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Privaturlaub nach der Geschäftsreise: Kosten dennoch absetzen

 
Urheber: nmann77 | Fotolia

Von Iris Schuler,

Sie gehen auf Geschäftsreise und setzen natürlich die Kosten von der Steuer ab. Jetzt möchten Sie aber privat noch ein paar Tage länger bleiben. Was dann? In der Regel ist in diesem Fall der Streit mit dem Finanzamt vorprogrammiert, weil Ihre Reise neben dem geschäftlichen auch noch einen privaten Anlass hat.

Inzwischen hat der BFH zwar eine neue Denkweise, denn es gilt kein generelles Abzugsverbot für gemischt veranlasste Aufwendungen mehr. Die Aufteilung in absetzbare betriebliche und nicht absetzbare private Anteile ist erlaubt.

Das Finanzamt äußert sich in einem Schreiben folgendermaßen: Liegt Ihrer Geschäftsreise ein "eindeutiger unmittelbarer betrieblicher Anlass" zugrunde, ist eine private Mitveranlassung von untergeordneter Bedeutung. In diesem Fall dürfen Sie die Kosten für Hin- und Rückreise in voller Höhe absetzen. Ansonsten ist nur der betrieblich veranlasste Teil möglich. 

Ein "eindeutiger unmittelbarer betrieblicher Anlass" ist beispielsweise gegeben, wenn

  • Sie die Geschäftsreise wegen eines ortsgebundenen Geschäftsabschlusses unternehmen. Empfehlenswert ist dazu eine Notiz in Ihren Reisekostenbelegen.
  • Sie als Aussteller an einer auswärtigen Messe teilnehmen oder Mitveranstalter einer Tagung sind.

Voller Abzug oder Aufteilung: Ein Beispiel aus der Praxis 

Ein Unternehmer besucht einen Kongress in München. Die Veranstaltung findet von Dienstag bis Donnerstag ganztägig statt. Am Sonntagabend reist er zurück.

In diesem Fall gilt: Zum betrieblichen Bereich gehören die Kosten für 2 Übernachtungen, Verpflegungsmehraufwendungen für 2 Tage sowie die Kongressgebühren - hier ist der volle Abzug erlaubt. Die Fahrtkosten dagegen sind gemischt veranlasst.

Jetzt ist entscheidend, ob der Reise ein eindeutiger unmittelbarer betrieblicher Anlass zu Grunde liegt. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der Unternehmer Mitveranstalter des Kongresses wäre. Dann wäre der Unternehmer zum vollen Abzug der Kosten berechtigt. Reist er jedoch nur als Zuhörer nach München, muss er die Flugkosten im Verhältnis der betrieblichen und privaten Zeitanteile der Reise aufteilen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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