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Vorsicht, Falle: Bei der Ladungssicherung müssen Ihre Fahrer aufpassen

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Ladungssicherung
Urheber: benjaminnolte | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Verlädt ein Versender Waren auf einen Lastwagen und kommt es beim Transport zu einem Schaden, weil die Waren nicht richtig gesichert wurden, so haftet nach § 412 Handelsgesetzbuch (HGB) prinzipiell der Verlader. Doch Vorsicht, hier lauern Fallen!

Sicherlich packen auch Ihre Fahrer mit an, wenn Arbeit ansteht. Doch manchmal kann diese Hilfsbereitschaft Sie ganz schön teuer zu stehen kommen. Nehmen wir einmal an, Sie haben den Auftrag, eine Maschine mit einem Ihrer Fahrzeuge von einem Hersteller zu einem Kunden zu transportieren, und es ist vereinbart, dass der Hersteller ebendiese Maschine versandfertig verpackt und transportsicher auf Ihr Fahrzeug verlädt. Nach § 412 HGB trägt somit der Hersteller die Verantwortung für eine korrekte Ladungssicherung. Kommt es auf dem Transport wegen mangelhafter Ladungssicherung zu einem Schaden an der Maschine, muss der Hersteller dafür geradestehen, es sei denn, Ihrem Fahrer ist grobe Fahrlässigkeit oder auch Vorsatz vorzuwerfen. Nun ist die Ladung sicherlich auch entsprechend versichert und Sie glauben ebenso, dass Ihr Unternehmen bei einem Schaden keinerlei Unbill droht.

Ein Fall aus der Praxis

Dass es aber oft ganz anders kommen kann, zeigt ein Fall aus der Praxis: Ein Kollege wähnte sich wegen des besagten Paragrafen auf der sicheren Seite, als er den Auftrag bekam, eine Maschinenladung bestehend aus 10 Kolli von einem Hersteller zu einem Kunden zu transportieren. Die Beladung des Lasters mit der Maschine sollte durch die Mitarbeiter des Herstellers erfolgen. Dabei gab der Fahrer des Transportunternehmens an, wie die Ladungsverteilung auf der Ladefläche zu erfolgen hatte. Die eigentliche Ladungssicherung mit Ratschengurten erfolgte durch Mitarbeiter des Auftraggebers. Dabei bemerkte der Fahrer, dass ein Teil nicht richtig gesichert war, und übernahm selbst eine zusätzliche Sicherung mit einem seiner Bordgurte. Kurz nach dem Verlassen des Werkshofs musste der Fahrer einem Hindernis ausweichen und dabei stark bremsen. Beim Grenzübertritt bemerkte er, dass sich die Maschine aus der Ladeposition verschoben hatte. Er fuhr zu einer ihm bekannten Spedition und ließ sich hier helfen, die Ladung wieder in die richtige Position zu hieven. Dabei stellte er fest, dass einer der Frässchieber aus dem Transportgestell gefallen war, und befestigte diesen wieder korrekt. Er setzte seine Fahrt fort und lieferte die Ladung beim Empfänger ordnungsgemäß ab. Dieser stellte jedoch einen Schaden fest und nahm die Maschine nur unter Vorbehalt an. Der Schaden wurde der Versicherung gemeldet und diese ersetzte zunächst einen Betrag von gut 18.000 €.

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Mithilfe immer problematisch

Doch mein Kollege staunte nicht schlecht, als besagte Versicherung eben diesen Betrag von ihm einforderte. Seiner Meinung nach war diese Forderung unberechtigt, da ja vereinbart war, dass die Mitarbeiter des Herstellers die Beladung in eigener Verantwortung durchführen sollten. Die Parteien konnten sich nicht einigen und so landete der Fall vor dem Oberlandesgericht (OLG) Bremen. Hier wurde schnell klar, dass der Fahrer die Maschine in einem einwandfreien Zustand übernommen hatte und auch die Mitarbeiter des Herstellers unstrittig die Beladung in Eigenregie durchgeführt hatten. Klar war nach einem Gutachten auch die Ursache für die Ladungsverschiebung während des Transports: Die Ladungssicherung war nicht ausreichend gewesen.

Verantwortung kann auch beim Fahrer liegen


Konsterniert musste sich unser Kollege von den Richtern belehren lassen, dass nach dem Ablauf des Ladevorgangs – der Fahrer hatte ja aktiv mitgewirkt – dieser auch für die Ladungssicherung verantwortlich war. Dies gälte darüber hinaus auch für die Betriebssicherheit des Lastzugs. Aus diesem Grund könne sich der Transporteur auch in keinem Fall auf Art. 17 Abs. 4 Buchst. b des Übereinkommens über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR) und damit auf eine unzureichende Verpackung des Ladeguts berufen. Zwar sei der Fahrer nicht in der Pflicht gewesen, die richtige Verladung zu überwachen, aber da er selbst den nachher gelockerten Gurt anlegte, sei ihm hierfür die Verantwortung anzulasten. Aus diesem Grund verdonnerten die Richter den Transporteur dazu, der Versicherung den entstandenen Schaden zu ersetzen (OLG Bremen, Urteil vom 8.2.2008, Az. 2 U 89/04; Vorinstanz: Landgericht Bremen, Urteil vom 11.8.2004, Az. 11 O 317/2003).

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