Gratis-Download

Der Umweltschutz bekommt in den heutigen Unternehmensstrukturen eine immer größere Bedeutung. Von der Einführung eines Umweltschutzmanagementsystems...

Jetzt downloaden

Bereiten Sie sich jetzt schon auf die strengere Abfalltrennung vor!

0 Beurteilungen
Abfall
Urheber: aryfahmed | Fotolia

Von Peter Strohbach,

Die Basis der deutschen Abfallwirtschaft ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) mit der 5-stufigen Abfallhierarchie. Demnach müssen Sie als Abfallerzeuger Abfälle vorrangig vermeiden, der Vorbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, der sonstigen, insbesondere der energetischen Verwertung und letztlich der Beseitigung zuführen.

Dies gilt grundsätzlich für alle Arten von Abfällen, wurde aber bislang nicht in sämtlichen spezifischen Verordnungen zur Konkretisierung der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. Dies soll nun mit der Novelle der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) geschehen.

Die Novelle regelt die Bewirtschaftung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau­ und Abbruchabfällen. Diese müssen zukünftig sehr viel umfassender als bisher nach Stoffströmen getrennt gesammelt und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung und dem Recycling zugeführt werden.

Nur im Ausnahmefall dürfen nicht getrennt gehaltene Abfallgemische einer Vorbehandlung bzw. Aufbereitung zugeführt werden.

Das fordert die neue GewAbfV

Im Gegensatz zu den Produktionsabfällen genießen in vielen Unter­ nehmen die sogenannten gewerblichen Siedlungsabfälle oft weniger Aufmerksamkeit bei der Entsorgung. Zwar bestimmt bereits die alte GewAbfV, dass diese Abfälle, die eine ähnliche Zusammensetzung wie Hausmüll haben, getrennt gesammelt und einer „hochwertigen Verwertung“ zugeführt werden müssen. In der Praxis wurde dies aber oft nicht ausreichend berücksichtigt.

Deshalb hat die Bundesregierung am 22. Februar die neue Verordnung über die Bewirtschaftung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau­ und Abbruchabfällen (GewAbfV) beschlossen. Die Novelle ersetzt die inzwischen 15 Jahre alte GewAbfV.

Zukünftig müssen Sie Ihre Abfälle besser trennen

Ziel der Novelle ist eine deutliche Steigerung der Abfalltrennung und damit des Recyclings von Wertstoffen aus Industrie und Gewerbe. Abfälle, die nicht recycelt werden können, müssen hochwertig energetisch verwertet werden. Nicht ausreichend getrennte Gemische sollen vorbehandelt werden.

Die Regelung wird ab 2019 dafür sorgen, dass mindestens 85 % der in den Gemischen enthaltenen Wertstoffe aussortiert und davon wieder­ um mindestens 30 % recycelt werden.

Auch Bau- und Abbruchabfälle werden nun strenger geregelt

Im Gegensatz zu den gewerblichen Siedlungsabfällen fallen Bau­ und Abbruchabfälle bei den meisten Unternehmen nicht ins abfallwirtschaftliche Tagesgeschäft. Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass der Gesetzgeber auch hier zu viele Probleme in der Entsorgungspraxis ausgemacht hat und deshalb auch die Abfalltrennung dieser Abfälle strenger gestaltet.

Das Gesetzgebungsverfahren läuft noch einige Wochen. Die Verkündung könnte aber sogar noch im April erfolgen, sodass die Verordnung bei Einhaltung sämtlicher Fristen bereits am 1.8.2017 in Kraft treten kann.

Deshalb ist die GewAbfV jetzt auch für Sie relevant

Haben Sie sich bislang auch nicht besonders konsequent um die Siedlungsabfälle in Ihrem Betrieb gekümmert? Die meisten Betriebe legen den Schwerpunkt ihrer Abfallwirtschaft auf die Wiederverwertung oder Entsorgung der Produktionsabfälle, auf gefährliche Abfälle oder abfallrechtlich besonders relevante Prozesse.

Die gewerblichen Siedlungsabfälle wurden bislang meist genauso gehandhabt wie die Abfallentsorgung in privaten Haushalten: Die wichtigsten Wertstofffraktionen wie Glas und Papier werden aussortiert, der Rest geht in die kommunale Restmülltonne oder auch in den Container für die energetische Verwertung.

Diesen Umgang mit gewerblichen Siedlungsabfällen hat der Gesetzgeber selbst verursacht, indem er Betriebe jeder Größe gezwungen hat, sich an der kommunalen Abfallwirtschaft zu beteiligen.

Es gibt genügend Unternehmen, deren Abfalltrennung in den letzten Jahren sehr darunter gelitten hat, weil sie ohnehin eine Restmülltonne aufstellen und bezahlen mussten, ohne dass dies unbedingt erforderlich gewesen wäre.

