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Die größten Attacken auf die Gesundheit vieler Beschäftigter gehen vom täglichen Lärm am Arbeitsplatz aus. Zu den schädlichen Folgen gehört vor allem...

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Lärmschutzverordnung: Besser Stöpsel oder Kapseln verwenden?

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Von Wolfram von Gagern,

Viele Arbeitnehmer sind sich nicht immer bewusst, welchen Belastungen das Gehör (die Ohren) ausgesetzt ist.

Immer dann, wenn die Lärmsituation in Ihrem Betrieb den Wert von 80 dB(A) überschreitet, muss aufgrund der Lärmsituation Gehörschutz getragen werden. Nicht jeder Gehörschutz ist für alle Mitarbeiter und alle Einsatzzwecke gleichermaßen geeignet. Das große Angebot an unterschiedlichen Gehörschutzmitteln ermöglicht es Ihnen, für jede Arbeitsplatzsituation einen passenden Gehörschutz auszuwählen.

Gehörschützer zählen zur persönlichen Schutzausrüstung. Sie verringern die Einwirkung des Lärms auf das Gehör so, dass eine Lärmschwerhörigkeit nicht entsteht oder sich nicht verschlimmert.

Kapselgehörschützer – Gehörschutzstöpsel

Hinsichtlich der Schalldämmung sind Kapselgehörschützer und Gehörschutzstöpsel gleichwertig. Kapselgehörschützer umschließen (kapseln) beide Ohrmuscheln vollständig. Alle Gehörschützer, die im Gehörgang oder in der Ohrmulde getragen werden, bezeichnet man als Gehörschutzstöpsel. Beide Gehörschützerarten gibt es mit hoher oder niedriger Schalldämmung. Welcher Gehörschutz verwendet wird, richtet sich daher nicht nur nach der erforderlichen Schalldämmung, sondern auch nach der Arbeitssituation und der Arbeitsumgebung. Bei der Auswahl sollten Sie darauf achten, dass keine höhere Schalldämmung ausgewählt wird, als zur Vermeidung eines Gehörschadenrisikos notwendig ist. Sonst werden die Sprachverständigung und das Erkennen von informationshaltigen Geräuschen oder Warnsignalen unnötig erschwert.

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Das sollten Sie bei der Entscheidung berücksichtigen: Ist es erforderlich, Gehörschutz beispielsweise bei Kontrolltätigkeiten an Maschinen häufig auf- und abzusetzen? Dann sollten Sie sich für Kapselgehörschützer entscheiden. Schwierigkeiten beim Tragen von Kapselgehörschützern können bei Brillenträgern entstehen, da durch die Brille das dichte Anliegen der Kapsel verhindert wird und somit die Schalldämmung gestört ist. In diesem Fall sollten Sie Bügelstöpsel anbieten. Diese Stöpsel stehen zur Wahl:

  • Bügelstöpsel: Bügelstöpsel sind für Brillenträger zu empfehlen, wenn ein häufiges Auf- und Absetzen erforderlich ist. Sie sollten nicht getragen werden, wenn Schalldruckspitzen durch Anstoßen der Bügel entstehen können, z. B. am Schweißschutzschirm.
  • Gehörschutzstöpsel: Diese Art des Gehörschutzes empfiehlt sich an Arbeitsplätzen mit andauernder Lärmeinwirkung, bei zu starkem Schwitzen unter Kapselgehörschützern sowie bei gleichzeitigem Tragen von Brille oder Schutzbrille und Gehörschutz.
  • Schnurstöpsel: Das Tragen von Gehörschutzstöpseln mit Verbindungsschnur ist zweckmäßig, wenn ein Verlust der Stöpsel zu Produktionsstörungen führen kann. Sie dürfen nicht getragen werden, wenn in der Nähe bewegter Maschinenteile gearbeitet wird, z. B. an Drehmaschinen. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Verbindungsschnur erfasst wird und so Verletzungen durch Herausreißen der Stöpsel aus dem Gehörgang möglich sind.
  • Otoplastik: Gehörschutzotoplastiken werden individuell nach dem Ohr und insbesondere dem Gehörgang des Trägers geformt und verschließen diesen, ohne Druck auf dessen Wandungen auszuüben. Sie werden überwiegend als ergonomisch günstig eingeschätzt. Selten werden Druckerscheinungen festgestellt oder das Schwitzen unter der Otoplastik beklagt. Der Vorteil der Otoplastik liegt darin, dass durch ihren definierten Sitz bei korrekter Ohrabdrucknahme die theoretischen Schalldämmwerte auch erreicht werden. Der Nachteil liegt natürlich in den erhöhten Anschaffungskosten, die erheblich über den Kosten von Gehörschutzstöpseln liegen. Die erhöhten Anschaffungskosten werden durch die Tragedauer weitgehend ausgeglichen. Wichtig ist eine abschließende Funktionsprüfung, die an der in den Gehörgang des Benutzers eingesetzten Otoplastik vorgenommen wird. Diese ist zur Sicherstellung einer wirksamen Schutzfunktion unerlässlich. Da sich der Gehörgang nach längerer Zeit weiten kann, ist zusätzlich eine jährliche Funktionsprüfung durch den Hersteller empfehlenswert.
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