Gratis-Download

Dauerhafte Motivation können Sie als Führungskraft bei Mitarbeitern nur erreichen, wenn Sie auf jede Mitarbeiterpersönlichkeit individuell eingehen....

Jetzt downloaden

Mitarbeiterbindung: Mit Familienfreundlichkeit punkten

 
Urheber: Kaspars Grinvalds | Adobe Stock

Erstellt:

Familie oder Karriere? Diese Entscheidung ist für Mitarbeiter nicht leicht zu fällen und im Idealfall ist das auch gar nicht notwendig. Immer mehr Unternehmen sind bereit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Das hat genauso Vorteile für die Mitarbeiter wie auch für das Unternehmen. Wenn Sie Ihr Unternehmen familienfreundlich gestalten wollen, können Sie sich an den folgenden Möglichkeiten orientieren.

 

 

Familienfreundlichkeit und ihre Vorteile

Familienfreundliche Maßnahmen umzusetzen, ist für die Mitarbeiter genauso von Nutzen wie für das Unternehmen:

  • Denn Unternehmen können sich im Wettbewerb um Fachkräfte besser durchsetzen, wenn sie Familien in der Gestaltung ihres Berufs entgegenkommen. Generell steigt Ihre Konkurrenzfähigkeit am Arbeitsmarkt.
  • Außerdem wächst die Loyalität Ihrer Mitarbeiter zum Unternehmen.
  • Noch dazu verbessert sich das Betriebsklima und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigt.
  • Mit Hilfe familienfreundlicher Maßnahmen können Sie somit dafür sorgen, dass Mitarbeiterfluktuation in Ihrem Unternehmen gering bleibt, weil das Arbeiten bei Ihnen als attraktiver eingestuft wird.
  • Zudem sind zufriedene Mitarbeiter förderlich für den Unternehmenserfolg, weil sie produktiver und motivierter arbeiten und sich anderen gegenüber positiv über ihren Arbeitgeber äußern und damit Werbung machen.

Flexible Arbeitszeiten anbieten

Flexible Arbeitszeiten sind eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Maßnahme für mehr Familienfreundlichkeit in Ihrem Unternehmen. Sie tragen zu einer erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit bei und sind damit letztlich auch entscheidend für den Erfolg des Unternehmens.

Deswegen lohnt es sich zu überlegen, inwieweit sich die Arbeitszeiten flexibilisieren und individuell anpassen lassen, und die verschiedenen Möglichkeiten durchzugehen.

Für Mitarbeiter, die nach der Elternzeit wieder in den Job zurückkehren, oder solche, die sich um ihre Familienplanung Gedanken machen, ist vor allem für die Umsetzung von Teilzeitmodellen relevant.

  • Schon Gleitzeit und/oder flexible Endzeiten können für berufstätige Eltern eine enorme Hilfe sein. Dadurch sind Situationen wie kurzfristig eine Betreuung für das kranke Kind zu organisieren, morgendliche Trödeleien der Kinder oder starre Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen kein Problem mehr.
  • Weiterhin können geleistete Überstunden und noch nicht genommene Urlaubstage auf einem Zeitwertkonto gesammelt werden. Tritt ein familiärer Notfall ein, können die Mitarbeiter das Guthaben einlösen.
  • Eine familienfreundliche Betriebskultur kann sich auch dadurch auszeichnen, dass sie auf Kernzeiten verzichtet und stattdessen Vertrauensarbeitszeit anbietet.

Im Gegenzug sind viele Arbeitnehmer auch bereit, bei Bedarf Überstunden zu machen und Mehrarbeit zu leisten. Pflegen Sie ein gutes Verhältnis zu ihren Mitarbeitern machen entsprechende Eingeständnisse bei der Arbeitszeit, können Sie in kritischen Phasen – etwa wenn knappe Deadlines anstehen – dann oft leichter auf Unterstützung hoffen.

Mobiles Arbeiten ermöglichen

Alternativ oder ergänzend zu den flexibeln Arbeitszeiten sollten Sie mobiles Arbeiten ermöglichen. Das Arbeiten im Home-Office hat für beide Seiten enorme Vorteile: Sie als Arbeitgeber sparen dadurch Raumbedarf und Kosten.

Ihre Mitarbeiter sind in der Nähe ihrer Kinder, können von zuhause aus oft flexibler arbeiten und ersparen sich den Stress im Berufsverkehr. Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern daher zumindest gelegentlich oder in besonderen familiären Situationen Home-Office zu machen.

Ob mobiles Arbeiten möglich ist, hängt immer von der Branche und einzelnen Tätigkeitsbereichen im Unternehmen ab. Vor allem für Mitarbeiter in der Verwaltung, Datenverarbeitung oder im Führungsbereich ist diese Arbeitsform häufig gut machbar. Aber auch für alle anderen Tätigkeiten, für die nur ein Internetanschluss und Telefon notwendig sind.

