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Rund 18 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten täglich im Büro. Auch wenn dort die Gefährdungen weniger unmittelbar erkennbar sind als auf der...

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Einen guten Bildschirmarbeitsplatz für Ihre Mitarbeiter einrichten

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Bildschirm
Urheber: sepy | Fotolia

Von Maria Marakatou,

Bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen denkt man oft an einen tollen, rückenschonenden Bürostuhl oder an ein Stehpult. Dabei wird aber ein entscheidender Faktor vergessen: Viele von uns arbeiten am Komputer. Gerade diese Bildschirmarbeit belastet die Augen. Oft ist der Bildschirm nicht hoch genug aufgestellt, sodass man sich eine schlechte Haltung angewöhnt. Vermeiden Sie diese Gefahren, indem Sie eine Betriebsvereinbarung zur gesundheitsfördernden Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen schließen.

Muster-Betriebsvereinbarung: Bildschirmarbeitsplätze

Zwischen dem Betriebsrat der ... und der Unternehmensleitung wird folgende Betriebsvereinbarung über die Gestaltung und den Gesundheitsschutz an Bildschirmarbeitsplätzen geschlossen:

§ 1 Anwendungsbereich

Diese Vereinbarung findet auf alle Arbeitnehmer Anwendung, die an einem Bildschirmarbeitsplatz (computer, Monitorarbeit etc.) tätig sind.

§ 2 Gesundheitsschutz

Um einen umfassenden Schutz vor Beeinträchtigungen der Gesundheit an Bildschirmarbeitsplätzen zu gewährleisten, wird für die Beschäftigten bis zur Vollendung des 45. Lebensjahrs alle 2 Jahre eine Augenuntersuchung durchgeführt, ab dem 46. Lebensjahr jährlich. Die Untersuchung findet während der Arbeitszeit statt, der Lohn ist für die Dauer der Untersuchung fortzuzahlen. Die Kosten der Untersuchung trägt der Arbeitgeber. Falls ein Arbeitnehmer eine spezielle Brille benötigt, um gesundheitlichen Beeinträchtigungen effektiv entgegenwirken zu können, übernimmt der Arbeitgeber die erforderlichen Kosten.

Arbeitnehmer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an einem Bildschirmarbeitsplatz arbeiten können und dieses auch durch ein ärztliches Attest nachgewiesen haben, dürfen nicht benachteiligt werden. Ihnen wird ein gleichwertiger Arbeitsplatz angeboten. Um Beeinträchtigungen und Schädigungen der Gesundheit vorzubeugen, werden gesundheitliche Ausgleichsmaßnahmen (Entspannungsübungen, Rückenschule) möglichst während der Arbeitszeit nach näherer Vereinbarung mit dem Betriebsrat und in Zusammenarbeit mit einer gesetzlichen Krankenkasse angeboten. Die anfallenden Kosten trägt der Arbeitgeber.

§ 3 Umfassende Information

Jeder Arbeitnehmer wird vor Beginn der Tätigkeit an einem Bildschirmarbeitsplatz über die ergonomische Gestaltung und mögliche Gesundheitsgefährdungen, die von dem Arbeitsplatz ausgehen können, ausführlich unterrichtet. Die Arbeitnehmer werden darüber aufgeklärt, wie sie durch die richtige Aufstellung und Benutzung der Arbeitsmaterialien ihre Gesundheit bestmöglich schonen.

§ 4 Arbeitsorganisation

Die Arbeit am Bildschirmarbeitsplatz wird durch Zusammenwirken des Arbeitgebers, des Betriebsrats und des jeweiligen Beschäftigten organisiert. Ziel ist es, den Arbeitsalltag so zu gestalten, dass sich die Bildschirmarbeiten mit anderen Arbeiten abwechseln, die eine gleiche Wertigkeit haben. Zudem soll der Wechsel von EDV-gestützter und EDV-freier Tätigkeit für den Arbeitnehmer so weit wie möglich selbst bestimmbar sein.

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§ 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen im Sinne des § 3 Bildschirmarbeitsverordnung in Verbindung mit § 5 Arbeitsschutzgesetz wird durch den Betriebsarzt vorgenommen. Darauf aufbauend macht er – sofern notwendig – auf gesundheitliche Belastungen aufmerksam und liefert Verbesserungsvorschläge. Falls es erforderlich ist, kann er sowohl zur Durchführung der Analyse als auch wegen etwaiger Verbesserungsvorschläge Sachverständige hinzuziehen. Die entstehenden Kosten trägt der Arbeitgeber. Wie etwaige Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden, ist zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat einvernehmlich zu regeln.

§ 6 Auseinandersetzungen

Können Streitigkeiten, die sich aus der Auslegung und Anwendung dieser Vereinbarung ergeben, nicht beigelegt werden, entscheidet die Einigungsstelle nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Die Entscheidung der Einigungsstelle ist für Arbeitgeber und Betriebsrat verbindlich.

§ 7 Schlussbestimmungen

Sollten einzelne Klauseln dieser Vereinbarung ungültig sein, bleiben die übrigen Regelungen hiervor unberührt. Die Betriebsvereinbarung tritt mit Unterzeichnung beider Parteien in Kraft. Sie kann mit einer Frist von 6 Monaten zum Jahresende gekündigt werden. Im Fall einer Kündigung wirkt sie bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung zu diesem Thema nach

Ort, Datum

Unterschriften

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