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TRBA 214: Biostoffe in der Abfallbehandlung

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Von Martin Weyde,

Die BAuA hat vor einiger Zeit eine Studie mit 12-jähriger Laufzeit abgeschlossen, die sich mit den gesundheitlichen Risiken durch Biostoffe bei der Kompostierung befasste. Sie bezog erstmals auch ehemalige Mitarbeiter in die Untersuchungen ein, um das tatsächliche Gesundheitsrisiko aller Beschäftigten in Anlagen zur Bioabfallbehandlung zu ermitteln.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, man solle Menschen mit Lungenerkrankungen oder Störungen der Immunabwehr von der Tätigkeit in einer Kompostierungsanlage abraten.
Am 30. September 2013 hat die BAuA nun die neugefasste TRBA 214 „Abfallbehandlungsanlagen“ veröffentlicht. Darin ist besonders der Abschnitt „Arbeitsmedizinische Prävention“ erheblich erweitert worden.

Die TRBA 214 von 2007 enthielt zum Thema Arbeitsmedizin nur zwei übersichtliche Kapitel zur Beratung und zu Angebotsuntersuchungen. Pflichtuntersuchungen waren „nach dieser TRBA in der Regel nicht gegeben“.
Die Neufassung geht detailliert auf sensibilisierende, toxische und infektiöse Wirkungen biologischer Arbeitsstoffe ein. Sie hebt die Rolle des Arbeitsmediziners bei der Gefährdungsbeurteilung hervor und macht vom Ergebnis derselben auch Pflichtuntersuchungen abhängig – neben Angebots- und Wunschuntersuchungen.

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Im Mittelpunkt steht die Beratung der Beschäftigten entsprechend der Gefährdungsbeurteilung, in die der zuständige Arbeitsmediziner einzubeziehen ist:

  1. Beratung zu sensibilisierenden Wirkungen und allergischen Erkrankungen durch schimmelpilzhaltige Stäube, und zwar am Auge, den oberen und tiefen Atemwegen sowie an Haut und Mundschleimhaut. Mögliche Symptome sind zum Beispiel Rötung, Tränenfluss, Juckreiz, Schnupfen, Atemnot, verminderte Lungenfunktion oder Hautausschläge. Weitere Themen sind gesundheitliche Risiken bei bestehenden Allergien oder Infekten, der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung sowie Feuchtarbeit und Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen.
  2. Beratung zu Ursache und Herkunft toxischer Wirkungen. Möglich sind Beschwerden der Schleimhäute und Atemwege, des Verdauungstraktes und grippeähnliche Symptome.
  3. Beratung zu infektiösen Wirkungen durch relevante Krankheitserreger wie Hepatitis, ihr Vorkommen – zum Beispiel in gebrauchten Spritzen, ihre Übertragungswege und Krankheitsbilder. Weitere Themen sind das Erkrankungsrisiko bei verminderter Immunabwehr, Sofortmaßnahmen und Empfehlungen für Schnitt- oder Stichverletzungen sowie die Möglichkeit von Schmier- oder Kontaktinfektionen.

Die TRBA 214 weist darauf hin, dass die in Abfällen vorkommenden Biostoffe stark variieren und daher ein breites Spektrum an sensibilisierenden, toxischen und infektiösen Wirkungen auf den Menschen auftritt. Deshalb muss der beteiligte Arbeitsmediziner – meist der Betriebsarzt – alle erforderlichen Auskünfte erhalten und die Arbeitsplätze begehen können.

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