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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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So planen Sie Flucht- und Rettungswege

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Von Martin Weyde,

Frage: Wir bekommen dieses Jahr neue Maschinen und müssen in unserem Betrieb umbauen. Deshalb müssen auch die Flucht- und Rettungswege neu angelegt werden. Woran müssen wir dabei alles denken?

 

Antwort: Orientieren Sie sich an den Technischen Regeln für Arbeitsstätten „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ (ASR A2.3). Ich habe Ihnen unten einige wichtige Punkte zusammengestellt, an die Sie denken sollten.
Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass Mitarbeiter sich im Ernstfall schnell in Sicherheit bringen und gerettet werden können. § 4 Abs. 4 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) schreibt vor, dass Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge ständig freigehalten werden müssen.
Die Vorgaben der ArbStättV sind ziemlich allgemein gehalten und werden deshalb in der ASR A2.3 näher beschrieben. Diese gilt nur für Arbeitsstätten in Gebäuden, nicht im Freien. Sie anzuwenden, ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber wenn Sie sich an die Vorgaben der ASR A2.3 halten, sind Sie auf der sicheren Seite. Eigene Lösungen auf einem der ASR A2.3 entsprechenden Sicherheitsniveau müssen schriftlich dokumentiert werden.
Gemäß ASR A2.3 sollten Sie bei Ihrer Planung darauf achten, dass Flucht- und Rettungswege

  • deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet sind,
  • ständig freigehalten werden,
  • von außen gekennzeichnet sind, wenn sie von außen blockiert werden können,
  • gegebenenfalls durch weitere Maßnahmen freigehalten werden, etwa wenn sie durch Fahrzeuge zugeparkt werden können.

Die Kennzeichen für Flucht- und Rettungswege sind in den Technischen Regeln „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ (ASR A1.3) festgelegt.

 

Länge, Breite und Türen

Die Flucht- und Rettungswege müssen so angelegt sein, dass es möglich ist, sich darauf schnell in Sicherheit zu bringen.

  • Die ASR A2.3 legt die maximale Länge des Fluchtwegs nach dem Gefährdungspotenzial fest: So darf ein Fluchtweg ohne besondere Gefährdungen maximal 35 Meter lang sein, ein Fluchtweg aus explosionsgefährdeten Bereichen jedoch nur 10 Meter.
  • Die Breite der Fluchtwege richtet sich nach der Zahl der Personen, die den Weg benutzen sollen: Müssen bis zu 5 Personen entkommen, ist die Breite auf 0,875 Meter festgelegt, bei bis zu 400 Personen hingegen auf 2,40 Meter.
  • Auch die Art der Türen ist in der ASR A2.3 geregelt: In Notausgängen dürfen zum Beispiel keine automatischen Türen oder Tore eingerichtet und betrieben werden, und manuelle Türen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen.
  • Türen auf Fluchtwegen müssen sich „leicht und ohne besondere Hilfsmittel öffnen lassen“: Die Öffnungseinrichtung muss gut erkennbar sein, und „ohne Hilfsmittel“ bedeutet, dass jede Person die Tür öffnen können muss.

Flucht- und Rettungsplan

Überprüfen Sie in Nr. 9 der ASR A2.3, ob Ihr Betrieb einen Flucht- und Rettungsplan benötigt. Dieser muss folgende Informationen graphisch darstellen:

  • den Gebäudegrundriss oder Teile davon,
  • den Verlauf der Flucht- und Rettungswege,
  • die Lage der Erste-Hilfe-Einrichtungen,
  • die Lage der Brandschutzeinrichtungen,
  • die Lage der Sammelstellen
  • und den Standort des Betrachters.

Und beziehen Sie in die Planung der Flucht- und Rettungswege bitte auch die Anregungen Ihrer Kollegen ein, denn die müssen die Wege schließlich im Ernstfall benutzen.

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