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Waren wollen nicht nur kostengünstig transportiert, sondern auch möglichst optimal ein- und ausgelagert werden. Überflüssiger Lageraum durch zu hohe...

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So gewinnen Sie Ihren Chef und andere Abteilungen für das Projekt „Effizientes Bestandsmanagement“

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Lageroptimierung
Urheber: Photographee.eu | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Lagerware kostet neben Platz auch Geld – liegt sie doch nur nutzlos im Regal. Dem können Sie nur entgegenwirken, wenn Sie ein ausgeklügeltes Bestandsmanagement betreiben. Doch das schaffen Sie nicht allein.

Das Bestandsmanagement ist etwas, das Sie nur interdisziplinär mit intensiver Zusammenarbeit aller am Materialfluss beteiligten Abteilungen durchführen können. Wollen Sie dieses Thema angehen, werden Sie schnell merken, dass es in Ihrem Unternehmen unklare Zuständigkeiten gibt.

Die Folge: Alle Fachabteilungen wie Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Verkauf und als Schnittstellenabteilung natürlich die Logistik werkeln so vor sich hin und sehen meist kaum über den eigenen Tellerrand hinaus. Das Ergebnis dieser Durchwurstel-Mentalität sind oft durch unkontrollierte Sortimentserweiterungen oder fehlende Standardisierungen verursachte Bestandsausweitungen.

Und nun raten Sie mal, wer die Frage gestellt bekommt, warum die Lagerkosten stets steigen und die Kapitalbindung im Lager so hoch ist ... Das sind Sie!

Doch Sie allein können da kaum gegensteuern, das geht nur gemeinsam.

Tipp: Sorgen Sie für Unterstützung der Geschäftsleitung. Wenn Sie das Thema Bestandsminimierung wirklich erfolgreich angehen wollen, brauchen Sie unbedingt die Rückendeckung der Geschäftsführung.

Am Anfang der Optimierung steht die Analyse


Um einen Ansatzpunkt zur Bestandsoptimierung zu bekommen, sollten Sie unbedingt eine genaue Analyse anstellen, wo und warum es zu unnötigen Lagerbeständen kommt. Das sind neben dem oft anzutreffenden Hoheitsdenken der einzelnen Abteilungen folgende Punkte:

  • Durch Beschaffung am Einkauf sowie auch an der Logistik vorbei verbreitert sich das Sortiment unkontrolliert.
  • Mangelnde Standardisierungen bei Materialien sowie im Teile- und Baugruppenbereich blähen die Lagerhaltung auf.
  • Nicht klar und eindeutig geregelte Kompetenzen und fehlende oder untaugliche Organisationsstrukturen bei den Liefer- und Materialflussketten bringen Unsicherheit.

Verknüpfen Sie die gefundenen Mängel zu Kausalketten


Sicher haben Sie bei Ihrer Erstanalyse einige der oben genannten Punkte finden können. Doch das sind zunächst singuläre Ereignisse bzw. Tatsachen. Erst wenn es Ihnen gelingt, sie zu Kausalketten zu verknüpfen, werden Sie die Mechanik hinter dem mangelnden Bestandsmanagement erkennen.

Das bedeutet nichts anderes, als dass in Ihrem Unternehmen eine völlig neue Denkweise zur kompletten Intralogistik erarbeitet werden muss.

Die entscheidenden Einflussgrößen sind materialflussbezogene Einflussgrößen, produktbezogene Einflussgrößen und informationsbezogene Einflussgrößen.

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Lassen Sie sich nicht vom Chef zum Mädchen für alles machen

Wenn Sie alle oben genannten Analysen durchlaufen haben, können Sie zumindest schon mal feststellen, wo es beim Bestandsmanagement genau hakt, welche Abteilungen daran beteiligt sind und wo es Informationsmängel gibt.

Wer muss was tun?

In einem solchen Prozess stellt sich immer die Frage: Wer macht die ganze Arbeit?Wer analysiert Prozesse im Detail, wer trommelt interdisziplinäre Arbeitsgruppen zusammen, wer treibt die Arbeit voran? Im Prinzip ist die Arbeitsaufteilung ganz einfach, weil sie sich aus den 3 Managementgrößen Bedarfsplanung, Bestandsplanung und Beschaffungsplanung
ergibt. Und die sind wohl einzelnen Abteilungen klar zuzurechnen, oder? Damit haben Sie das „Mädchen-für-alles“-Problem schon elegant gelöst.

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Die 3 wichtigsten Lagerbestandarten

Die Betriebswirtschaftslehre kennt weitere Kategorien von Lagerbestandsarten, doch für das alltägliche Bestandsmanagement genügt eine einfache Dreiteilung.

 

  • Mindestbestand

 

Der Mindestbestand ist die Lagermenge, die nicht unterschritten werden darf, um Lieferengpässe bei der Produktion und Auslieferung zu vermeiden. Das gilt übrigens auch für Notfälle (wenn beispielsweise Verkehrsmittel ausfallen oder Lieferanten versagen).

Achtung: Die Höhe des Mindestbestands ist immer je nach Material, Branche, Unternehmen und Produktpalette unterschiedlich; die einzelnen Kategorien sind nicht untereinander vergleichbar.

  • Meldebestand

Erreicht der Materialabfluss aus dem Bestand einen bestimmten Grenzwert, also den fälligen Bedarfszeitpunkt, löst die Disposition eine Meldung aus, den Bestand wieder aufzufüllen.

Tipp: Dieser Vorgang lässt sich durch IT-Lösungen problemlos automatisieren. Der Meldebestand errechnet sich so:

Meldebestand = Tagesbedarf x Beschaffungszeit + Mindestbestand Maximalbestand

Er kennzeichnet die maximalen Bestandsmengen, die sich im Lager befinden sollten, um unnötige Kosten und Kapitalbindung zu vermeiden. Der Maximalbestand errechnet sich so:

Maximalbestand = optimale Bestellmenge + Mindestbedarf

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