Das Arbeiten zuhause oder unterwegs erfordert gleichzeitig aber auch ein gewisses Maß an Selbständigkeit, Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein von den Angestellten. Nicht jeder Mitarbeiter ist dafür geschaffen. Hier ist eine gute Kommunikation gefragt, an der sich auch die jeweiligen Angestellten aktiv beteiligen müssen. Tauchen etwa Probleme oder Ungereimtheiten auf, sollten die Mitarbeiter in der Lage sein, dies Mitzuteilen und sich proaktiv um Lösungen bemühen.

Familienorientierte Vorhaben unterstützen

Kündigt sich bei einem Mitarbeiter Nachwuchs an, ist damit oft der Wunsch nach Elternzeit verbunden. Ein familienfreundliches Unternehmen ermöglicht und unterstützt einen unkomplizierten Aus- und Wiedereinstieg aus dem Berufsleben. Für die konkrete Umsetzung aber müssen das Unternehmen und die Angestellten gleichermaßen etwas tun. Der Mitarbeiter, der in Elternzeit gehen möchte, sollte deshalb bereits bei der Planung aktiv mit einbezogen werden.

Sprechen Sie daher mit den betroffenen Angestellten über das genaue Vorgehen, was zu tun ist, damit die Karriere nicht gefährdet wird. Ihre Mitarbeiter sollten den Wunsch nach Elternzeit frühzeitig ankündigen und die Auszeit gut vorbereiten. Etwa, indem sie sich um mögliche Vertretungen kümmern.

Außerdem sollten sich die Mitarbeiter während der Elternzeit regelmäßig im Büro melden und sich auf den neusten Stand bringen lassen und vielleicht sogar an wichtigen Meetings teilzunehmen, gegebenenfalls per Skype. Zudem sollte der Wiedereinstieg gemeinsam geplant werden.

Familienorientierte Unternehmen stellen sich – unabhängig von den gesetzlichen Ansprüchen – zunehmend darauf ein, dass ihre Mitarbeiter nicht durchgängig Vollzeit arbeiten können oder wollen. Sei es nach der Elternzeit oder weil es Angehörige gibt, die betreut und gepflegt werden müssen. Besonders attraktiv sind daher solche Arbeitgeber, die einen Wechsel von Voll- auf Teilzeit und gegebenenfalls wieder zurück ermöglichen.

Für eine gute Work-Life-Balance sorgen

Als Arbeitgeber können Sie zu einer guten Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiter beitragen, indem Sie gegen die Präsenzkultur angehen. Ermutigen Sie Ihr Team dazu, pünktlich Feierabend zu machen – dadurch zeigen Sie, dass Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen.

Nehmen Sie Abstand davon, Ihre Mitarbeiter außerhalb der Arbeitszeiten, insbesondere im Urlaub oder am Wochenende, zu kontaktieren oder von ihnen ständige Erreichbarkeit zu verlangen. Andernfalls leidet darunter nicht nur das Familienleben, sondern auch die Gesundheit des Angestellten und damit seine Arbeitskraft.

Wichtige Freiräume gewinnen Mitarbeiter zudem dann, wenn Sie ihnen bei besonderen, familienbezogenen Anlässen wie etwa Geburt, Hochzeit, Einschulung oder Todesfall bezahlten Sonderurlaub gewähren.

Was ebenfalls möglich ist, sind unbezahlte Freistellungen im Notfall. Etwa dann, wenn das Kind krank ist. Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt für zehn Kinderkrankentage pro Jahr das Gehalt der Eltern – sofern sie ab dem ersten Tag ein Attest vom Kinderarzt vorlegen. Mit einer familienfreundlichen Regelung ersparen Sie Ihren Mitarbeitern den Stress. Alternativ zu einer unbezahlten Freistellung können Sie mehr Kinderkrankentage gewähren und das Gehalt selbst zahlen.

Auch hier ist maximale Transparenz und eine bestmögliche Kommunikation zwischen Ihnen und ihren Angestellten wichtig. Gerade kurzfristige Ausfälle können die Planung und bestimmte Abläufe im Betrieb durcheinanderbringen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass es für Mitarbeiter in wichtigen Positionen immer jemanden gibt, der kurzfristig die Aufgaben übernehmen kann.

Die Angestellten sollten zudem ihre Abläufe so gestalten, dass andere Personen sich stets ohne großen Aufwand zurechtfinden und in laufende Aufträge einlesen können. Notwendige Dokumente sollten zugänglich und verständlich aufbereitet sein. 