Zukünftig müssen Sie Ihre Siedlungsabfälle konsequent trennen

Diese Verpflichtung zur Nutzung der kommunalen Restmülltonne bleibt in der neuen GewAbfV zwar erhalten, trotzdem müssen Sie sich zukünftig intensiver um die Trennung Ihrer gewerblichen Siedlungsabfälle kümmern. Denn mittelfristig dürfen hiervon nur noch durchschnittlich 15 % in der Restmülltonne landen. Der große Rest muss wiederverwertet oder recycelt werden.

Wie immer bei solchen neuen Regelungen stellt sich die Frage, wie der Gesetzgeber die Einhaltung der strengeren Anforderungen kontrollieren will. Auch dieser Aspekt ist in der Novelle berücksichtigt: Denn zukünftig müssen Sie Ihren Umgang mit den Siedlungsabfällen genau dokumentieren und dies dem Gesetzgeber auf Verlangen vorlegen. An einer sauberen Abfalltrennung führt nun also kein Weg mehr vorbei.

Hinweis: Unter gewerblichen Siedlungsabfällen werden Abfälle verstanden, die den Resten aus Haushalten ähneln, beispielsweise Ab­ fälle aus Büros und Handwerksbetrieben, aber auch öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Hotels.

Anzeige

 

Die Novelle im Schnell-Überblick: Die folgenden 7 Punkte müssen Sie unbedingt beachten, um rechtskonform zu handeln

Handlungsfelder und Ausprägung 

  1. Achten Sie auf eine saubere Trennung Ihrer Siedlungsabfälle. Papier, Pappe, Karton, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Textilien, Bioabfälle müssen getrennt gesammelt sowie wiederverwertet oder recycelt werden.
  2. Führen Sie gemischte Abfälle einer Vorbehandlung zu. Wenn Abfallgemische anfallen, müssen Sie diese in eine Vorbehandlungsanlage geben. Medizinische Abfälle, Bioabfälle und Glas dürfen dabei nur in geringem Anteil enthalten sein.
  3. Dokumentieren Sie Ihre Vorgehensweise bei der Abfallsammlung. Als Abfallerzeuger müssen Sie künftig Ihre Abfallsammlung genau dokumentieren. Die Dokumentation muss die Getrenntsammlung und die ordnungsgemäße Entsorgung oder die Gründe für eine nicht getrennte Entsorgung genau beschreiben.  
  4. Bei vorbildlicher Trennung profitieren Sie von Erleichterungen. Unternehmen, die nachweislich mehr als 90 % ihrer Gewerbeabfälle getrennt erfassen und verwerten, dürfen den Rest ohne weitere Sortierung in die energetische Verwertung geben.
  5. Auch für Kleinunternehmen werden Ausnahmen gewährt. Falls auf dem Grundstück eines Kleinstunternehmens auch private Hausabfälle anfallen, dürfen diese gemeinsam mit den Siedlungsabfällen des Unternehmens entsorgt werden.
  6. Mindestens eine Restmülltonne bleibt Pflicht. Jeder Betrieb muss weiterhin mindestens eine kommunale Restmülltonne aufstellen, wenn dies von der Kommune gewünscht wird. In dieser Tonne sind alle Siedlungsabfälle zu sammeln, die nicht verwertet werden.
  7. Bau­ und Abbruchabfälle wer­ den noch strenger geregelt. Glas, Kunststoff, Metalle (einschließlich Legierungen), Holz, Dämmmaterial, Bitumengemische, Baustoffe auf Gipsbasis, Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik müssen Sie künftig getrennt sammeln.

Fazit

Nehmen Sie die neuen Anforderungen zum Anlass, Ihr Abfallmanagement einer Sanierung zu unterziehen. Eine Getrenntsammlungsquote von 90 % kann nach meiner Erfahrung in den meisten gewerblich tätigen Betrieben kostenneutral erreicht werden. Ihr Lohn sind sinkende Entsorgungskosten bei steigenden Wertstofferlösen.

Umwelt & Entsorgung im Betrieb

Erweitern Sie Ihr Fachwissen mit dem besten Praxis-Know-how, erfolgserprobten Arbeitshilfen und Best-Practice-Beispielen für Umwelt- und Abfallbeauftragte.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Rechtssicher handeln • Fundiert entscheiden • Überzeugend kommunizieren

Arbeitsschutz, Brandschutz und Umweltschutz erfolgreich umsetzen

Jederzeit maximale Sicherheit im Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern

Betreiberverantwortung wahrnehmen, Betriebsstörungen minimieren, Kosten senken

Zeit und Aufwand sparen • Rechtssicher handeln • Kosten reduzieren

Zeit und Aufwand sparen • Rechtssicher handeln • Kosten reduzieren

Jobs