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Fahrtkostenpauschale: So rechnen Sie ab, wenn Sie Auto und Bahn fahren

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Fahrtkostenpauschale

Von Gerhard Schneider,

Bestimmt freuen auch Sie sich schon: Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat am Ende vergangenen Jahres entschieden, dass die seit dem 1.1.2007 geltende Einschränkung der Entfernungspauschale verfassungswidrig ist (Az. 2 BvL 1/07, 2 BvL 2/07, 2 BvL 1/08, 2 BvL 2/08). Der Gesetzgeber muss also das Einkommensteuergesetz ändern, indem er ab 2010 eine völlig neue Regelung schafft oder die alte, jetzt maßgebliche Rechtslage bestehen lassen.

Bestimmt freuen auch Sie sich schon: Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat entschieden, dass die seit dem 1.1.2007 geltende Einschränkung der Entfernungspauschale verfassungswidrig ist (Az. 2 BvL 1/07, 2 BvL 2/07, 2 BvL 1/08, 2 BvL 2/08). Der Gesetzgeber muss also das Einkommensteuergesetz ändern, indem er ab 2010 eine völlig neue Regelung schafft oder die alte, jetzt maßgebliche Rechtslage bestehen lassen.

Fahrtkostenpauschale: Kürzeste Straßenstrecke ist maßgeblich

Für betriebliche Fahrten mit dem Auto oder auch öffentlichen Verkehrsmitteln können Sie jedenfalls wieder die Entfernungspauschale beanspruchen. Die berechnen Sie dann nach der kürzesten Straßenverbindung zwischen Wohnung und Betriebsstätte.

Tipp: Eine längere Strecke dürfen Sie nur zugrunde legen, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und von Ihnen auch regelmäßig benutzt wird. Wenn Sie mehrere Wohnungen haben, dürfen Sie die Entfernung zur weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann ansetzen, wenn diese Wohnung den Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen bildet und Sie sie nicht nur gelegentlich aufsuchen.

Achtung: Die Pauschale können Sie nicht für Flugstrecken und bei einer steuerfreien Sammelbeförderung beanspruchen. Dann ziehen Sie Ihre tatsächlichen Kosten ab. Aufwendungen, die über die Entfernungspauschale hinausgehen, sind nicht abziehbar – das Problem haben Sie schnell, wenn Sie nur eine geringe Kilometerzahl zu Ihrer Arbeit zurücklegen.

Fahrtkostenpauschale: So teilen Sie eine Strecke auf Auto und Bahn auf

Vielleicht nutzen Sie ja sowohl ein Auto, als auch öffentliche Verkehrsmittel. Nach dem BFH-Urteil vom 4.4.2008, Az. VI R 68/05, wenden Sie die 0,03%-Methode bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb nur für die tatsächlich zurückgelegte Teilstrecke an. Können Sie beispielsweise durch eine Jahres-Bahnfahrkarte nachweisen, dass Sie den Firmenwagen nicht für die Gesamtstrecke genutzt haben, setzen Sie auch nur die Entfernungskilometer an, die Sie tatsächlich zurückgelegt haben.

Auch wenn Sie PKW und öffentliche Verkehrsmittel kombinieren, ist die kürzeste Straßenverbindung für die Entfernungspauschale maßgeblich. Diese Strecke teilen Sie dann auf Auto und Bus oder Bahn auf.

Beispiel: Sie wohnen in Bad Münstereifel und haben Ihr Büro in Düsseldorf. Die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und Büro beträgt 94 km. Sie fahren regelmäßig mit Ihrem PKW von Ihrer Wohnung zum 25 km entfernt liegenden Bahnhof in Euskirchen. Von dort fahren Sie mit der Bahn zum 100 km (Bahn-km) entfernt liegenden Büro in Düsseldorf.

Sie ermitteln die Entfernungspauschale, indem Sie die kürzeste Straßenverbindung (also 94 km) zugrunde legen. Bei 230 Arbeitstagen im Jahr 2009 berechnen Sie die Entfernungspauschale wie folgt:

94 km x 0,30 € x 230 Tage = 6.486 €

Die Obergrenze von 4.500 ist überschritten. Diese Grenze gilt aber nicht bei Nutzung Ihres eigenen PKW. Sie müssen die Strecken deshalb auf die verschiedenen Verkehrsmittel aufteilen. Nur so können Sie feststellen, welcher Teilbetrag auf die PKW-Nutzung entfällt. Sie teilen wie folgt auf:

kürzeste Straßenverbindung 94 km

davon Fahrten mit dem PKW – 25 km

Ergebnis = km

Auf öffentliche Verkehrsmittel entfallen:

69 km x 0,30 €x 230 Tage = 4.761 €

der Grenzwert von 4.500 € wird somit um 261 € überschritten; abziehbar sind 4.500 €

Auf den PKW entfallen:

25 km x 0,30 € x 230 Tage = 1.725 €

Entfernungspauschale 6.225 €

Diese Entfernungspauschale von 6.225 € können Sie als Betriebsausgabe abziehen, wenn Sie einen privaten PKW verwenden. Zusätzlich können Sie die Vorsteuer abziehen, die Ihnen für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Rechnung gestellt werden.

