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Den Kunden zu überzeugen ist in mancher Munde eine Königsdisziplin. Mit den richtigen Handwerkszeug jedoch schneller umgesetzt als gedacht.

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Mit einer gendergerechten Schreibweise erreichen Sie alle Leserinnen und Leser

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Urheber: jannoon028 | Fotolia

Von Marion Steinbach,

„Liebe Leserin, lieber Leser, ...“ – so begrüße ich Sie alle 14 Tage in der „PRPraxis“. Denn natürlich gehören weibliche und männliche PR-Profis zu meinen Leserinnen und Lesern.

In den übrigen Texten wird auf Gendering verzichtet, denn gendergerechte deutsche Texte sind meist länger, klingen umständlich und sind schlechter zu lesen. In vielen Bereichen jedoch ist Gendern Pflicht. Denken Sie nur an Stellenausschreibungen.

Wenn Sie in Ihren Unternehmenstexten deutlich machen wollen, dass Sie Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

 

7 Möglichkeiten, wie Sie in Ihren Texten richtig gendern

Möglichkeit 1: der Gender-Hinweis. Sie können gleich zu Beginn Ihrer Texte darauf hinweisen, dass sich sämtliche Aussagen gleicher- maßen auf Frauen und Männer beziehen, dass Sie aber – um der besseren Lesbarkeit willen – nur die männliche Form verwenden. Eine mögliche Formulierung: „Im Interesse der Lesbarkeit haben wir auf geschlechtsbezogene Formulierungen verzichtet. Selbstverständlich sind immer Frauen und Männer gemeint, auch wenn explizit nur eines der Geschlechter angesprochen wird.“

Möglichkeit 2: die Paar-Form. In diesem Fall nennen Sie beide Flexionen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Nachteil: Die Texte können sehr lang werden und sind umständlich zu lesen, wenn die Formulierungen häufig vorkommen.

Möglichkeit 3: geschlechtsneutrale Formulierungen. Bisweilen ist es möglich, eine geschlechtsneutrale Formulierung zu wählen: statt „Studentinnen und Studenten“ wäre beispielsweise „Studierende“ eine neutrale Formulierung. Auch wenn Sie von den „Mitarbeitenden“ oder dem „Team“ sprechen, fühlt sich niemand ausgeschlossen. Weniger schön, aber möglich: Man- und Passiv-Formulierungen: „Man wird sich um Ihr Anliegen kümmern.“ Allerdings wirken diese Formulierungen sehr unpersönlich.

Möglichkeit 4: das Binnen-I. Bei dieser Variante wird an die maskuline Form ein „-In“ oder „-Innen“ angehängt: „Die KundInnen erreichen die MitarbeiterInnen zwischen 9 und 12 Uhr.“ Ergänzen Sie Artikel oder Adjektive, werden diese mittels Bruchstrich gegendert: „der/die erfolgreichste MitarbeiterIn“. Der Nachteil: Das Textbild wird sehr unruhig und erschwert den Lesefluss.

Möglichkeit 5: der Bruchstrich. Die weibliche Form wird nach dem Bruchstrich ergänzt. „Ein/-e Mitarbeiter/-in hat den Kund(inn)en das neue Produkt vorgestellt.“ Der Bruchstrich bremst den Lesefluss und wirkt sich ungünstig auf das Textbild aus.

Möglichkeit 6: die Klammer. Statt des Bruchstrichs wird die gegenderte Endung in Klammern gesetzt: „Ein(e) Mitarbeiter(in) hat den Kund(inn)en das neue Produkt vorgestellt.“ Diese Variante birgt 4 Nachteile: 1. Sie ist politisch nicht korrekt, da die weibliche Form in Klammern gesetzt wird. 2. Sie führt leicht zu grammatikalisch falschen Konstruktionen. 3. Sie stört den Lesefluss. 4. Und sie beeinträchtigt das Textbild.

Möglichkeit 7: der Wechsel zwischen männlicher und weiblicher Form: „Die Mitarbeiterin berät den Kunden persönlich. Dadurch erhält die Kundin ein auf ihre Wünsche zugeschnittenes Angebot.“ Der Nachteil: Der Wechsel irritiert und wirft Fragen auf.

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Fazit: Keine der Varianten, die wir Ihnen in der Matrix vorstellen, ist wirklich optimal. Prüfen Sie dennoch ernsthaft, wie Sie Ihre Unternehmenstexte einheitlich gendern können, ohne auf gute Lesbarkeit zu verzichten. Denn 50 % der Kunden dauerhaft auszugrenzen kann sich kaum ein Unternehmen leisten.

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