Unterstützung bei der Kinderbetreuung anbieten

Familienfreundlichkeit kann sich in Bezug auf die Kinderbetreuung auf verschiedene Weise zeigen. Manche Unternehmen reservieren Belegplätze bei örtlichen Betreuungseinrichtungen oder Tagesmüttern in der Nähe der Firma oder geben einen finanziellen Zuschuss zu den Kosten.

Andere Arbeitgeber richten sogar einen eigenen Betriebskindergarten ein. Das ist zwar mit Investitionen verbunden, dafür bleiben aber vor allem qualifizierte junge Mitarbeiter erhalten. Ein Betriebskindergarten hat außerdem den Vorteil, dass die Betreuungszeiten mit den Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt werden können, was ein flexibleres Arbeiten ermöglicht. Gerade in Gewerbegebieten kann es sinnvoll sein, mit anderen Unternehmen eine gemeinsame Kindertagesstätte zu eröffnen.

Wichtig ist vor allem eine Notfallbetreuung – etwa, wenn die Tagesmutter ausfällt oder die Kindertagesstätte geschlossen hat. Dabei kann eine Tagespflegeperson aushelfen, die die Kinder in firmeneigenen Räumlichkeiten betreut oder Sie geben Ihren Angestellten die Möglichkeit, ihr Kind mit zur Arbeit mitzubringen und sie dort selbst zu betreuen. Ideal dafür sind eigene Eltern-Kind-Büros mit einer Spielecke, die kurzfristig genutzt werden können.

Angestellten für Dienstreisen oder Abendveranstaltungen können Sie einen professionellen Babysitter vermitteln und sich an den Kosten beteiligen. Mit Hilfe einer betrieblichen Ferienbetreuung sind die Ferienzeiten, insbesondere die langen Sommerferien, für Ihre Mitarbeiter kein Problem mehr und Sie wiederum müssen in der Zeit keine Personalengpässe fürchten.

Interesse an den Familien zeigen

Zeigen Sie als Arbeitgeber Ihre Wertschätzung für die Familien Ihrer Mitarbeiter. Das gelingt mit der Ausrichtung familienfreundlicher Veranstaltungen: Bieten Sie einen Tag der offenen Tür an, an dem die Kinder erleben, wo ihre Eltern arbeiten, oder organisieren Sie gemeinsame Ausflüge und firmeninterne Feiern mit einem speziellen Angebot für Kinder, wie etwa einer Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedenen Spielmöglichkeiten.

Auch kleine Aufmerksamkeiten wie ein Geschenk zur Geburt oder eine Glückwunschkarte zum Geburtstag der Kinder werden von Ihren Mitarbeitern sicherlich sehr geschätzt.

Kommunikation ist wichtig

Die möglichen Maßnahmen, die ein Unternehmen familienfreundlich machen, müssen zu allen Seiten hin gut kommuniziert werden. Schließlich kann sie niemand wahrnehmen, wenn die entsprechenden Informationen dazu fehlen. Deswegen ist es wichtig, die Mitarbeiter umfassend über bestehende innerbetriebliche Angebote in Kenntnis zu setzen.

Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter davon erfahren, welche familienfreundlichen Angebote es bei Ihnen gibt, und ermutigen Sie sie dazu, ihre individuellen Wünsche anzusprechen, wenn Familie und Beruf kollidieren. Signalisieren Sie, dass Sie bereit sind, Rücksicht auf die Bedürfnisse Ihrer Beschäftigten zu nehmen.

Fordern Sie gleichzeitig aber auch eine offene Kommunikation von ihren Mitarbeitern. Viele der Vorschläge in diesem Beitrag funktionieren dann am besten, wenn die Angestellten die Vorteile nicht nur stillschweigend in Anspruch nehmen, sondern reibungslose Abläufe durch eigenverantwortliches Handeln unterstützen. Dazu gehört beispielsweise, Sie als Arbeitgeber immer frühzeitig über Änderungen, Abwesenheiten oder Probleme zu informieren.

Zu guter Letzt: Werben Sie mit Ihren familienfreundlichen Maßnahmen – sei es in Stellenanzeigen, Bewerbungsgesprächen und auf Ihrer Website. Das macht Sie als Arbeitgeber attraktiver für Bewerber und noch dazu stärker gegen die Konkurrenz.

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

Lernen Sie die wichtigsten Führungsgeheimnisse für erfolgreiche Vorgesetzte kennen und bekommen Sie zufriedene Mitarbeiter.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Der persönliche 15-Minuten-Coach für erfolgreiche Führungskräfte, Chefs und Vorgesetzte.

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Die neuesten Entwicklungen: Arbeitsrecht, Lohnsteuer, Sozialversicherung und Mitarbeiterführung

Jobs