Gehört das Fahrzeug, das Sie bei der kombinierten Nutzung verwenden, zu Ihrem Betriebsvermögen, ziehen Sie alle Kfz-Kosten als Betriebsausgaben ab. Um festzustellen, welche Aufwendungen bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb tatsächlich abziehbar sind, ermitteln Sie

  • entweder die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten und der Entfernungspauschale oder,
  • wenn Sie die pauschale Methode anwenden, die Differenz zwischen der Entfernungspauschale und 0,03 % vom Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung pro Entfernungskilometer.

Beispiel: Es liegt der gleiche Sachverhalt wie im vorherigen Beispiel vor. Sie nutzen Ihren Firmenwagen zu mehr als 50 % betrieblich und führen kein Fahrtenbuch. Sie verwenden für den Streckenanteil zwischen Wohnung und Bahnhof Ihren Firmenwagen. Der Bruttolistenpreis des Firmenwagens lag im Zeitpunkt der Erstzulassung bei 16.578 €. Für die Fahrten mit dem Zug haben Sie im Jahr 2009 brutto 1.920 € bezahlt (1.613,45 € netto und 19 % = 306,55 € Vorsteuer).

Die Differenzberechnung zwischen 0,03 % vom Bruttolistenpreis und der Entfernungspauschale ist auf die Entfernung der Teilstrecke von 25 km zu begrenzen, die Sie mit dem Firmenwagen zurückgelegt haben.

Abgerundeter Bruttolistenpreis 16.500 € x 0,03 % x 25 km x 12 Monate = 1.485 €

abzüglich auf den PKW entfallender Teil der Entfernungspauschale:

25 km x 0,30 € x 230 Tage = 1.725 €

negative Differenz 240 €

Die abziehbare Entfernungspauschale setzt sich somit zusammen aus der negativen Differenz von 240 € und dem Teil der Entfernungspauschale, der auf die öffentlichen Verkehrsmittel entfällt (siehe vorheriges Beispiel):

69 km x 0,30 € x 230 Tage = 4.761 € max. 4.500 €

insgesamt somit 4.740 €

Wie ein höherer Listenpreis Ihren Gewinn erhöhen kann

Abhängig von der Höhe des Bruttolistenpreises kann sich auch eine positive Differenz ergeben, die Ihren Gewinn erhöht. Diese ziehen Sie – soweit möglich – von dem Teil der Entfernungspauschale ab, der auf die öffentlichen Verkehrsmittel entfällt.

Beispiel: Sachverhalt wie zuvor, nur mit dem Unterschied, dass der Bruttolistenpreis Ihres Firmenwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung bei 36.500 € lag. Sie rechnen dann: 36.500 € x 0,03 % x 25 km x 12 Monate = 3.285 €

abzüglich auf den PKW entfallender Teil der Entfernungspauschale:

25 km x 0,30 € x 230 Tage = 1.725 €

positive Differenz (Gewinn erhöhend) 1.560 €

Die Entfernungspauschale, die Sie per Saldo als Betriebsausgabe abziehen können, ermitteln Sie dann wie folgt:

Teil der Entfernungspauschale, der auf die öffentlichen Verkehrsmittel entfällt:

69 km x 0,30 € x 230 Tage = 4.761 € maximal 4.500 €

abzüglich positive Differenz von 1.560 €

insgesamt somit 2.940 €

Die vorstehenden Berechnungen wenden Sie auch an, wenn Sie die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb zeitweise ausschließlich mit dem PKW und zeitweise ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt haben, beispielsweise. vom 1.1. bis 31.5.2009 mit dem PKW und vom 1.6. bis 31.12.2009 mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fahrtkostenpauschale: Warum Sie mit Ihrem Ehepartner gemeinsam pendeln sollten

Eine Fahrgemeinschaft mit Ihrem bei Ihnen angestellten Ehegatten spart nicht nur Fahrgeld – Sie können zudem beide die Entfernungspauschale beanspruchen. Auch wenn Ihr Ehegatte keine eigenen Aufwendungen hat, kann er bei seinen Arbeitnehmereinkünften die Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen. Vergessen Sie nicht, diese zusätzliche Steuerermäßigung zu beanspruchen.

Und so geht es: Bilden Sie eine wechselseitige Fahrgemeinschaft, dann halten Sie fest, wer wann gefahren ist. Sie berechnen dann die Entfernungspauschalen entsprechend dem nachfolgenden Beispiel.

Beispiel: Sie bilden zusammen mit Ihrem Ehegatten, der bei Ihnen beschäftigt ist, eine wechselseitige Fahrgemeinschaft. Jeder von Ihnen nutzt seinen eigenen Privat-PKW. Die Entfernung von der Wohnung zur Arbeitsstätte oder zum Betrieb beträgt 40 km. Bei 220 Tagen fährt jeder von Ihnen an 110 Tagen im Jahr. Sie ermitteln die Entfernungspauschalen wie folgt:

a) Fahrten, bei denen Sie von Ihrem Ehegatten mitgenommen werden:

110 Tage x 40 km x 0,30 € = 1.320 €

b) Fahrten mit dem eigenen Privat-PKW:

110 Tage x 40 km x 0,30 € = 1.320 €

abziehbare Entfernungspauschale 2.640 €

Unabhängig davon, wie Sie die Fahrten mit Ihrem Ehegatten aufteilen, kann Ihr Ehegatte ebenfalls eine Entfernungspauschale von 2.640 € geltend machen. Sie brauchen sich mit den Fahrten auch nicht im Verhältnis 50 : 50 abzuwechseln, sondern können nach Ihrem tatsächlichen Fahrverhalten abrechnen.

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