternen Aktien-Club) über die „Goldfische“ (Teilnehmer an einem Trainee-Programm) bis zu Einrichtungen wie dem Netzwerk WEB (Women in European Business) der Deutschen Bank.

Schritt 4: Wählen Sie das richtige Netzwerk aus

Mit einem zweigleisigen Vorgehen – „Schrotflinte“ und „Zielfernrohr“ – können Sie sich die für Sie passenden Netzwerke auswählen. Mit der Schrotflinte zielt man auf alles, was sich bewegt. Dabei kann es auch vorkommen, dass man nicht genau trifft. Übertragen auf das Networking, heißt das:

  • Suchen Sie sich einige Netzwerke aus, die infrage kommen. Erkundigen Sie sich darüber bei Kollegen, Freunden und Bekannten. Recherchieren Sie auch im Internet unter den Stichwörtern, die Ihnen wichtig sind.
  • Besuchen Sie möglichst viele Veranstaltungen der von Ihnen ausgesuchten Organisationen, bevor Sie sich für eine entscheiden.

Mögliche Entscheidungskriterien sind:

  • Wie setzt sich das Netzwerk zusammen? Wer sind die Mitglieder? Aus welchen Berufszweigen kommen sie?
  • Wie ist die Atmosphäre? Fühlen Sie sich dort wohl, und gehen Sie gern hin?
  • Besteht die Möglichkeit zu aktiver Mitarbeit (wenn Sie dies wollen)? Wird sie möglicherweise erwartet (wenn Sie daran kein Interesse haben)?
  • Was wird geboten? Wie attraktiv ist das Programm? (Bitten Sie um alte Programmhefte, um sich einen Eindruck zu verschaffen.)

Mit dem Zielfernrohr richten Sie Ihr Augenmerk hingegen auf eine bestimmte Personengruppe. Hierbei gehen Sie ganz gezielt vor, weil Sie sich von einer Organisation einen Nutzen versprechen – unabhängig davon, ob die oben genannten Kriterien zutreffen.

  • In welchen Organisationen sind die Menschen zu finden, die Ihren Zielen nützlich sind?
  • Wo sollten Sie auf jeden Fall vertreten sein, weil sich dort die richtigen und wichtigen Ansprechpartner für Ihre Berufsgruppe regelmäßig treffen?
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